Ryanair-Passagiere wütend: Lange Schlange trotz Priority-Boarding

Ryanair-Passagiere sauer: Lange Schlange trotz Priority

Wer Priority bucht, sollte bevorzugt behandelt werden, oder? Doch bei Ryanair passierte jetzt das Gegenteil: Die Priority-Schlange war sogar noch deutlich länger! Sind die neuen Handgepäckregeln schuld?

Warten, warten, warten… Sollte bei einer Priority-Buchung eigentlich nicht sein, oder? (Symbolfoto)
Warten, warten, warten… Sollte bei einer Priority-Buchung eigentlich nicht sein, oder? (Symbolfoto)

Foto: imago/imagebroker

Dutzende Passagiere stehen im strömenden Regen einer langen Schlange vor einem Ryanair-Flugzeug. Sie warten wie begossene Pudel darauf, endlich einsteigen zu können. Wer nun denkt: „Sind bestimmt keine Priority-Fluggäste“, der irrt: Tatsächlich haben alle dafür bezahlt, früher in den Flieger zu kommen.

Unter den Passagieren ist auch Trish Kelly. Sie hat ein Video von dem Vorfall am Londoner Flughafen Gatwick bei Twitter veröffentlicht. Dazu schreibt sie am vergangenen Donnerstag: „Das hier war das Einsteigen der Priority-Passagiere heute Abend in Gatwick!“

Ryanair-Passagiere buchen Priority und warten noch länger

Sie hat außerdem Ryanair verlinkt und fordert die Billig-Airline auf: „Mit der erzwungenen Erhöhung der Anzahl von Priority-Buchungen müssen Sie möglicherweise dafür bezahlen, dass bei Bedarf eine Fluggastbrücke angeschlossen wird.“

Ryanair: Priority billiger als Aufgabe von Handgepäck

Mit dieser Äußerung spielt sie auf die verschärften Handgepäckregeln bei Ryanair an, die seit dem 1. November gelten. Seither dürfen nur noch diejenigen Passagiere ein Handgepäckstück wie einen Trolley oder eine Reisetasche (bis zu zehn Kilogramm) mit in die Kabine nehmen, die Priority gebucht haben. Dieser Service kostet 6 Euro bei der Buchung und 8 Euro, wenn er später hinzugefügt wird.

Alle anderen dürfen nur noch eine kleine Tasche, zum Beispiel eine Damenhandtasche, mit ins Flugzeug nehmen. Das Handgepäckstück (bis zu zehn Kilogramm), das bisher ebenfalls kostenlos war, muss allerdings in den Frachtraum gepackt werden. Das kostet 8 Euro bei der Buchung und 10 Euro nach der Buchung.

Neue Handgepäckregeln: Ryanair-Passagiere sind wütend

Heißt im Klartext: Seit dem 1. November ist es günstiger, Priority zu buchen, als den Handgepäckskoffer kostenpflichtig mitzunehmen.

Entspannter ist es aber offenbar nicht. Passagierin Trish ist nicht die einzige, die sich über längere Schlangen aufregt.

Gurmukh Singh Neote twittert ein Foto vom Flughafen Shannon in Irland und schreibt: „Die neue Gepäckrichtlinie macht die Priority-Warteschlange zur Farce.“

Die Schlange sei fünfmal so lang wie die Non-Priority-Schlange. „Wie hat das also geholfen, außer dass ihr mehr Einnahmen für euch selbst erzielt habt?“, fragt er. 

„Ryanair, wie könnt ihr das Boarding als Priority bewerben, wenn mehr als die Hälfte des Flugzeuges sogenannte Priorität hat?“, fragt Matt Charman zu seinem Foto, das eine lange Schlange beim Boarding zeigt. 

Der reisereporter hat Ryanair mit den Erlebnissen konfrontiert und gefragt, ob bei den Gepäckbestimmungen nachgebessert werden müsste.

Ryanair: Mehr als die Hälfte der Passagiere darf Priority buchen

Der Billigflieger sagt: Nein. „Wir haben bereits viele positive Rückmeldungen von unseren Kunden und Flughäfen in ganz Europa erhalten.“ Die Schlangen würden nicht länger, im Gegenteil: „Unsere neuen Gepäckbestimmungen reduzieren die Boardingzeit und verhindern Verspätungen, da wir weniger Gepäck am Gate taggen müssen.“

Das Priority-Boarding sei „auf 95 Kunden pro Flug begrenzt (von insgesamt 189 Kunden).“ Bevor die Handgepäckrichtlinien geändert wurden, habe Ryanair durchschnittlich 60 Kunden in der Priority-Schlange gehabt, teilt die Airline mit.

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