Der Flugbetrieb am Flughafen London-Gatwick war seit Mittwochabend wegen Drohnen über dem Rollfeld komplett eingestellt. Den gesamten Donnerstag über durfte kein Flugzeug starten oder landen – davon betroffen waren rund 110.000 Passagiere. „Solange die Drohnenpiloten noch frei sind, muss Gatwick geschlossen bleiben“, so ein Sprecher des Flughafens.

Nach 33-Stunden-Sperrung: Flughafen London-Gatwick öffnet wieder

Am Freitagmorgen wurde die Start-und-Lande-Bahn wieder geöffnet – „und eine limitierte Anzahl an Flugzeugen dürfen landen und starten“, teilte der Flughafen auf Twitter mit. Bei der ersten gelandeten Maschine soll es sich um einen Leerflug ohne Passagiere gehandelt haben. 

Diese Airlines fliegen am Freitag ab London-Gatwick

Passagiere sollten jedoch weiterhin den Status ihres Fluges checken, bevor sie zum Airport fahren. Denn auch am Freitag wird weiter mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet. 

Easyjet will fliegen, das gab die Airline auf ihrer Website bekannt. Ryanair hingegen hat angekündigt, am Freitag alle seine Flüge über den Flughafen London-Stansted abwickeln zu wollen. Alle betroffenen Passagiere seien informiert worden. 

Chaos am Flughafen London-Gatwick: Diese Rechte haben Passagiere

Tausende Passagiere waren am Donnerstag am Flughafen London-Gatwick gestrandet, weil ihr Flieger nicht starten durfte.

Welche Ansprüche haben sie, wenn ihr Flug storniert wurde? 

Wenn der Flug mehr als fünf Stunden verspätet ist oder ganz ausfällt, können Passagiere, unabhängig von den Umständen, den Ticketpreis zurückfordern. Bei einer Annullierung können sie außerdem auf eine alternative Beförderung, sprich Umbuchung oder Zugfahrt, bestehen.

Gibt es nach Flugausfällen Entschädigungen für Fluggäste?

Grundsätzlich haben Passagiere entsprechend der EU-Fluggastrechte-Verordnung zusätzlich bei einem Ausfall des Fluges oder bei Verspätungen von mehr als drei Stunden ein Recht auf eine Entschädigung – je nach Flugstrecke liegt der Betrag zwischen 250 und 600 Euro pro Person.

Aber: Es kommt auf die Ursache für den Ausfall an. Außergewöhnliche Umstände sind davon ausgenommen. Das bedeutet: Fälle von höherer Gewalt schließen eine finanzielle Entschädigung des Reisenden aus – und die sind im Fall London-Gatwick wohl gegeben.

In der Fluggastrechte-Verordnung heißt es: „Ein ausführendes Luftfahrtunternehmen ist nicht verpflichtet, Ausgleichszahlungen gemäß Artikel 7 zu leisten, wenn es nachweisen kann, dass die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären.“