19 typische Touri-Ziele in Berlin

Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln und Prenzlberg? Von wegen! Das wahre Berlin tickt wo ganz anders. Hier kommt eine (nicht ganz ernst gemeinte) Auflistung der 19 typischen Touri-Ziele von Berlin.

Die Aussicht von der Siegessäule in Berlin
Die Aussicht von der Siegessäule in Richtung Brandenburger Tor

Foto: Ariane Fries

1. Berliner Fernsehturm

Schonmal vom Alex gehört? Ja? Toll! Der Alex ist jetzt auch nicht der Super-Geheimtipp. Trotzdem solltest du einmal oben gewesen sein, wenn du schon in Berlin bist. Die Aussicht von hier reicht über die ganze Stadt und ist besonders in den Abendstunden schön. Plan für die Warteschlange am Eingang aber ein bisschen Zeit ein. So wie bei Curry 36 oder Musti (heißt: Mustafas Gemüse Kebap). Oder in der Markthalle 9 am Samstag Mittag. Oder bei Beats and Burgers. Oder vorm Berghain. Oder...

 

2. Besuch der Reichstagskuppel

...oder beim Besuch des Reichtags! Nachdem du dir vom Fernsehturm aus einen guten Überblick verschafft hast, dementsprechend jetzt eigentlich schon Berliner geworden bist, empfehlen wir dir die Reichstagskuppel zu besichtigen. Auch wenn du mit Politik vielleicht nicht so viel am Hut hast (Liebe AFD-Fraktion, auch ihr seid jetzt natürlich gemeint!), die verglaste Reichstagkuppel ist ein Pflichtpunkt auf deiner super individuellen Berlin-Sightseeing-Liste.

#Reichskuppel# #Berlin# #Glas# #Architektur# wirklich ein tolles Bauwerk.

A photo posted by Liane Nagel (@lianenag) on

 

3. Karaoke im Mauerpark

Ditt is' Berlin, wa?! Egal ob jung oder alt, weiß oder schwarz, Nazi oder Die Partei, Mundgeruch oder Fönfrisur: Wenn im Mauerpark Flohmarkt ist, heißt das auch automatisch: KARAOKE! Hier kommt zusammen, was zusammen gehört. Berlins Paradiesvögel, Hipster die sich selbst beim "performen" minimal zu ernst nehmen und natürlich die guten alten Berlin-Weirdos, die du an jeder Straßenecke (und abends im Kumpelnest) triffst. So hörst du im einen Moment Adeles Rolling in the Deep perfekt auf den Punkt gesungen und im nächsten Moment eine nun ja, sagen wir einmal "künstlerische" Auslegung von Frank Sinatras My Way. Oder bist du inzwischen vielleicht schon so viel Berliner geworden, dass du crazy genug bist, um selbst zu "performen"?

Karaoke in Mauerpark

A video posted by Paul Victor Currie (@peeveesee) on

 

4. Tierpark

Nein, nicht Tiergarten. Tierpark! Ein tierisches Vergnügen: Im größten Erlebnis-Tierpark Europas haben über 6.500 exotische Tiere ihr (eingeperrtes) zu Hause. Wenn du also mal wortwörtlich die Nase voll vom Mief der Großstadt hast (und miefen kann Berlin teilweise recht gut. Eigentlich immer und überall, egal ob Räucherstäbchen in Kreuzberg, Dönergeruch am Cotti oder Keta-Kotze vorm Berghain), dann flüchte dich flink wie ein Wiesel in die Natur am östlichen Stadtrand und besuch' den Tierpark! Also quasi wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen. Sind auch Tiere. Verstehste? Kennste?

#tiergartenberlin #berlin #berlinerzoo #tiergarten #germany #deutschland #lion #loew #trip #animal #wildlife #wild

A photo posted by Marcin Leśniak (@quiden90) on

 

5. Tempelhofer Feld

Einfach nur superlässig abchillen, deine tägliche Yoga-Unit nach dem langen Tag im Irgendwas-Mit-Fintech-Startup mit anschließendem Soylent-Drink oder dein Power-Freeletics-Workout mit entsprechender medialer Begleitung auf Snapchat und Instagram unter dem Hashtag #healthyliving... Das "Tempelhofer Feld" des Flughafens Tempelhof (das ist der, der schon lange fertig ist) bietet dir dazu jede Menge Platz und vor allem Gleichgesinnte. Wo früher die Rosinenbomber landeteten, um die eingeschlossene Stadt zu versorgen, entspannt heute die hippe Elite der inneren Bezirke.

Something everyone should have experienced in #Berlin? Watching the sun set over #tempelhoferfeld

A photo posted by Tempelhofer Feld (@tempelhofer.feld) on

 

6. Holocaust-Mahnmal

Ihr kennt sie alle: Diese "lustigen" Bilder zwischen den erdrückenden Blöcken des Holocaust-Mahnmals. Es gibt eine ganz einfache Verfahrensweise bei solchen Bildern: Wenn sie von Fremden sind, ignorier' sie. Wenn einer deiner Freunde so ein Bild postet und dabei nicht die nötige Pietät an den Tag legt, weise ihn oder sie höflich darauf hin, dass das wirklich uncool ist. Wenn du selber in die Versuchung kommst, dort ein Touri-Foto zu schießen – lass es einfach.
Das Mahnmal ist, auch wenn es in dieser Liste erscheint, weder eine Attraktion, noch ein unterhaltsames Fotomotiv. Deshalb ist die Beschreibung dieses Listenpunktes auch humorlos. Ein Mahnmal soll mahnen. Mahnen, damit ein 6-millionenfacher Genozid nie wieder passiert. Bring' also den nötigen Respekt mit, aber streich' das Mahnmal auch nicht von deiner Liste. Die ständige und immerwährende Erinnerung an den Holocaust und dessen Gräuel ist der Auftrag dieser Stätte. Wenn du dich weiter über das Thema informieren möchtest, schau mal auf www.yolocaust.de vorbei, einem Projekt von Shahak Shapira, welches Anfang 2017 auf diese Thematik hinwies.

A photo posted by @luigiht on

 

7. Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor. Es ist ein Tor, es steht mitten in Berlin, es wird relativ oft fotografiert, oben drauf steht eine Quadriga, Design-Interessierte möchten das Logo des Tores im Bereich der BVG umgestalten lassen und kommen damit zu spät und zu Silvester ist das Tor immer im Fernsehen zu sehen. Außerdem hat es etwas mit Geschichte zu tun. Das musst du unbedingt sehen. Wirklich. Es ist ganz toll.

Second Day in Berlin #Berlin #brandenbrugertor #picoftheday

A photo posted by Frederic Brenner (@da_freddy97) on

 

8. Spree

Wenn du genau so viel Spaß wie 594 Junggesellenen-Abschiede pro Tag, 487 Regionalliga-Fußballer auf Mannschaftsfahrt am verlängerten Wochenende oder Fußballfans auf Auswärtsfahrt haben möchtest, dann musst du unbedingt eine Spreerundfahrt machen und dich auf dem Dampfer ordentlich betrinken. Während der Fahrt siehst du eigentlich alles was Berlin zu bieten hat, so dass ein weiteres Erkunden eigentlich gar nicht mehr lohnt. Mission accomplished, Heimreise kann angetreten werden!

 

9. Potsdam

Was wäre Berlin ohne seine sympathischen Nachbarn? Also jetzt einmal größer gedacht, als die aufgrund der dünnen Wände als eindeutig sexuell sehr aufgeschlossen zu bezeichende WG neben deiner 400-Euro-pro-Wochenende-Air-BnB-Butze am Bergmannkiez: Wir meinen natürlich Brandenb.. Ach nee. Potsdam. Niemand will nach Brandenburg. Außer Verliebte, Camper und Gurken-Freunde.

Potsdam aber ist direkt ums Eck, mit Öffis tatsächlich entspannt zu erreichen (und entspannt heißt in Berlin alles unter einer Stunde Fahrzeit) und die Stadt hat tatsächlich ein paar Ecken, die richtig schick sind. Zum Beispiel Sanssouci. Falls du in Berlin wohnst: Sanssouci kannst du übrigens auch gut mit deinen Eltern besuchen. Dann denken die, du hast dir in Berlin kulturelles Interesse angeeignet! #lifehack

#postdam #sanssoucipark #SchlossSanssouci #sanssoucipalace #germany #deutschland

A photo posted by Emre Kebabcı (@emrekebabci) on

 

10. Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie: Heute Drehort für zahlreiche Filme und Serien, war dieser neuralgische Punkt der Besatzungszone zwischen 1961 und 1990 einer der bekanntesten Grenzübergänge durch die Berliner Mauer. Du kannst hier tolle Fotos mit Schauspieler-Grenzsoldaten schießen, einen Souvenirshop leerkaufen oder ... Fotos machen. Wir wünschen dir ganz, ganz viel Spaß! (Der Ort ist geschichtlich tatsächlich relevant. Bei aller Ironie: Du solltest ihn schon auf deine Tagesliste setzen!)

 

11. Museumsinsel

Ein weiterer Punkt für den Tag mit dem Eltern-Trip nach Potsdam (in den du 10. Checkpoint Charlie übrigens auch gut integrieren kannst) ist die Museumsinsel in Berlin Mitte. Hier gibt es so viele Museen, dass du, solltest du wirklich kunst- und kulturinteressiert sein, hier theoretisch mehrere Tage verbringen könntest. Zudem taucht diese Insel in ungefähr jedem Reiseführer zu Berlin auf und deshalb muss sie auch hier erscheinen.

#winterinberlin

A photo posted by Rachel Martin (@rachmartrd) on

 

12. East Side Gallery

Psst. Ja, du. Genau. Komm mal näher! Absoluter Geheimtipp: Du magst Graffitis? Du magst #streetart? Alles was du an Tags und Kritzeleien findest, snapst du oder packst es sofort mit den Hashtags #thisisberlin und #inspiration in deinen Instagram-Feed? Du bist auch kulturell interessiert und magst urbane Entwicklung, gewürzt mit einer Prise Geschichte? Dann besuch' doch mal die East Side Gallery in Friedrichshain, unter coolen Berlinern kurz F-Hain genannt. Hier kannst du die 64 GB deines iPhone 6S oder deiner Canon EOS 7D in nullkommanix vollknipsen und hast dadurch genug Content, um die 120 Follower aus deiner alten Realschule, die immernoch in Mittweida festhängen, für die nächsten 4 Wochen zu unterhalten!

 

13. Der DIE WELT-Ballon

„The Sky is the limit!"

Nein, das ist kein Zitat eines hippen Unicorn-Gründers aus dem Rocket-Internet-Universum und auch der Abifahrt-Lloret-de-Mar-Schlager-Techno-Hit von DJ Antoine ist nicht gemeint. Es handelt sich tatsächlich um das Motto einer großen deutschen Tageszeitung, wenn es um Sichtbarkeit der eigenen Marke im Berliner Stadtbild geht. Netter Nebeneffekt: Wenn du noch höher hinaus willst, als du es bei der Alex-Besichtigung in Punkt 1 dieser Liste schon warst, schwebst du mit dem DIE WELT-Ballon schnell in ganz anderen Sphären.

#Weltballonberlin #berlin #visitberlin # berlim

A photo posted by Berlim Visitas Personalizadas (@berlimvip) on

 

14. Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Berlin bedeutet, dass du broke bist. Wenn du dazu noch auf Kunst abfährst, bist du eigentlich schon fast ein*e richtiger Berliner*in. Problem: Kunst ist oft nicht kostenlos, manchmal aber schon. Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, im ehemaligen Diakonissen-Krankenhaus am Mariannenplatz, kannst du Gleichgesinnte treffen oder, sollte das deine Priorität sein, weil du wirklich pleite bist, einfach für einige Zeit ein warmes und sauberes Dach über dem Kopf haben.

 

15. Ausflüge zum See

Liedzeilen wie „Pack die Badehose ein" (Conny Froboess & Schöneberger Sängerknaben) oder „...wie oft saß ich schon am Wannsee" (Westerland - Die Ärzte) beschreiben das Gefühl: Zwischen all dem Soja-Latte, Gentrifizierungswahnsinn, Start-Up-Life, Genderbewusstsein und Quinoa-Burgern zieht es selbst einen eingefleischten Neu-Berliner mal in die gute, bodenständige Natur. In diesem Fall heißt das: Wannsee, Müggelsee, Schlachtensee. Es ist nicht weit, du hast endlich mal Ruhe und der Ausflug ist weder uncool noch cool, weshalb dieser Punkt der Liste fast ohne Bewertung auskommt.

 

16. Berliner Unterwelten

Wo du sonst eher nur als Writer (Zeitungsdeutsch: „Graffiti-Künstler") hinkommst, um dich auf den geparkten Zügen der Berliner S-Bahn zu verwirklichen, kannst du jetzt mit einer Führung die Unterwelten von Berlin erkunden. Zugegeben: Die Tour ist wirklich cool, deshalb sollte an dieser Stelle auch jede Ironie mal außen vorgelassen werden. Termine und Informationen zu Preisen und Buchungen findest du hier.

#berlinerunterwelten#potsdamerplatz#berlin#potsdamerplatzvonunten#sbahnberlin

A photo posted by Christoph (@herr_k_aus_b_an_der_spree) on

 

17. Wochenendtipp Neuköllner Stoffmarkt

Stoff gibt es nicht nur im Görli! Am Maybach-Ufer in Neukölln findet immer samstags der Tuch- beziehungsweise Stoffmarkt statt. Wenn du dich also echt-berlinerisch individuell kleiden möchtest (und das meint nicht Friedrichshain-Schwarz), findest du hier die echten Schätze von Jungdesignern, Künstlern und kleinen Schneiderei-Werkstätten. Deiner Fantasie sind zwischen Togas, Tüchern und Talaren keine Grenzen gesetzt!

 

18. Hackescher Markt

Der Hackesche Markt ist wohl der bekannteste Hotspot für deinen Start ins Berliner Nachtleben. Wo früher Sumpfland war, versackst du heute maximal in einer der vielen Bars. Hier halten übrigens auch sechs verschiedene Nachtbusse, die dich „entspannt" zurück nach Hause bringen. Berlin zeigt sich in dem U-Bahn-Ersatzverkehr für gewöhnlich von seiner allerschönsten Seite. Versprochen.

 

19. Die Gärten der Welt

Asien-Rundreise, direkt in Berlin? Im Erholungspark Marzahn gibts China, Japan, Bali und Korea direkt neben italienischer Renaissance und einer Märchenlandschaft a la Gebrüder Grimm. Wenn du ganz verrückt bist, kannst du dein Glück auch im 1800m² großen Hecken-Irrgarten probieren. Falls du aber nach einem langen Wochenende in den Clubs der Stadt nach Vergebung und/oder Läuterung suchst, bist du im christlichen Garten genau richtig. Beschreite den Wandelgang, welcher Schatten von Bibelversen auf dein Antlitz wirft.

Marzahn is one of Berlin's most underestimated districts in my opinion.

A photo posted by Michael Schulz, Berlin (@berlinstagram) on

 

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Die Autoren
Melanie Höhn erkundet als rasende Reporterin Brandenburg, um dem Leser die spannenden Seiten dieses Bundeslandes näherzubringen. Sie hat schon bei Fachmagazinen, Nachrichtenagentur ... mehr
Medien-Nerd und Sneakersammler, sprich' mich auf Barcelona an, wenn du Fernweh-Monologe ertragen kannst. Mit mir kann man kochen und dabei über Gott und die Welt und Kneipenkultur ... mehr
#Trending
Zur
Startseite