Das spanische Verfassungsgericht kippte jetzt ein Tierschutzgesetz der teilautonomen Region aus dem Jahr 2017, zu der unter anderem Mallorca, Menorca und Ibiza gehören. Es verbot unter anderem die Misshandlung, das Verletzen und das Töten von Tieren im Rahmen des traditionellen Stierkampfes.

Stierkämpfe auf Balearen: Verletzen der Tiere war verboten

Mit dem Teilverbot wollte die Regionalregierung das ritualisierte Spektakel langfristig vollständig abschaffen. Ohne Blut, so die Hoffnung, würden nach und nach immer weniger Zuschauer Eintritt bezahlen.

Von den Einwohnern wurde das Gesetz, laut dem spanischen Nachrichtenportal „ABC“ auch übrsetzt „Bullengesetz der Balearen“ genannt. 

Stierkampf
Die spanische Prinzessin Elena und Prinz Felipe Juan Froilan von Marichalar und Borbon verfolgen vor dem Teilverbot 2017 einen Stierkampf in Palma de Mallorca. Foto: imago/Agencia EFE

Gericht: Stierkampf sei „nationales Kulturgut“

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem Verweis auf eine konstatierte Unvereinbarkeit der regionalen Regelung mit dem nationalen Gesetz „Zum Schutz des immateriellen Kulturerbes“ aus dem Jahr 2015. Die Einschränkungen des traditionellen Stierkampfs seien so groß, dass es die Veranstaltung „im Kern“ verändere.

Die Tierschutzregelungen, die das Verfassungsgericht für ungültig erklärte, betreffen nicht allein die Tötung der Tiere. Sie stellten außerdem sicher, dass kein Stier jünger als vier Jahre sein durfte, gaben ein Mindestgewicht und eine maximale Kampfdauer von zehn Minuten vor.

Sichergestellt wurde auch, dass die Bullen anschließend wieder zurück zu ihren Besitzern gebracht wurden und das keine Pferde in den Kämpfen vorkommen dürfen.

All das wurde nun wieder gekippt. Ob damit der Stierkampf in den Touristenregionen neuen Aufschwung bekommt, hängt allerdings nicht allein von den Richtern ab. Am Ende entscheiden die Zuschauer, ob sie das blutige Spektakel wirklich sehen wollen.