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Minister Glawe: Ostsee kann noch Golfplätze vertragen

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht das Golfland Mecklenburg-Vorpommern im reisereporter-Gespräch gut aufgestellt – jährlich kommen 150.000 Golftouristen in den Nordosten.

Alexander Loew
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe im Golfpark Strelasund in der Nähe von Stralsund. Der CDU-Politiker hat die Platzreife, spielt aber nicht regelmäßig.
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (rechts) im Golfpark Strelasund in der Nähe von Stralsund. Der CDU-Politiker hat die Platzreife, spielt aber nicht regelmäßig.

Foto: OZ

17 Golfanlagen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Wurden Sie inzwischen von Investoren kontaktiert, die neue Anlagen planen?

Harry Glawe: Es gibt ein abgeschlossenes Raumordnungsverfahren für einen Golfplatz in Binz auf Rügen. Hier laufen die Gespräche zwischen dem Eigentümer und einem Partner. Ein 18-Loch-Golfplatz ist dort geplant. Wir hoffen, dass das seit Jahren geplante Projekt bald verwirklicht werden kann.

Braucht Ihr Bundesland denn weitere Golfplätze?

Harry Glawe: Ja, zum Beispiel auf Rügen. Dort gibt es Anlagen in den Orten Karnitz in der Inselmitte und Ranzow direkt an der Ostsee. Neben Binz bestehen auch noch Pläne für Sassnitz-Mukran. Die für Anfänger und Fortgeschrittene geeigneten Sportzentren sollen von einer Allianz aus Vier- und Fünf-Sterne- Hotels auf der Insel vermarktet werden.

Das Gastgewerbe könnte von der achtmonatigen Golfsaison stark profitieren. Aber auch auf Usedom und Fischland-Darß könnten wir noch Golfplätze vertragen. Golftouristen spielen im Urlaub gerne auf verschiedenen Plätzen in der Umgebung, da ist es wichtig, ein gutes Angebot vorweisen zu können.

150.000 Golftouristen kommen jährlich nach Mecklenburg-Vorpommern und sind so sehr wichtig für die hiesige Wirtschaft. Ist diese Zahl noch zu steigern?

Harry Glawe: Das ist zumindest ein Ziel – und es ist auch machbar. Der skandinavische Raum könnte von unseren Anlagen stärker angesprochen werden. Beispielsweise in Schweden ist Golf ein Breitensport. Dieses Potenzial haben wir noch nicht ausreichend ausgeschöpft. Wir könnten noch mehr Schweden für uns begeistern und auch insgesamt mehr Touristen von unseren schönen Plätzen überzeugen.

Golf hatte in der DDR keine Tradition. Aber seit der Wende wurde kräftig in insgesamt 17 Anlagen in Mecklenburg und Vorpommern investiert – alle sind am Markt geblieben. Haben Sie einen Überblick, wie viel Geld in diese Infrastruktur geflossen ist?

Harry Glawe: Rund 117 Millionen Euro wurde in neue Anlagen investiert von der Eröffnung unseres ersten Golfplatzes 1992 in Hohen Wieschendorf bei Wismar bis zur jüngsten Anlage in Ranzow auf Rügen, die seit 2017 auf 18 Löchern bespielbar ist. Das Wirtschaftsministerium hat die Plätze mit rund 34 Millionen Euro an Zuschüssen unterstützt.

Experten gehen davon aus, dass Golf in MV eine jährliche Wertschöpfung von 250 Millionen Euro generiert. Wie wichtig ist der Sport inzwischen bezogen auf die gesamten touristischen Aktivitäten Ihres Bundeslandes?

Harry Glawe: Die Konsumausgaben der Urlauber in MV betragen etwa 7,75 Milliarden Euro, davon stammen zwei Drittel allein von Gästen aus anderen Bundesländern. Die touristische Wertschöpfung beträgt 4,1 Milliarden Euro und macht 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung aus. MV ist attraktiv für Bewegung in der Natur. Hier werden wir weiterhin touristische Schwerpunkte setzen und ausbauen. Baden, Segeln, Wandern, Radeln, Reiten gehören dazu wie Golf.

Wie sieht es denn mit Ihren eigenen Golf-Aktivitäten aus?

Harry Glawe: Ich habe als Minister wenig Zeit, aber ich habe vor einigen Jahren die Platzreife gemacht. Ich weiß auch die Schönheiten unserer Plätze an der Küste zu schätzen. Meine Lieblingssportart ist und bleibt Fußball, aber ich habe große Respekt vor den technischen Anforderungen des Golfsport. Und ich mag die Sportart mit allem Drum und Dran, vor allem mit der vielen Bewegung in schöner Natur. Und davon haben wir in Mecklenburg-Vorpommern ja reichlich.

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