Virus-Alarm auf Kreuzfahrt: Geld zurück bei Magen-Darm-Virus?

Virus-Alarm auf Kreuzfahrt: Geld zurück bei Magen-Darm?

Aktuell häufen sich Berichte von Passagieren, die sich auf Aida-Kreuzfahrtschiffen mit Magen-Darm-Viren infiziert haben. Ob man in solchen Fällen Schadensersatz verlangen kann, klärt ein Gerichtsurteil.

Brechdurchfall auf dem Kreuzfahrtschiff? Das trübt den lang ersehnten Urlaub. (Symbolfoto)
Brechdurchfall auf dem Kreuzfahrtschiff? Das trübt den lang ersehnten Urlaub. (Symbolfoto)

Foto: imago/Waldmüller

Auf mindestens sieben Kreuzfahrtschiffen der Aida-Flotte kam es seit August 2018 zu Magen-Darm-Erkrankungen und Noro-Virus-Ausbrüchen. Statt eines Traumurlaubs erlebten zahlreiche Reisende auf „Aida Blu“, „Aida Stella“, „Aida Luna“, „Aida Perla“, „Aida Sol“, „Aida Prima“ und „Aida Mar“ ein wahres Toilettendesaster. Viele Passagiere klagten, sie hätten die Zeit an Bord auf dem Klo statt mit Landausflügen verbracht.

Für Betroffene war der Urlaub ruiniert. Aber können sie ihren Ärger ein wenig mindern und Schadensersatz verlangen? 

Ist ein Magen-Darm-Virus ein Reisemangel?

Schlechte Nachrichten für Passagiere, denen das Norovirus die Kreuzfahrt vermiest hat. Das Amtsgericht Rostock entschied in einem Urteil (47 C 201/12): Eine Magen-Darm-Erkrankung stellt keinen Reisemangel dar. 

Für betroffene Passagiere bedeutet die Entscheidung, dass sie weder die Erstattung des Reisepreises noch Schadensersatz verlangen können. 

Kein Schadensersatz für Passagiere mit Norovirus-Infektion

Zugrunde liegt ein Fall aus dem Jahr 2014, als auf einer Mittelmeerkreuzfahrt erst ein Mann, dann dessen Frau eine Magen-Darm-Erkrankung bekamen und nicht an Landgängen teilnehmen konnten. Zwar erhielt das Paar aufgrund der Unannehmlichkeiten 200 Euro vom Veranstalter.

Das Ehepaar klagte auf Rückzahlung des Reisepreises und Erstattung der Arztkosten – und wurde vom Amtsgericht abgewiesen. Demzufolge stelle eine Krankheit keinen Reisemangel, sondern eine „Verwirklichung des allgemeinen Lebensrisikos“ dar. 

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