In 100 Tagen um Großbritannien schwimmen – das war Ross Edgleys Ziel. Er startete seine Wahnsinnstour am 1. Juni am Strand von Margate im Südosten von Großbritannien. An diesem Sonntag ist er wieder in der Stadt angekommen, er hat damit als erster Mensch die Insel schwimmend umrundet.

Er brauchte allerdings 57 Tage länger als geplant und schwamm 183 Kilometer mehr. Doch Kälte, Strömungen, hohe Wellen und 37 schmerzhafte Begegnungen mit Quallen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Seine ersten Worte am Ziel: „Sorry, ich bin zu spät.“

Geschafft! Auf der letzten Meile wurde Ross von 300 Schwimmern und Schwimmerinnen begleitet.
Geschafft! Auf der letzten Meile wurde Ross von 300 Schwimmern und Schwimmerinnen begleitet. Foto: Red Bull

Ross Edgley schwimmt um Großbritannien und stellt vier Weltrekorde auf

Dem Weltrekord steht das aber nicht im Weg. Um genau zu sein, bekommt er sogar gleich vier Einträge im Guinnessbuch der Weltrekorde, sagt Sponsor Red Bull.

Weltrekord Nummer eins: Ross ist der erste Mensch, der die gesamte britische Südküste abgeschwommen ist. Weltrekord Nummer zwei: Es war die längste inszenierte Schwimmtour im Meer.  Weltrekord Nummer drei: Ross schwamm 900 Meilen (umgerechnet 1.448 Kilometer) in 62 Tagen. Weltrekord Nummer vier: Ross ist der erste Mensch, der rund um Großbritannien geschwommen ist.

Schwimmer Ross Edgley betritt nach 157 Tagen wieder Land

Nach 157 Tagen das erste Mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben war für den Sportler ein komisches Gefühl. „Ich hatte wirklich Angst, dass mir die Beine wegsacken und ich vor allen Leuten hinfalle“, sagte er dem Sender „Sky News“.

Jeden Tag schwamm Ross bis zu zwölf Stunden, begleitet wurde er von einem Katamaran, auf dem er auch schlief. Um die nötige Energie für die Tour zu bekommen, habe er mehr als 500 Bananen gegessen, berichtet die „BBC“.

Ross schwamm bis zu zwölf Stunden am Tag.
Ross schwamm bis zu zwölf Stunden am Tag. Foto: Red Bull

Die Reise sei ein Mix aus extremen Tiefpunkten – seine Zunge sei durch das Salzwasser „auseinandergefallen“, Quallen haben ihm ins Gesicht gestochen, sein Neoprenanzug scheuerte die Haut wund – und extremen Hochgefühlen – wie den „unglaublichen Sonnenauf- und -untergängen“ – gewesen. Während der Tour hielt er die Welt auf dem Laufenden, in einem Vlog und auf Instagram unter dem Hashtag „#GreatBritishSwim“.

Ist Ross Edgley schon auf der Suche nach dem nächsten Weltrekord?

Ross hat jetzt insgesamt sechs Einträge im Guinnessbuch der Weltrekorde. Im Jahr 2016 lief er einen Marathon und zog dabei ein 1,4 Tonnen schweres Auto hinter sich her. Und er hat sich so lange an Seilen hochgehangelt, bis er die Höhe des Mount Everest (8.848 Meter) erreicht hatte. Dafür brauchte er 19 Stunden.

Ob Ross schon den nächsten Weltrekord anvisiert? Tatsächlich sei er auf der Suche nach der nächsten Herausforderung, sagte der 33-Jährige. Und vom Schwimmen habe er auch nach 157 Tagen im Wasser noch nicht genug.