Verbotene Insel: Forscher überlebte Besuch auf North Sentinel Island

Verbotene Insel: Dieser Mann überlebte einen Besuch

Ein 27-jähriger Amerikaner ist bei dem Versuch, die verbotene Insel North Sentinel Island zu betreten, von Ureinwohnern erschossen worden. Im Gegensatz zu ihm überlebte ein Forscher den Besuch dort.

Triloknath Pandit (links) war der erste Forscher, der North Sentinel Island besuchte. Er überlebte und hatte sogar freundschaftlichen Kontakt mit dem Volk.
Triloknath Pandit (links) war der erste Forscher, der North Sentinel Island besuchte. Er überlebte und hatte sogar freundschaftlichen Kontakt mit dem Volk.

Foto: Facebook.com/Debapriya Chakraborty

Es gibt nicht viel, was wir über die Ureinwohner von North Sentinel Island wissen – der Kontakt zu ihnen ist gesetzlich verboten. Den Amerikaner John C. interessierte das nicht. Er reiste auf die Insel, wollte das Inselvolk zum Christentum bekehren – und bezahlte das mit seinem Leben.

Dieser Forscher überlebte den Besuch auf North Sentinel Island

Die Ureinwohner erschossen ihn mit Pfeilen. Im Gegensatz zu John überlebte ein anderer Mann einen Besuch bei dem Inselvolk – und der wurde auf Fotos festgehalten.

Eine Aufnahme zeigt, wie Triloknath Pandit am 4. Januar 1991 einem Sentinelesen eine Frucht reicht. Ein ganz besonderer Moment, denn es ist das erste Mal, dass die Ureinwohner einen Forscher freundlich begrüßen.

Normalerweise verteidigen sie ihre Isolation mit Pfeil und Bogen, leben seit 60.000 Jahren völlig abgeschottet auf North Sentinel Island im Indischen Ozean. Das sichert ihnen das Überleben, denn durch die Abgeschiedenheit haben die Menschen keine Abwehrkräfte gegen bestimmte Krankheiten entwickelt.

Forscher Pandit ist heute 84 Jahre alt und hat sich zum Fall des erschossenen US-Touristen geäußert. „Es macht mich traurig, dass dieser junge Mann sterben musste“, sagte der Forscher dem Sender „BBC“.

John C. habe jedoch einen Fehler gemacht: „Er hätte sicher genug Gelegenheit gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen, doch er hat nicht locker gelassen – und dies mit seinem Leben bezahlt.“

Pandit reiste gemeinsam mit anderen Forschern mehrfach zur Insel, erstmals im Jahr 1967 – damals war er Mitarbeiter im indischen Ministerium für Stammesangelegenheiten, das sich um die Volksgruppen des Landes kümmert. 

Forscher Pandit hatte Kontakt zu den Ureinwohnern

Anfangs versteckten sich die Sentinelesen vor ihm im Dschungel, später schossen sie mit Pfeilen auf ihn und andere Forscher. „Die Inselbewohner schauten grimmig und waren bewaffnet. Sie waren fest entschlossen, ihr Land zu verteidigen.“ Die Forscher respektierten das, erzählt Pandit: „Während unserer Interaktionen bedrohten sie uns zwar, aber sie kamen nie an den Punk zu töten oder zu verwunden. Wann immer sie unruhig wurden, zogen wir uns zurück.“

Die Forschergruppe startete weitere vorsichtige Versuche der Kontaktaufnahme, brachte Geschenke mit: „Wir hatten Töpfe und Pfannen mitgebracht, außerdem viele Kokosnüsse, Werkzeuge aus Eisen wie Hämmer und lange Messer.“ Begleitet wurden die Forscher immer von drei Männern des benachbarten Onge-Volkes – „die fungierten als Übersetzer“, erzählt der 84-Jährige.

Die Sentinelesen verteidigen ihre Isolation mit Pfeil und Bogen.
Die Sentinelesen verteidigen ihre Isolation mit Pfeil und Bogen. Foto: Youtube.com/Doc Facts (Screenshot)

Doch erst 1991, 24 Jahre nach dem ersten Besuch, begrüßte das Inselvolk die Forscher freundlich. Das Volk näherte sich ihnen friedlich im Ozean. „Wir waren zunächst überrascht“, so Pandit. „Aber es war ihre Entscheidung, uns zu treffen, und das Treffen fand zu ihren Bedingungen statt.“ Die Insel betreten durften die Forscher trotzdem nicht, es blieb bei der Begegnung im Wasser.

Forscher dürfen North Sentinel Island nicht betreten

Für einen kurzen Moment lag Spannung in der Luft, erinnert sich Pandit: „Als ich Kokosnüsse verschenkte, wurde ich vom Rest des Teams getrennt und geriet sehr nah ans Ufer. Da schnitt einer der Sentinelesen eine lustige Grimasse, zog sein Messer und signalisierte mir, dass er mir den Kopf abschneiden würde. Die Geste war deutlich: Ich war auf der Insel nicht willkommen. Ich habe mich also schnell zurückgezogen.“

Wir sind doch die Angreifer.

Triloknath Pandit

Als feindselig würde Pandit die Ureinwohner aber nicht bezeichnen. „Wir sind doch die Angreifer. Wir sind es doch, die ihr Land betreten wollen“, sagte der 84-Jährige.

Es sei okay, Geschenke für sie zu hinterlassen, weitere Kontaktversuche lehnt er jedoch ab: „Wir sollten ihren Wunsch respektieren, in Ruhe gelassen zu werden.“

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