Einmal im Leben auf dem höchsten Punkt der Welt zu stehen – das ist mittlerweile auch für manche Laienbergsteiger das Ziel aller Träume. Kein Wunder, denn neben dem scheinbaren Prestigegewinn ist natürlich auch die Aussicht vom 8.848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest unvergleichlich.

Zahlreiche Achttausender und unzählige Sechs- und Siebentausender liegen dir hier zu Füßen. Der Blick erstreckt sich vom kargen tibetischen Hochland über einen Großteil der vergletscherten Himalaya-Hauptkette bis in die grünen Niederungen des nepalesischen Südens.

Aufnahmen des kanadischen Bergsteigers und Filmemachers Elia Saikaly zeigen das einzigartige Panorama von den letzten paar Hundert Höhenmetern des Aufstiegs im Video:

Expeditionskosten: Mehr als 50.000 Euro

Auf Tibetisch heißt der Berg Qomolangma, Mutter des Universums. Und mit entsprechendem Respekt solltest du der Mutter des Universums auch begegnen – und eine Besteigung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn: Viele Laien haben völlig falsche Vorstellungen von Expeditionen und vom Himalaya generell. 

Eine Achttausender-Expedition ist nicht nur mit massivem Logistikaufwand verbunden, sondern kostet neben Zeit auch richtig viel Geld. Eine von großen Expeditionsveranstaltern organisierte „Rundum-sorglos-Expedition“ zum Mount Everest erleichtert dich beispielsweise um mehr als 50.000 Euro, wobei man je nach gewünschtem Komfort für diese etwa zweimonatige Unternehmung auch noch bedeutend mehr bezahlen kann.

Käse und Wein auf 5.000 Metern Höhe

Dabei nehmen die Ausmaße der möglichen Bequemlichkeiten mittlerweile teils absurde Ausmaße an. In den auf etwa 5.000 Metern gelegenen Basecamps am Fuß des Berges finden sich in mit Teppich ausgekleideten Großraumzelten gern auch mal Flatscreens und Billardtische sowie eine große Auswahl an unterschiedlichen Weinen, Bieren und Käsesorten aus aller Welt.

Man möchte eben selbst am höchsten Berg der Welt auf viele Annehmlichkeiten mittlerweile nicht mehr verzichten, so scheint es. 

Natürlich geht es auch anders, und dieser Komfort ist keineswegs die Regel, aber man hat zunehmend den Eindruck, dass heutzutage am Everest gut betuchte Hobbybergsteiger zahlreicher vertreten sind als professionelle Bergsteiger, die dem Berg mit dem nötigen Respekt begegnen.

Auch wenn das eine das andere nicht ausschließt, so begegnet man hier immer wieder Menschen, die vielleicht besser nicht über das bereits hier sehr spektakuläre Panorama des Basecamps hinaus hinaufsteigen sollten.

Camp auf ca. 5.000 Metern Höhe.
Blick vom tibetischen Basecamp zum Mount Everest im Abendlicht. Foto: Nils Peuse

„Cheaten“ in der Todeszone?

Viele „erschummeln“ sich den Gipfel zudem mit der Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff, wodurch der Berg auf etwa 7.000 Meter „zurechtgeschrumpft“ und zumindest in Teilen stark vereinfacht wird.

In professionellen Bergsteigerkreisen werden solche Besteigungen deshalb oftmals mit Argwohn betrachtet. Eine Besteigung „by fair means“, also ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff, ist bislang nur etwa 200 Menschen überhaupt gelungen.

Und das aus gutem Grund: In der sogenannten „Todeszone“ oberhalb von etwa 7.000 Metern hat der Körper keine Möglichkeit mehr, zu regenerieren. Durch den geringen Sauerstoffgehalt der Luft baut man hier unweigerlich ab, und das Risiko von Erfrierungen ist allgegenwärtig.

Daher findet ein Großteil aller Besteigungsversuche am Everest heute mit Sauerstoffflaschen statt.

Der höchste Berg der Welt steht (auch) auf Hawaii

Wenn du vielleicht nicht unbedingt direkt auf den Gipfel steigen möchtest und es dir auch ausreicht, den vom Meeresspiegel aus gerechnet höchsten Berg einfach nur mal aus nächster Nähe zu betrachten, dann lohnt sich ein vergleichsweise einfacher Trek vom nepalesischen Lukla zum Kala Patthar, einem 5.545 Meter hohen Aussichtshügel etwa zehn Kilometer Luftlinie entfernt vom Gipfel des Mount Everest.

Am höchsten Berg der Welt.
Blick vom Kala Patthar (5.545 Meter) in Nepal zur schwarzen Gipfelpyramide des Mount Everest. Foto: imago/Eibner Europa

Du willst trotzdem mal auf dem höchsten Berg der Welt stehen? Dann lohnt sich vielleicht eine Reise nach Hawaii.

Logistisch sehr viel einfacher, ungefährlicher und auch bedeutend günstiger ist nämlich die Besteigung des 4.205 Meter hohen Mauna Kea. Dieser Berg erreicht von seinem Fuß am Meeresgrund bis zum Gipfel gerechnet eine Höhe von 10.203 Metern und steckt den Mount Everest damit locker in die Tasche.