Mit „Aida Bella“ durch Asien: 3 Länder in 2 Wochen I reisereporter.de

3 Länder in 2 Wochen: Mit der „Aida Bella“ durch Asien

Tempel in Thailand, Hochhäuser in Singapur und Kolonialarchitektur in Malaysia: Die „Aida Bella“ bringt 2.000 Passagiere in ferne Welten und bietet nebenbei viel Unterhaltung und Abwechslung an Bord des Schiffes.

Auf dem Sonnendeck der „Aida Bella“ lassen sich die Seetage genießen.
Auf dem Sonnendeck der „Aida Bella“ lassen sich die Seetage genießen.

Foto: Conrad von Meding

So sanft, wie das Schiff übers Meer geglitten ist, so sanft legt es am Pier an. Ein leichtes Vibrieren geht durch den riesigen Stahlrumpf, dann lockt an Land die nächste Entdeckertour. Singapur, Malaysia, Thailand sind die Ziele. Bangkok, Kuala Lumpur, Phuket. Klingende Städtenamen, bequem vom schwimmenden Hotel aus erkundet.

14 Tage Asien mit der „Aida Bella“ – das ist ein Erlebnis der Gegensätze. Glitzernde Städte und geschützte Naturreservate, Nachtbars und Tempel, Schnellbootausflüge und Radtouren, scharfe Speisen und exotisches Obst.

Kreuzfahrten ist ein Massenmarkt

Längst ist die Zeit vorbei, als Kreuzfahrten Luxustouren für die Oberschicht waren. Unternehmen wie Aida haben dazu beigetragen, das Fernfahrterlebnis auf hoher See zu demokratisieren – nicht nur, indem es finanziell erschwinglich wurde. Entschlackt von allerlei Chichi und Dünkel, ist die Kreuzfahrt massenkompatibel – und eine bequeme Art, Gegenden der Welt zu erkunden, die man sich sonst nur mühsam in selbst organisierten Touren erschließen könnte.

Gut 2.000 Gäste sind unterwegs an Bord der „Aida Bella“, viele von ihnen nicht zum ersten Mal: Sie schätzen den Komfort an Bord und die Freiheit, ihre Ausflüge an Land entweder selbst organisieren oder auf vorbereitete Exkursionen zurückgreifen zu können.

Programm reicht von sportlichen Angeboten bis zu Kultur

Das Programm ist vielfältig: Die Passagiere können auf Treckingrädern durch das Naturreservat Langkawi radeln, um Wasserbüffel und regenwaldähnliche Vegetation zu beobachten. Oder in Kuala Lumpur mit dem Hochgeschwindigkeitsaufzug auf die oberste Etage der höchsten Zwillingstürme der Welt hinaufrauschen: Von den Petronas-Towers lässt sich aus 370 Metern Höhe der Blick hinab auf andere Hochhäuser genießen.

Mit Dreiradrikschas durch das beschauliche Georgetown chauffiert werden, Kolonialarchitektur der Briten bestaunen und auf dem Markt eine frisch vom Baum geerntete Kokosnuss kosten.

Oder an den Barküchen in Bangkoks Chinatown Geflügelspieße mit scharfem Reis probieren. Richtig ist: All das wäre auch als Individualtourist möglich – würde aber aufwendige Vorplanung bedeuten und ständigen Hotelwechsel mit Kofferpacken.

Der Vorteil am Kreuzfahrtschiff: Die schwimmende Unterkunft bringt die Passagiere zur Destination – und ist zugleich auch selbst eine Attraktion.

Aida: Viele Passagiere kommen gern wieder

Für Renate und Werner Menze aus Berlin-Steglitz (beide 83) ist es seit 2002 schon die neunte Aida-Tour. Sie gehören zu den ältesten Mitreisenden und waren mit Aida schon in New York und Dubai, zuletzt mit Tochter und Enkelin bei einer Kanaren-Kreuzfahrt.

Die zwei unternehmungslustigen Senioren loben das All-inclusive-Konzept und die Vielfalt der Restaurantangebote: „Da findet man immer einen Platz.“

Renate und Werner Menze aus Berlin genießen bereits ihre neunte Aida-Tour.
Renate und Werner Menze aus Berlin genießen bereits ihre neunte Aida-Tour. Foto: Conrad von Meding

Sieben Restaurants gibt es an Bord der „Aida Bella“. Bei vieren davon sind Essen und Trinken im Reisepreis inbegriffen: reichhaltig Fleisch und Gemüse, Obst und Käse in den Büfettrestaurants sowie eine Pizzeria. In drei weiteren Bordrestaurants gibt es Essen à la carte von Sushi bis zum Sechs-Gänge-Menü, wobei Letzteres auch nur 36 Euro kostet. Schließlich sei, sagt Chefkoch Sascha Quast, ja ein Teil des Essenspreises bereits mit dem Kreuzfahrtpreis abgegolten.

Asien-Kreuzfahrt statt Urlaub an der Nordsee

Marion (52) und Enno Bloch (58) sind Nordseeurlauber. Eigentlich. Föhr ist ihre Lieblingsinsel. Und jetzt Asien per Kreuzfahrtschiff? „Wir waren gespannt – und finden es toll“, sagt Marion Bloch. Die jüngere Tochter war zuvor für drei Monate in Südostasien, allerdings mit Rucksack und als Mitarbeiterin eines sozialen Projekts auf Bali. „Ihre Fotos und Berichte haben uns neugierig gemacht“, sagt Marion Bloch.

Was dann folgte, ist typisch für deutsche Kreuzfahrtkunden. Zunächst hat das Ehepaar aus Delmenhorst bei Bremen eine Europatour gebucht. Häufig werden zunächst Reisen auf dem Mittelmeer oder, wie im Fall der Blochs, auf der Ostsee gebucht. „Wir wollten erst mal ausprobieren, wie das so ist auf einem großen Schiff“, sagt Enno Bloch. „Und ob wir seefest sind“, fügt seine Frau hinzu.

Aida-Passagiere kommen leicht miteinander in Kontakt

Die Gespräche mit den Mitreisenden an den Restauranttischen gefallen dem Ehepaar gut, man hat sich dort sogar schon spontan verabredet und ist abends mit der S-Bahn zum Stadtbummel vom Schiff nach Singapur gefahren. Das tanzbegeisterte Paar schätzt die Tanztreffs an Bord und die Vorträge, die es jeweils am Vortag als Vorbereitung für neue Destinationen auf der Theaterbühne gibt.

Was ihnen nicht so gut gefällt? „Diese typisch deutsche Angewohnheit, auf dem Sonnendeck frühmorgens mit Handtüchern die Liegen zu blockieren“, sagen beide. „Viele haben sich dafür sogar extra Wäscheklammern mitgebracht und belegen stundenlang Liegen, die sie gar nicht nutzen.“

2.000 Passagiere, dazu gut 600 Crewmitglieder – das erfordert eine fein abgestimmte Logistik. Chefkoch Sascha Quast geht in Singapur auf den Markt, um frischen Fisch zu holen (wer will, kann ihn begleiten – auch das ist ein buchbarer Aida-Ausflug).

Unterdessen werden Frischwaren in neun Überseecontainern an Bord gebracht. „Wenn wir uns vor Ort versorgen müssten, würden wir ganze Käsetheken leer kaufen“, sagt Thomas Scharfenberg (55), General Manager auf der „Aida Bella“.

Wenn wir uns vor Ort versorgen müssten, würden wir ganze Käsetheken leer kaufen.

Chefkoch Sascha Quast

Fast rund um die Uhr wird in den Großküchen im Schiffsbauch gewerkelt und vorbereitet. 10.000 Mahlzeiten werden täglich zubereitet. Versorgungsengpässe könne man sich als Reiseanbieter nicht leisten, sagt Kapitän Erik Kirchner (47): „Unsere Gäste wollen sich wohlfühlen.“

Und essen ist wichtig, gerade für die Deutschen: Oft stehen schon 30 Minuten vor Restaurant-Öffnung ganze Pulks von Passagieren in Warteposition. Eigentlich unnötig, denn die Büfetts werden ständig aufgefüllt.

„Aida Bella“-Chefkoch Sascha Quast gibt während der Reise Kurse im Steakbraten („Alles unter vier Zentimeter ist Carpaccio“).
„Aida Bella“-Chefkoch Sascha Quast gibt während der Reise Kurse im Steakbraten („Alles unter vier Zentimeter ist Carpaccio“). Foto: Conrad von Meding

Vier reine Seetage umfasst die zweiwöchige Reise – Zeit für Wellness und Sonnenbaden an Bord, nachts locken wahlweise Discoabende in der Ocean-Bar oder sanfte Pianoklänge, aufwendige Bühnenshows im gläsernen Mittelschiff oder ruhige Gespräche mit Mitreisenden an der Reling. Wenn das Wetter mitspielt.

Wir haben Glück, es ist nur manchmal etwas diesig, und in Kuala Lumpur fällt ein kurzer, kräftiger Regen. Die Vorgängerreise auf fast identischer Route war stürmischer: Windstärke acht, dazu sechs Meter Wellengang, verrät Kapitän Kirchner. Die Restaurants seien da, nun ja, zuweilen etwas leerer gewesen.

Reise bietet viele unterschiedliche Höhepunkte

Die Höhepunkte der Reise? Das entscheidet jeder für sich. Das Ehepaar Bloch aus Delmenhorst hat die Rikschatour durch das koloniale Georgetown genossen. Viele waren fasziniert von einem Phänomen in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur: Der Fluss in der Innenstadt war komplett zugenebelt.

Kein Naturphänomen, wie die Stadtführerin aufklärt: „It’s to beautify the city“ – es soll die Stadt verschönern. Kuala Lumpur heißt „Zusammenfluss der schlammigen Flüsse“, und damit die Touristen all den Unrat in dem braunen Wasser nicht sehen, spenden Hunderte Nebeldüsen an den Ufern mitleidig Sichtschutz.

Außergewöhnliche Taktik: Damit Besucher von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur den Dreck im Fluss im Stadtzentrum nicht sehen, wird der Fluss zugenebelt.
Außergewöhnliche Taktik: Damit Besucher von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur den Dreck im Fluss im Stadtzentrum nicht sehen, wird der Fluss zugenebelt. Foto: Conrad von Meding


Ganz anders Singapur. Noch in den Fünfzigerjahren gab es zahlreiche Häuser mit Plumpsklos in dem Stadtstaat. Heute glitzern die Bürotürme in der Innenstadt, da wirken die Garküchen am Old Market und in Chinatown fast wie Folklore.

Wer will, besucht die drei gigantischen Hochhäuser der Marina Bay Sands mit dem stilisierten Bootskörper auf dem Dach oder den botanischen Garten mit seinen riesigen Gewächshäusern, die wie gläserne Ufos nach Bruchlandung aus dem aufgeschwemmten Neuland ragen.

Nach Einbruch der Dunkelheit gibt es ein Laserspektakel im Althafen – ein willkommener Wow-Effekt für Kreuzfahrtfans.

Marina Bay Sands und ein spektakulärer botanischer Garten: Singapur beeindruckt auf vielfältige Art.
Marina Bay Sands und ein spektakulärer botanischer Garten: Singapur beeindruckt auf vielfältige Art. Foto: Conrad von Meding


Auf Phuket beeindruckt der Big Buddha, das 45 Meter hohe Monument leuchtet dank weißer Marmorplatten weithin. Kurios: Überall gibt es Buddha-Nippes zu kaufen, aber auf dem Weg zum Flughafen in Bangkok warnen riesige Plakatwände: „Buddha is not for decoration“ – wer den Glauben ernst nehme, dürfe die Gottheit nicht als Dekorationsobjekt missbrauchen.

Die Welt ist auch in Asien voller Widersprüche. Als europäischer Urlauber muss man sie nicht aufheben – man darf sie genießen.

Tipps für deine Reise mit Aida

Anreise: Start und Ziel der Aida-Kreuzfahrten ab Bangkok ist der Hafen Laem Chabang. Direktflüge nach Bangkok gibt es aus Deutschland etwa von den Flughäfen Berlin, Frankfurt am Main, München oder Düsseldorf. Man kann die Flüge direkt mit der Aida-Tour buchen – oder auf eigene Faust im Reisebüro oder Internet nach passenden Angeboten suchen. Etliche Gäste nutzen die Gelegenheit und organisieren sich vor oder nach der Reise noch Aufenthalte in Bangkok oder Rundreisen durch Thailand.

Das Schiff: Die „Aida Bella“ ist das fünfte Schiff der Aida-Flotte. Sie bietet auf 13 Decks Platz für etwa 2.000 Passagiere. Im April 2008 wurde das Schiff in Dienst gestellt. An Bord gibt es sieben Restaurants und elf Bars.

   

Die Reise wurde unterstützt von Aida Cruises. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

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