Magen-Darm-Virus auf Kreuzfahrt: Aida-Passagiere klagen an

Norovirus auf Kreuzfahrt: Aida-Passagiere klagen an

Nach dem Norovirus-Alarm auf der „Aida Prima“ und der „Aida Sol“ verbrachten jetzt auch Passagiere der „Aida Mar“ ihre Kreuzfahrt in Quarantäne. Schuld daran: ein Magen-Darm-Virus. Die Passagiere sind wütend.

Alexander und seine Freundin waren mit der „Aida Mar“ auf Kreuzfahrt – und erheben schwere Vorwürfe.
Alexander und seine Freundin waren mit der „Aida Mar“ auf Kreuzfahrt – und erheben schwere Vorwürfe. (Symbolfoto)

Foto: imago/Reinhard Balzerek; imago/PhotoAlto (Fotomontage)

Erst der Norovirus-Ausbruch auf der „Aida Prima“, bei dem sich mindestens 300 Kreuzfahrtpassagiere ansteckten, dann die Magen-Darm-Erkrankten auf der „Aida Sol“ – und jetzt: Brechdurchfallalarm auf der „Aida Mar“!

Alex (22) und seine Freundin, die beide anonym bleiben wollen, haben sich an den reisereporter gewandt. Sie zahlten 1.400 Euro für die Metropolenkreuzfahrt auf der „Aida Mar“. Was sie bekamen: Vier von sieben Tagen in Quarantäne, trockenes Brot und Suppe aufs Zimmer – und eine Rechnung des Kreuzfahrt-Krankenhauses über 200 Euro.

Magen-Darm-Virus auf Kreuzfahrt mit der „Aida Mar“

„Wir sind am Samstag in Hamburg aufs Schiff gegangen, und nach einem Seetag am Sonntag gab es am dritten Tag direkt Durchsagen, dass Magen-Darm rumgeht, die Hygienemaßnahmen erhöht werden müssen“, sagt Alex. Wenig später verschwanden Besteck und Tischdecken aus den Restaurants.

„Am Dienstag hatte es mich dann auch erwischt“, so Alex. Er muss sich übergeben, ihm ist schwindlig. Seine Freundin bringt ihn ins Aida-Schiffskrankenhaus. „Ich habe drei Stunden lang eine Infusion bekommen – und eine Rechnung dafür über 200 Euro.“

Quarantäne und trockenes Brot auf Aida-Kreufahrt

Danach hieß es: Quarantäne – für ihn und seine Freundin. „Wir bekamen Brot, Salat und Teebeutel aufs Zimmer gebracht, durfen die Kabine nicht mehr verlassen.“ Essen habe es nur einmal morgens gegeben, sagt er.

So bekamen Alex und seine Freundin das Essen aufs Zimmer.
So bekamen Alex und seine Freundin das Essen aufs Zimmer. Foto: privat

Vier Tage sei das so gewesen. Spa-Besuche, Ausflüge und Restaurantreservierung mussten gecancelt werden. „Das ist ein kaputter Urlaub. Und ein wirklich teurer Toilettentrip“, urteilt Alex gegenüber dem reisereporter.

Er ist wütend, sagt: „Das Problem ist ja, dass man immer nur Standardantworten bekommt, wenn man die Aida-Crew dazu anspricht: Das seien Einzelfälle, die verschärften Hygienemaßnahmen reine Sicherheitsmaßnahmen. Davon bekomme ich meinen Urlaub aber auch nicht wieder.“

Kreuzfahrtpassagier fühlt sich von Aida-Crew im Stich gelassen

Alex will Aida nicht allein die Schuld an dem Virusproblem geben: „Da steht überall, dass man sich die Hände desinfizieren soll. Das macht leider kaum jemand. Im Gegenteil: Die Leute greifen mit den Händen ins Buffet.“ Allerdings: „Ich verstehe halt auf der anderen Seite auch nicht, warum Aida da nicht früher was macht.“

Alex und seine Freundin hatten dasselbe Problem bereits im Sommer auf der „Aida Stella“ – waren aber „zum Glück nicht betroffen“. Trotzdem litt die zweiwöchige Kreuzfahrt unter den Umständen.

„Und der General Manager sagt mir am Freitag, es habe seit Monaten keine Fälle gegeben. Das ist ja nachweislich nicht wahr!“, sagt Alex. Und weiter: „Die Frage ist ja: Warum immer bei Aida, aber nie auf anderen Schiffen?“

Aida kommentiert das Norovirusproblem auf ihren Schiffen nicht

Eine Frage, die der reisereporter bereits mehrfach an die Aida-Reederei geschickt hat. Dazu teilt Aida schriftlich nur mit, dass ihre Schiffe „strengsten Hygienestandards“ unterliegen, die Maßnahmen „sowie kontinuierlichen Kontrollen“ über den „an Land gültigen Vorschriften“ liegen.

Zur Magen-Darm-Virus-Problematik auf der „Aida Mar“ schreibt die Reederei: „Im übrigen erlauben Sie uns den Hinweis, dass wir nicht bestätigen können, dass es sich um Norovirus handelte und auch kein dementsprechender Hinweis an die Passagiere ausgeteilt wurde.“

Aida-Passagier: „Wir buchen jetzt erst mal nur noch Mein Schiff oder MSC“

Alex will „auf jeden Fall“ noch einmal versuchen, mit Aida über eine Erstattung zu sprechen. „Auf dem Schiff hieß es, da sei nichts zu machen. Aber das kann nicht sein, das macht einen doch wütend. Deshalb tauschen wir uns auch mit anderen Betroffenen bei Facebook aus“, sagt er.

So oder so sei für ihn aber erst mal klar: „Wir werden jetzt lieber vorerst mit Mein Schiff oder MSC fahren. Da gibt es nämlich nicht auf jeder Kreuzfahrt ein Magen-Darm-Problem.“

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