Kein Rollstuhl an Bord: Gelähmter Passagier muss in Flasche pinkeln

Kein Rollstuhl an Bord: Gelähmter muss in Flasche pinkeln

Unfassbar: Ein gelähmter Passagier wurde von Flugbegleitern während eines siebenstündigen Fluges dazu aufgefordert, auf seinem Sitzplatz in eine Flasche zu pinkeln – weil kein Rollstuhl an Bord war.

Ein gelähmter Passagier war auf einem Flug mit Flydubai dazu gezwungen, auf seinem Sitzplatz in eine Flasche zu pinkeln. (Symbolfoto)
Seine Reise mit Flydubai wurde für einen gelähmten Passagier zum beschämenden Erlebnis. (Symbolfoto)

Foto: imago/Aviation-Stock

Darren Belling fühlt sich „gedemütigt“. Der 52-jährige Australier war mit seiner Mannschaft zur Para-Eishockey-Weltmeisterschaft nach Finnland gereist – und holte dort sogar eine Medaille. Doch der Hinflug mit der Billig-Airline Flydubai war ein echtes Desaster und hinterlässt nach der erfolgreichen WM einen schalen Beigeschmack.

Flydubai hatte keinen Rollstuhl an Bord

Während des siebenstündigen Fluges von Dubai nach Helsinki im Oktober drückte Darren irgendwann die Blase und er bat die Flugbegleiter um einen Rollstuhl, um zur Toilette fahren zu können. Die schockierende Antwort: „Sie sagten mir, dass sie keine Rollstühle an Bord transportieren. Ich sollte einfach an mich halten“, sagte Darren dem britischen Sender „BBC“.

Statt Bordtoilette: Flugbegleiter bringt Rollstuhlfahrer eine Flasche 

Das ließ der 52-Jährige nicht auf sich sitzen und diskutierte mit der Crew. Daraufhin habe ihm ein Flugbegleiter eine leere Flasche gebracht, in die er pinkeln sollte. „Er brachte die Flasche und sagte dann: ‚Du musst eine Decke kaufen‘“, so Darren gegenüber „9 News Australia“. Darunter sollte sich Darren erleichtern, ohne dass andere Passgiere oder Flugbegleiter dabei zusehen.

Gelähmter muss unter einer Decke in Flasche pinkeln

Darrens Reaktion: „Warte, das ist doch nicht mein Problem und auch nicht meine Schuld, dass ich keinen Zugang zur Toilette bekomme.“ Doch den Flugbegleiter habe das nicht interessiert, er habe weiterhin darauf bestanden, dass der 52-Jährige für mehrere Euro eine Decke kaufte. 

„Ich konnte einfach nicht glauben, wie ich behandelt wurde“, sagt Darren. „Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Du hast eine Behinderung und einige Menschen und Unternehmen besitzen keine Empathie und behandeln dich anders.“

Auf dem Rückflug wird der Rollstuhl zurückgelassen

Damit nicht genug. Auch der Rückflug mit Emirates nach der Weltmeisterschaft verlief nicht problemlos. Nach der Landung in Brisbane wurde ihm mitgeteilt, dass sein Rollstuhl nicht im Flugzeug mitgekommen war. „Sie sagten, im Frachtraum sei nicht genügend Platz gewesen“, so Darren. 

Der Australier war gewzungen, sich einen Rollstuhl zu leihen, um nach Hause zu kommen. Sein eigener kam zwei Tage später an – beschädigt.

Darren nahm zu beiden Airlines Kontakt auf. Er wolle Flydubai sogar helfen, integrativer zu werden. Denn die Art und Weise, wie er auf den Flügen behandelt worden sei, reiche aus, um Menschen davon abzuhalten, das Haus verlassen zu wollen.

Flydubai entschuldigte sich bei Darren – es sei der Airline wichtig, alle Passagiere „mit Sorgfalt und Respekt“ zu behandeln. „Wir haben mit Herrn Belling gesprochen und nehmen sein Feedback sehr ernst. Eine intensive Untersuchung ist im Gange, um zu verstehen, wie dies geschehen konnte“, sagte ein Flydubai-Sprecher der „BBC“.

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