Der Bau einer Mauer zu Mexiko – dieses Thema ist eng mit US-Präsident Donald Trump verbunden. Die Mauer war eines seiner Versprechen im Präsidentschaftswahlkampf, bis heute hält er an dieser Idee fest. Bis es so weit ist, schreckt er auch vor dem Einsatz von Tränengas gegen illegale Einwanderer nicht ab. 

Abschrecken lassen sich die Menschen dennoch nicht auf ihrem beschwerlichen und gefährlichen Weg in ein (vielleicht) besseres Leben. 

Pools, Klettern und Angst im mexikanischen Themenpark

Die Homepage des mexikanischen Themenparks Parque Eco Alberto zeigt ein typisches Urlaubsidyll – große Pools und Rutschen, dazu bergige Natur zum Klettern und Wandern sowie der Fluss Tula, in dem man etwa Kajaktouren unternehmen kann. Urlaubern stehen ein Zeltplatz und gemütliche Häuschen zur Verfügung. 

Eigentlich alles sehr entspannt, auch der Programmpunkt „Caminata nocturna“, Nachtwanderung, klingt eher gemütlich.

Das ist er allerdings nicht – hier wird nämlich eine illegale Immigration nachgespielt: Geneigte Besucher sollen hier unter realistischen Bedingungen erleben, wie es ist, wenn man sich über die Grenze schleicht – die Angst vor der Festnahme inklusive. 

Themenpark Parque Eco Alberto.
Alberto liegt rund 160 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt. Foto: Parque EcoAlberto

Verfolgungsjagd mit Schüssen im Themenpark

Rund vier Stunden dauert das „Erlebnis“, Kostenpunkt etwa 15 Euro. Dafür wird man nachts durch unwegsames Gelände gejagt, während einem fiktive Grenzposten auf den Fersen sind und mit Platzpatronen schießen. 

Das fragwürdige Angebot gab es schon lange vor Trumps Vorstoß in die Politik, laut Website des Parks seit 2004. 

Hintergrund des Angebots: Rund 70 Prozent der Bevölkerung von Alberto wanderten auf der Suche nach einem besseren Leben in die USA aus. 

Illegale Einwandung im Themenpark als abschreckendes Beispiel? 

Das Ziel der ungewöhnlichen Nachtwanderung soll es daher sein, junge Menschen vor der versuchten Einreise abzuschrecken. Sie sollen nicht „ihr Leben riskieren, um ein besseres Leben in einem anderen Land zu finden“. 
Kritische Stimmen sehen darin allerdings eher eine Art Vorbereitung dafür. 

Alberto liegt rund 160 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt, die „echte“ Grenze ist weit entfernt. Dennoch sind die Schrecken hier erstaunlich realistisch. 

Reale Angst in fiktiver Fluchtsituation

Los geht der Abend mit einem Treffen in der katholischen Kirche und einer Motivationsrede. Anschließend wird die Gruppe ins bergige Gelände geführt. Der falsche Menschenschmuggler, der die Gruppe anführt, trägt eine Skimaske.

Bei Nacht und wenig Licht wird die Einwanderung nachgespielt – ohrenbetäubende Sirenen, Schüsse mit Platzpatronen, die Grenzpatrouille mit ihren Hunden. Unterwegs werden Teile der Gruppe festgenommen, auch eine Begegnung mit Drogenschmugglern gehört dazu. 

Wer noch mehr will, bucht die sechsstündige Extremvariante der Tour für knapp 22 Euro.

Feste Schuhe, gute Fitness, wenig Gepäck 

Die Anweisungen für die „Nachtwanderung“ beinhalten übrigens die Tipps, wenig Gepäck mitzunehmen, bei guter Fitness zu sein und feste Schuhe zu tragen. Also ganz wie bei einer echten illegalen Einwanderung. 

Nur, dass da nach vier Stunden nicht alles vorbei ist.