Nach Notlandung: Air-France-Passagiere sitzen 3 Tage in Sibirien fest

Notlandung: Passagiere sitzen 3 Tage in Sibirien fest

Mit Rauch in der Kabine musste eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Paris nach Shanghai in Sibirien notlanden. Und dort war für die knapp 300 Passagiere erst mal Endstation, sie saßen drei Tage fest.

Die Air-France-Passagiere strandeten in Irkutsk in Sibirien.
Die Air-France-Passagiere der Boeing 777 strandeten in Irkutsk in Sibirien.

Foto: Twitter.com/Serio Paini

Sie wollten eigentlich nach Shanghai, doch stattdessen strandeten die 282 Passagiere des Air-France-Fluges AF116 gut 2.700 Kilometer Luftlinie entfernt in Irkutsk. Bei frostigen minus zwölf statt der erwarteten plus 16 Grad.

Ein beißender Geruch und leichter Rauch in der Kabine hatten die Piloten der Boeing 777 am Sonntag zu einer Landung in der sibirischen Stadt gezwungen. Und damit begann für die Fluggäste eine Odyssee: drei Tage in „Hotel-Arrest“.

Gestrandet: Air-France-Passagiere dürfen Hotel in Irkutsk nicht verlassen

Einer der gestrandeten Passagiere erzählte dem Radiosender Radio France, dass russische Sicherheitsbeamte die Reisenden und die Crew nach der Landung zu einem Hotel eskortiert hätten. Ihre Pässe seien einbehalten worden und zu ihrem Gepäck hätten sie keinen Zugang mehr gehabt. Die Begründung der russischen Behörden lautete nach einem Bericht des „Independent“, dass die Passagiere keine Visa gehabt hätten.

„Während die Pässe der Passagiere konfisziert wurden  und sie im Hotel ‚gefangen gehalten‘ werden, profitiert die Crew davon und geht in ein kleines Restaurant in der Stadt. Kein Respekt“, twitterte ein weiterer Passagier, Kevin Ohayoun.

Air France schickte ein Ersatzflugzeug, ebenfalls eine Boeing 777, die am Dienstagmittag von Irkutsk nach China starten sollte. Aber: Die hatte technische Probleme aufgrund der Minusgrade. Die Hydrauliksysteme wollten nicht so, wie sie sollten.

Ersatzmaschine hat technische Probleme und darf nicht starten

Die Passagiere mussten, nachdem sie mehrere Stunden am Flughafen ausgeharrt hatten, zurück ins Hotel. Inzwischen hatten sie zwei Tage bei Minusgraden festgesessen und durften nicht einmal ihre Unterkunft verlassen.

Erst die nächste geschickte Boeing 777 hatte Erfolg und brachte die Fluggäste am Mittwoch nach Shanghai. Dort landeten sie mit 68 Stunden Verspätung.

Air France entschuldigte sich für den Vorfall, die Passagiere sollen Entschädigungen erhalten.

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