Wie ich normalerweise Weihnachten verbringe: Mit meiner Schwester und unserer Nachbarin backen und wichteln, den Nachtisch fürs Weihnachtsdinner vorbereiten, in die Kirche gehen, Bescherung, essen, Verwandte besuchen, viel schlafen und lesen.

Wie ich im Jahr 2011 Weihnachten gefeiert habe: Sonnen am Strand, wandern bei 30 Grad, Schnitzel und Rotkohl in Shorts essen und dann feiern bis zum frühen Morgen. Warum in diesem Jahr alles anders war? Ich habe die Feiertage am anderen Ende der Welt – in Australien – verbracht.

Im Klartext bedeutete das: Sandstrand statt Schneegestöber, schwitzen statt bibbern, Freunde statt Familie. 

reisereporterin Leonie mit Weihnachtsmütze vor dem Leuchtturm von Byron Bay.
Weihnachten bei 30 Grad hat den Vorteil, dass man in Shorts und T-Shirt feiern kann. Foto: Privat

Weihnachten, Australien-Style

Zugegeben, an Weihnachten mehr als 16.000 Kilometer von meinen Eltern und meiner Schwester entfernt zu feiern jagte mir im Vorhinein ganz schön Angst ein.

Ich. Liebe. Weihnachten. Und zwar die gemütliche Variante, wie ich sie aus den ersten 20 Jahren meines Lebens kannte. 

Zum Glück hatte ich in den ersten vier Monaten als Backpackerin in Down Under bereits eine Ersatzfamilie um mich geschart. Und: Es gibt in Australien Aldi, dadurch war auch das weihnachtliche Dinner mit Rotkohl und Schnitzel gesichert.

Schnitzel und Rotkohl mit Spätzle auf einem Plastikteller.
Traditionelles Weihnachtsessen schmeckt auch auf einem Campingplatz in Australien: Schnitzel, Rotkohl und Spätzle. Foto: Privat

Trotzdem, und obwohl wir sogar einen kleinen Weihnachtsbaum aus Plastik auf unserem Campingtisch drapiert hatten, unter dem sich die Weihnachtsgeschenke stapelten, hat mir am Heiligabend in Down Under etwas Entscheidendes gefehlt: Weihnachtsstimmung. 

Weihnachten im Sommer – die Stimmung fehlt

Denn die kam zwischen Schwimmen im Meer, sommerlichen Temperaturen und jeder Menge Alkohol einfach nicht auf. Dabei hatten wir alles versucht, sogar Vanillekipferl gebacken und zur Weihnachtsfeier mit unserem Farmer, bei dem wir bis kurz vor Weihnachten Pflaumen geerntet hatten, selbst gemachte gebrannte Mandeln mitgebracht. Und natürlich plärren auch in Australien Weihnachtshits aus den Lautsprechern der bunt geschmückten Einkaufsstraßen.

Auch wenn sich der 24. Dezember im Hochsommer völlig skurril anfühlte – wir hatten trotzdem einen unvergesslichen Abend. Denn so wie 2011 werde ich wohl nicht so schnell wieder Weihnachten feiern. 

reisereporterin Leonie mit Rocky Road Schokolade von Cadbury in Australien.
Als Weihnachtsgeschenk gab’s die Lieblingsschokolade. Foto: Privat

Zwar waren die Feiertage in Byron Bay und dann später in Sydney und auf der stundenlangen Fahrt dorthin nicht annähernd so harmonisch und festlich wie zu Hause. Dafür war ich auch noch nie so braun gebrannt und sorglos wie an diesem Weihnachtsfest. 

Merry X-Mas in den Sand am Strand geschrieben.
Sommerliche Weihnachtsgrüße an Familie und Freunde. Foto: Privat

Weihnachten in Australien: Was du vorher wissen musst

Die Australier feiern nicht an Heiligabend, sondern wie in Amerika am 25. Dezember. Und zwar natürlich draußen mit „Barbie“, also einer Grillparty.

Der zweite Weihnachtsfeiertag steht dann ganz im Zeichen des Kapitalismus: Am sogenannten Boxing Day sind die Geschäfte in den Innenstädten geöffnet und das fröhliche Umtauschen der Weihnachtsgeschenke wird mit satten Rabatten zelebriert.