Durchfall auf Kreuzfahrt: Hat Aida ein Virus-Problem?

Durchfall auf Kreuzfahrt: Hat Aida ein Virus-Problem?

Auf mindestens sieben Schiffen der Aida-Flotte grassierten seit August 2018 Magen-Darm- und Noro-Viren. Die Reederei wiegelt ab, während sich immer mehr Betroffene melden. Hat Aida ein Virus-Problem?

Immer mehr Passagiere berichten, dass sie sich auf einer Aida-Kreuzfahrt mit einem Magen-Darm-Virus infiziert haben.
Immer mehr Passagiere berichten, dass sie sich auf einer Aida-Kreuzfahrt mit einem Magen-Darm-Virus infiziert haben. (Symbolfoto)

Foto: imago/Dean Pictures

Statt eines Traum-Urlaubs erlebten zahlreiche Reisende auf der „Aida Blu“, „Aida Stella“, „Aida Luna“, „Aida Perla“, „Aida Sol“, „Aida Prima“ und „Aida Mar“ ein wahres Toiletten-Desaster.

Denn: Seit August 2018 grassieren auf mindestens sieben Aida-Kreuzfahrtschiffen Magen-Darm-Viren. Und immer mehr Betroffene melden sich beim reisereporter, berichten von ihrem Virus-Horror auf der Aida-Kreuzfahrt.

300 Norovirus-Fälle auf der „Aida Prima“

Michaela und ihr Freund waren vom 22. bis 29. September mit der „Aida Prima“ unterwegs – und zwei der rund 300 Urlauber, die sich mit dem hochansteckenden Norovirus infizierten. Vier von sieben Tagen verbrachten sie in Quarantäne auf ihrer Kabine und „mussten die unverschämt hohe Arztrechnungen“ bezahlen.

Sie schrieben eine Mail an die Reederei, beschwerten sich. Michaela: „Wir bekamen eine Antwort – diese Erkrankungswelle sei ein Lebensrisiko der Reisenden und nicht auf Aida zurückzuführen.“ Eine geforderte Ausgleichszahlung gibt es nicht. Aber: „Sie würden uns eine Überraschung zukommen lassen. Ich will ja nicht undankbar sein, aber das ist eine Frechheit.“

Einschränkungen für Nicht-Erkrankte auf der „Aida Mar“

Erik war mit Frau und Tochter vom 3. bis 10. November auf der „Aida Mar“, steckten sich aber nicht mit den grassierenden Magen-Darm-Viren an Bord an. „Aber wir hatten deutliche Einschränkungen“, erklärt Erik.

Er fand die „Informationspolitik schlecht“ – vor allem, da seine Tochter herzkrank ist. Erik: „Das Infektionsrisiko beziehungsweise der Verlauf ist bei meiner Tochter deutlich schlimmer, als bei gesunden Kindern.“ Aida, so sagt er, habe abgewiegelt. Erik: „Sie sind sich keiner Schuld bewusst.“

Dauer-Virus-Alarm auf der „Aida Stella“

Regina findet sogar deutlichere Worte: „Die Anzahl der Erkrankungen auf Aida-Schiffen halte ich für ziemlich merkwürdig.“ Sie beliest sich aktuell in Kreuzfahrt-Foren, um sich auf ihre Reise mit der „Aida Stella“ zu informieren, am 30. Dezember soll es losgehen. „Auf der ‚Aida Stella‘ ist dieses Jahr schon zweimal der Norovirus ausgebrochen. Leider haben wir unsere Kreuzfahrt schon gebucht. Aber wir wissen schon heute, dass das definitiv unsere letzte Aida-Reise ist.“

Die Reederei wiegelt nach wie vor ab

Schon mehrfach hat der reisereporter Aida mit den Erlebnissen und sich daraus resultierenden Fragen kontaktiert. Die Reederei hat keine einzige der Fragen beantwortet und geht nicht auf die Fälle ein – sondern weist jede Schuld von sich.

Schriftlich erklärt das Unternehmen: „Nach der letzten Welle in den Sommermonaten treten aktuell in Deutschland wieder verstärkt unterschiedliche Magen-Darm-Erkrankungen auf.“

Weiter: „Bereits vor Reiseantritt empfehlen wir unseren Gästen, unsere Einreise- und Gesundheitsempfehlungen gründlich zu lesen und im Zweifel vor Reiseantritt den Hausarzt zu konsultieren.“

Leider könne man „es trotzdem nicht vermeiden, dass der eine oder andere Gast seine Reise mit einer Erkrankung antritt. Prävention ist das oberste Gebot. Wir leiten umgehend erhöhte Hygienemaßnahmen ein, sobald sich Passagiere mit ersten Symptomen, die den Verdacht auf eine Magen-Darm-Infektion nahelegen, bei uns im Bordhospital melden. Sollte dies der Fall sein, informieren wir selbstverständlich umgehend proaktiv unsere Gäste an Bord.“

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