Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg verkauft Inventar für guten Zweck

Hotel-Verkauf: Sicher dir ein Stück Vier Jahreszeiten

Das Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg trennt sich vom Inventar: Rund 800 Stücke – von Kerzenhaltern bis zu Marmorsäulen – werden verkauft. Ein Stück Zeitgeschichte, ein Stück Grandhotel gibt’s ab 20 Euro.

Der Hoteldirektor des Vier Jahreszeiten hat auf dem Dachboden ausgemistet – 800 Inventargegenstände werden verkauft.
Der Hoteldirektor des Vier Jahreszeiten hat auf dem Dachboden ausgemistet – 800 Inventargegenstände werden verkauft.

Foto: Guido Leifhelm

Je luxuriöser und berühmter desto beliebter: Hotelgäste lassen gerne mal was aus dem Zimmer mitgehen. Im Vier Jahreszeiten in Hamburg dürfen Fans jetzt – ganz legal – Kronleuchter, Möbel, Spiegel, Kissen und Decken einpacken und damit auch noch etwas für den guten Zweck tun.

120 Jahre Hotel Vier Jahreszeiten: Da sammelt sich einiges an

In der 120 Jahre währenden Geschichte des Luxushotels Vier Jahrezeiten hat sich einiges angesammelt, änderten sich Stil und Anspruch, wurde ausrangiert und renoviert, fand Ausgedientes und doch Geliebtes seinen Gnadenplatz auf dem Dachboden.

Jetzt öffnet sich für einen kurzen Moment das Fenster in längst vergangene Zeiten, zeigen sich Opulenz und Grandeur dieser Hotelikone anhand von altem Mobiliar, das zum Teil noch aus der Gründerzeit stammt.

Das Hotel Vier Jahreszeiten existiert seit 120 Jahren.
Das Hotel Vier Jahreszeiten existiert seit 120 Jahren. Foto: Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg

Der Hoteldirektor hat den Dachboden ausgemistet

Hoteldirektor Ingo C. Peters war auf dem Dachboden seines Hauses und hat aussortiert: Rund 800 Stücke sollen am Freitag und Samstag in Hamburg neue Besitzer finden und möglichst viel Geld für ein Charityprojekt (Hamburg Leuchtfeuer) einbringen.

Über die wirklich einmalige Aktion sprach der reisereporter mit Leonie Weber, Marketing- & PR-Manager vom Vier Jahreszeiten:

Was lagert eigentlich alles so auf dem Dachboden eines Grandhotels wie dem Vier Jahreszeiten?
Leonie Weber: Kleine und große Schätze der vergangenen 120 Jahre – von einem historischen Kunstlager, zahlreichen Büchern über verschiedene Kronleuchter und Lampen bis hin zu Möbeln, Spiegeln, Kissen und Decken ist alles dabei. Die Stücke befanden sich in der Historie sowohl in den Zimmern und Suiten als auch in den öffentlichen Bereichen des Hotels.

Einige Einrichtungsgegenstände stammen sogar noch aus der Gründerzeit.
Einige Einrichtungsgegenstände stammen sogar noch aus der Gründerzeit. Foto: Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg

Das klingt nach einem fantastischen, verwunschenen Ort!

In der Tat. Als die Teile für den Charity-Verkauf ausgewählt wurden, kam das ein oder andere Juwel zum Vorschein – und damit verbundene Erinnerungen. Ein Spiegel beispielsweise, der in der Suite hing, die Maria Callas immer bezogen hat. Oder auch besonders liebevoll angefertigte Intarsientische, die einiges miterlebt haben.

Mobiliar mit Geschichte und Geschichten aus mehr als 100 Jahren.
Ehemalige Mitarbeiter, die beim Aussuchen geholfen haben, wussten wunderbare Anekdoten zu erzählen. Sie werden auch beim Verkauf dabei sein und ihre Erlebnisse teilen.

Nach welchen Kriterien wurden die Stücke für den Verkauf ausgesucht?

Wir wollten eine tolle Bandbreite an Liebhaberobjekten schaffen, die die vergangenen 120 Jahre widerspiegeln. Jedes Teil ist wie ein Relikt einer einzigartigen Hamburger Vergangenheit.

Gibt es ein Lieblingsstück?

Die Salonspiegel mit den vergoldeten Holzverzierungen sind ganz zauberhaft.

Was ist für jeden Vier-Jahreszeiten-Fan erschwinglich?

Zum Beispiel kleine versilberte Kerzenleuter mit HVJ-Prägung, die früher im Restaurant Haerlin standen, oder auch einige Fotografien. Die gibt es bereits ab 20, 30 Euro.

Stecken Hotelgäste noch immer gern Souvenirs wie Aschenbecher ein – oder hat sich das in den letzen Jahren gebessert?

Im Prinzip ist das mit einem Schmunzeln gesehen ja auch ein großes Kompliment, dass die Gäste alles lieben, was den HVJ-Namen trägt.

Gab es eigentlich auch Überlegungen, statt des Charityverkaufs das Inventar zu versteigern, wie es zum Beispiel das Ritz in Paris gemacht hat?

Wir haben uns sehr schnell für den Verkauf entschieden, schließlich haben viele Hamburger eine emotionale Bindung zu unserem Haus. Uns war wichtig, dass für den kleinen und für den großen Geldbeutel etwas dabei ist.

Warum ist der Inventarverkauf für den guten Zweck so einmalig?

120 Jahre Geschichte lassen sich eben nicht so schnell wiederholen. Der Grundgedanke dahinter ist, aus einzigartiger Historie etwas Neues zu schaffen und Gutes zu tun. Eine bessere Zukunft für Hamburg – und ein Stück Vier Jahreszeiten für Liebhaber zum Mitnehmen.

Mehrere alte Spiegel stehen zum Verkauf.
Mehrere alte Spiegel stehen zum Verkauf. Foto: Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg

Was vermuten Sie: Werden die Hamburger Schlange stehen?

Wir starten den Verkauf am Freitag um Punkt 11 Uhr und haben bereits vorab zahlreiche Anfragen, reservieren aber nichts. Ich persönlich würde gleich am Freitag vorbeischauen.

Fällt es den Mitarbeitern, vielleicht sogar Hoteldirektor Peters, schwer, sich von gewissen Objekten zu trennen?

Natürlich haben wir alle – und vor allem Herr Peters – Einzelstücke, mit denen wir besondere Momente verbinden. Umso schöner ist es zu wissen, dass es vielen Hamburgern ganz genau so geht. Eine Dame beispielsweise, die bei uns im Haus vor vielen Jahren einen Heiratsantrag bekam, freut sich, diesen Moment durch ein Stück Vier Jahreszeiten mit nach Hause nehmen zu dürfen. Das ist doch ein wunderbarer Grund, sich auch von einigen Herzensobjekten zu trennen.

   

Wer ein Stück Grandhotel-Geschichte kaufen und gleichzeitig Gutes tun möchte:

Der Charity-vrkauf des Vier-Jahreszeiten-Inventars findet am Freitag, 9. November, und am Samstag, 10. November, jeweils von 11 bis 17 Uhr im Museum für Hamburgische Geschichte statt. Der gesamte Erlös geht an ein neues Wohnprojekt der Organisation Hamburg Leuchtfeuer. 

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