Darum sollten Urlauber in der Natur keine Steine stapeln

Darum sollten Urlauber in der Natur keine Steine stapeln

Früher sorgten sie dafür, dass Wanderer sich nicht verliefen, heute stören sie Natur und Einheimische: Die Rede ist von kleinen Türmchen aus aufeinandergestapelten Steinen. Wir erklären, warum die „Kunst“ schadet.

Gestapelter Turm an einem Steinstrand.
Die Steintürmchen sind beliebte Fotomotive für Instagram.

Foto: unsplash.com/Sudarshan Bhat

Was haben die Isle of Skye, Island, Norwegen und die Kanaren gemeinsam? Das sind nicht nur beliebte Urlaubsziele, sie ärgern sich auch über eine bestimmte Unart der Urlauber: das Stapeln von Steinen.

Besonders Biologen, Wissenschaftler und Aufseher in Nationalparks sind von der inflationären Verbreitung der Steintürme, auch Steinmännchen genannt, genervt.

Darum sind Steintürme so schlimm: 

Wer Steine stapelt, schadet dem Ökosystem

Auf den Kanarischen Inseln haben Forscher herausgefunden, dass selbst kleine Steintürme große Auswirkungen haben können. Die Mitarbeiter der Universität La Laguna auf Teneriffa zeigen auf, dass das Aufsammeln von Steinen den ohnehin schon fragilen Lebensraum von Tieren und Pflanzen am Strand zerstört.

Kleinen Lebewesen würden dadurch Schutz und Nistplätze genommen, Pflanzen würden entwurzelt und Sand werde schneller abgetragen. In einigen Orten organisieren Einwohner sogar Ausflüge, bei denen sie den Wald aus Steintürmen an Stränden kaputt machen, berichtet der österreichische „Standard“.

Steinhaufen zerstören Kulturerbe

Auf Island zerstören die Steintürmchen die Kulturlandschaft. Ein Aufseher im Nationalpark Thingvellir erklärt gegenüber der „Iceland Review“, dass alte Steinhaufen zum Kulturerbe des Parks gehören. Den alten Stapeln neue hinzuzufügen, ist in dem Nationalpark verboten – weil dadurch nicht mehr eindeutig ist, welche Gebilde vor Jahrhunderten und welche kürzlich von Touristen geschaffen wurden.

So sinnlos das Steinestapeln heute ist – früher erfüllte es einen wichtigen Zweck: Türme aus drei oder mehr Steinen zeigten den Menschen wichtige Wege an. Denn durch die Steinhaufen wurde gezeigt, dass an dem Ort auch schon andere waren. 

Steine stapeln als Vandalismus

In einigen entlegenen Regionen, beispielsweise in Norwegen, orientieren sich manche aber noch immer anhand der Steintürme. Entstehen entlang von Wanderwegen also plötzlich neue, steigt das Risiko, sich zu verlaufen. 

Ähnlich wie auf Island zerstören viele Urlauber für die Steintürme aber auch Kulturbauten. So schreibt die norwegische Nachrichtenseite „NRK“, dass einige Reisende Steine aus alten Steinmauern nehmen, um sie zu stapeln. Dabei übersehen sie, dass dadurch ein Kulturdenkmal kaputt geht. Die Steinmauern wiederherzustellen sei mitunter unmöglich, erklärt ein Experte.

Und: Steintürmchen seien im Grunde einfach eine Form des Vandalismus wie Graffiti. Dadurch werde die Natur verschandelt. Besonders deutlich wird das an Stränden, von denen sich Hunderte kleine Türme in den Himmel recken.

Was Reisende tun können? Einfach keine Türmchen bauen!

Natürlich haben nicht nur die oben genannten Orte mit unerwünschten Steinhaufen zu kämpfen – betroffen ist so ziemlich jeder Steinstrand, Nationalpark oder Berggipfel von England bis Australien.

Also: Finger weg vom Steinestapeln. Auch wenn’s Spaß macht und fotogen ist.

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