Typisch Frankreich

Franzosen wissen einfach, wie es geht – „Savoir-vivre“ nennen sie das. Aber was meinen sie damit? 5 Dinge, die typisch sind für Frankreich.

Rotwein und Baguette sind meist ein fester Bestandteil einer französischen Mahlzeit.
Rotwein und Baguette sind meist ein fester Bestandteil einer französischen Mahlzeit.

Foto: pixabay.com/Jill Wellington

1. Dem Spender gehört die Spitze

Baguette. Natürlich. Das ist typisch französisch. Nur wusstest du auch, dass dem, der die lange „Flûte“ morgens, mittags oder abends (Baguette geht nämlich immer) vom Bäcker holt, das Recht auf eine Spitze vorbehalten ist? Ein typisch französisches Baguette kommt niemals heil zu Hause an. Eine Spitze ist ab – mindestens. Aber wer auch die zweite vorher abbeißt, hat keine Manieren.

Ein Rezept für original französisches Baguette:

 

2. Streiken geht auch feiertags

Neudeutsch könnte man „Savoir-vivre“ mit französischer Work-Life-Balance übersetzen. Die Franzosen haben sich nie so für die Arbeit vereinnahmen lassen wie wir und streiken daher aus Prinzip. Besonders hartnäckig nach 2004, als der Pfingstmontag als Feiertag abgeschafft wurde, um Geld für die Sozialkasse zu sparen.

Aber was bei uns mit dem Buß- und Bettag funktioniert hat, ist in Frankreich schnell gestorben: Gerade mal ein Drittel schleppte sich am Pfingstmontag zur Arbeit, der Rest der Franzosen protestierte. So wurde er 2008 wieder angeschafft, der Feiertag. Aus Prinzip eben. 

 

3. Frankreich besteht aus Paris, Paris und… Provinz

Frankreichs Fixstern ist und bleibt Paris. Sechs Bahnhöfe schlucken täglich die Menschenmassen, die per Zug aus dem Ausland, also vor allem französischen Provinzen, anreisen, um die Stadt der Liebe zu sehen. Denn das ist Paris nicht nur für Ausländer. Auch der Franzose selbst liebt seine Hauptstadt von ganzem Herzen und definiert die eigene Größe über Eiffelturm, Louvre und Napoléon. Der geht immer. War schließlich auch klein und groß. Comme nous – wie wir! 

 

4. Franzosen sind schlechte Touristen

Eine alljährliche Umfrage unter Hoteliers ergibt immer wieder: Die Franzosen machen sich als Touristen nicht beliebt. Weil sie nicht bereit sind, eine andere Sprache zu sprechen als die eigene. Englisch? Sicher nicht! Wenn 90 Prozent der Welt vom Computer spricht, entgegnet der Franzose hartnäckig „Ordinateur“. Außerdem ist die Küche anderer Nationen unter der Würde des französischen Touristen. Da wird im bayerischen Biergarten schon mal gefragt, wann der Coq au vin neben die Haxen gestellt wird. Kann doch nicht sein, dass es nur Schweinkram gibt. 

#coqauvin

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5. Champagner, Käse, Rillettes, Salziges Karamell…

Die Franzosen sind Feinschmecker – und diese Freude an gutem Essen ist eines der wichtigsten Rezepte fürs „Savoir-vivre“. Mehr als 1.000 französische Käsesorten soll es geben, nur Perlwein aus der Champagne darf sich auch Champagner nennen und Karamell gibt es in jedwedem Aggregatzustand. Besonders köstlich ist es mit einer Prise Meersalz – natürlich auch eine französische Erfindung.


 

 

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Die Autorin
Alexa v. Busse hat erst als Flugbegleiterin, dann als Journalistin die Welt bereist. Liebt jedes Land – besonders die, in denen französisch gesprochen wird und Wein auch aus Tüten ... mehr
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