Aida-Kreuzfahrt: Passagier bekommt 1.500-Euro-Handyrechnung

Schock nach Aida-Kreuzfahrt: 1.500-Euro-Handyrechnung

Der Passagier hatte auf der Nordsee-Kreuzfahrt eigentlich nur ein paar Fotos an die Freunde daheim verschickt. Doch nach der Reise mit Aida kam der Schock: Eine Horror-Handyrechnung über 1.500 Euro!

Er verschickte ein paar Fotos auf der Aida-Kreuzfahrt – dann bekam er die Rechnung über 1.500 Euro.
Er verschickte ein paar Fotos auf der Aida-Kreuzfahrt – dann bekam er die Rechnung über 1.500 Euro.

Foto: imago/News4HH, imago/PhotoAlto (Montage)

Wenn die Handyrechnung mehr als dreimal höher ist als die Reisekosten, dann ist definitiv etwas so richtig schiefgegangen. So wie bei diesem Passagier, der sich an den reisereporter gewandt hat.

Er machte mit Aida eine viertätige Nordsee-Kreuzfahrt: Von Hamburg ging es mit der „Aida Luna“ nach Amsterdam und London. Dafür bezahlte er 400 Euro. Doch nun soll er noch mal 1.500 Euro draufzahlen – für die Nutzung seines Handys.

Der Passagier, der anonym bleiben möchte, hatte sich nichts dabei gedacht, als er ein paar mit dem Smartphone gemachte Urlaubsschnappschüsse übers Internet verschickte. Er war mit dem Schiff in einem europäischen Gewässer unterwegs, bekam keine Info-SMS vom Anbieter und vermutete, im deutschen oder niederländischen Netz zu sein. Ein großer Fehler. 

Mann verschickt online Fotos vom Kreuzfahrtschiff „Aida Luna“

Auf einem Kreuzfahrtschiff gibt es in der Regel kein normales Mobilfunknetz. Das Handy verbindet sich daher mit dem Mobilfunknetz des Schiffes, das über Satellit funktioniert. Problem dabei: Für Kreuzfahrten gelten die EU-Roamingverordnungen nicht, es gibt keine Kostenbremse.

Daher kam nach der Reise die Horrorrechnung: Der Telefonanbieter O2 forderte 1.200 Euro für 57 Megabyte Datennutzung über den sogenannten Maritime Communication Partner (MCP). Das ist ein Mobilfunknetz, mit dem alle Aida-Schiffe ausgestattet sind, schreibt die Reederei auf ihrer Website.

Für MCP verlangt O2 nach der aktuellen Preisliste (Dezember 2018) 2,50 Euro pro 100 Kilobyte Daten, 2,01 Euro pro Minute für Telefonate nach Deutschland, 1,59 Euro pro Minute für eingehende Gespräche und 99 Cent pro SMS.

„Als ich die Rechnung aufgemacht habe, war ich kurz vorm Sauerstoffzelt“, sagt der Passagier dem reisereporter. Er widersprach – erfolglos.

„Es handelt sich hier um Spezialverbindungen, bei denen sich Ihr Endgerät in eine eigene Basisstation des Schiffes einbucht. Die Verbindung nach außen erfolgt über einen Satelliten“, teilt O2 dem Kunden in einem Antwortschreiben mit, das dem reisereporter vorliegt.

Die auf dem Land geltenden Hinweis-SMS, die vom Handyanbieter verschickt werden, unterbleiben auf dem Kreuzfahrtschiff, so O2.

Kathrin Körber, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, empfindet die Rechnung hingegen als sittenwidrig. „Der Mobilfunkanbieter hat gegenüber den Kunden eine Fürsorgepflicht. In Info-SMS müssen diese darüber informiert werden, welche Kosten entstehen. Ohne diese Information besteht aufseiten des Anbieters ein Wissensvorsprung.“ 

Der Passagier will noch einmal Widerspruch einlegen.

So teuer ist Internet auf dem Kreuzfahrtschiff

Über einen noch extremeren Fall hat der reisereporter im Juni berichtet: Ein Zwölfjähriger hatte sich auf einer Kreuzfahrt gelangweilt und online auf dem Handy Videos geschaut. Die Eltern bekamen eine Wahnsinnsrechnung über 12.000 Euro.

Beide Fälle zeigen, wie teuer die Internetnutzung auf einem Kreuzfahrtschiff werden kann. Da die EU-Roamingverordnung auf hoher See nicht greift, ist auch der eigentliche Mobilfunktarif nicht gültig. Und die Kostenbremse nach EU-Recht, die sonst bei 59,99 Euro greift, gibt es auf Kreuzfahrtschiffen auch nicht. Daher: Mobile Daten und Roaming ausstellen!

Wer nicht ohne das Handy kann, für den gibt’s bei den meisten Reedereien inzwischen WLAN und dazugehörige Internetpakete – zeitlimitierte Tagestarife, Datentarife oder minutengenaue Abrechnung.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Zur
Startseite