Es ist ein Horrorszenario. Sollten Kontrolleure an allen deutschen Flughäfen in den Streik treten, würde das zu einem absoluten Chaos am Himmel führen – über die Grenzen hinweg. Der gesamte Betrieb ist von den Mitarbeitern ebenso abhängig wie von Piloten, Lotsen und Flugbegleiten.

Doch die Verhandlungen stellen sich als besonders schwierig dar. Noch in diesem Jahr könnte es zu ersten Aktionen kommen.

Kontrolleure fordern bis zu 77 Prozent mehr Lohn

In den Tarifkonflikt sind drei Parteien involviert. Als Arbeitgeber fungiert der neu gegründete Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Ihm gegenüber stehen zwei Gewerkschaften, Verdi und der Deutsche Beamtenbund/Komba.

Alle drei Partner wollen eine bundesweite Regelung statt der bisher bestehenden regionalen Tarife. Zudem werden Mitarbeiter, die Passagiere kontrollieren, und jene, die Fracht und das Personal kontrollieren, unterschiedlich bezahlt und auch ausgebildet. Auch das soll angeglichen werden.

So kommt es dann auch, dass manche Forderungen aus den Gewerkschaften eine Lohnsteigerung um bis zu 77 Prozent mit sich bringen. Der angepeilte Stundenlohn liegt für Verdi bei 20 Euro, bei der Komba sind es 19,50 Euro. 

Streikaktionen an Flughäfen drohen noch in diesem Jahr

Während die Arbeitgeberseite einen Sechs-Jahre-Plan erarbeiten möchte, wollen die Gewerkschaften deutlich schnellere Ergebnisse, und das schon seit geraumer Zeit.

Bis zum Jahreswechsel herrscht zwar Friedenspflicht, doch kleinere Aktionen an einzelnen Flughäfen drohen laut Medienberichten auch schon in diesem Jahr. 2019 könnte es zum Stillstand und damit dem Horrorszenario kommen. 

Streik am Flughafen: Diese Rechte haben Passagiere

Auch andere Berufsgruppen an deutschen und internationalen Flughäfen sowie Mitarbeiter von Airlines legen immer wieder die Arbeit nieder. Was zu tun ist, wenn man von einem Streik betroffen ist, und welche Rechte Passagiere haben, weiß der reisereporter.