Er beschimpfte seine Sitznachbarin im Ryanair-Flugzeug als „hässlichen schwarzen Bastard“ und sagte: „Sprich nicht in dieser hässlichen fremden Sprache mit mir, du hässliche schwarze Kuh!“ (Sie hat einen jamaikanischen Akzent.)

Doch ein Rassist will Passagier David M. nicht sein. 

 Ich hatte in dem Moment nur einen Wutanfall, denke ich.

Passagier David M.

Er äußerte sich an diesem Freitagmorgen beim britischen Fernsehsender „ITV“, in dem Interview sagt er: „Ich habe wahrscheinlich ein wenig die Beherrschung verloren und ihr befohlen, aufzustehen.“ Und weiter: „Ich bin keineswegs ein rassistischer Mensch, ich hatte in dem Moment nur einen Wutanfall, denke ich.“

Ryanair: Rassistenpassagier entschuldigt sich bei Sitznachbarin

Dann wendet sich David M. direkt an die Betroffene: „Ich entschuldige mich für all die Sorgen, die du im Flugzeug und seitdem hattest.“

Die 77-jährige Delsie Gayle und ihre Tochter Carol sind in der Sendung zu Gast. Auf die Frage, ob sie die Entschuldigung annehme, sagt Delsie: „Ich glaube nicht. Man muss vergessen und vergeben, aber ich denke, es wird lange dauern, bis ich darüber hinwegkomme, was er mir angetan hat.“

Er würde solche Worte nicht sagen, wenn er kein Rassist wäre.

Tochter der Passagierin

Dann schildert sie noch einmal ihre Gefühle nach dem rassistischen Angriff: „Ich war so deprimiert, ich zitterte nur und alles, was ich seither getan habe, ist: weinen, weinen, weinen, weinen, weinen. Ich kann nicht schlafen.“

Ihre Tochter fügte hinzu: „Er sagt, dass er kein Rassist war – aber er würde solche Worte nicht sagen, wenn er kein Rassist wäre.“

Rassismusskandal: Ryanair wehrt sich gegen Vorwürfe 

Eine Woche nach dem Vorfall äußert sich auch Ryanair erstmals ausführlich. In einem schriftlichen Statement, das dem reisereporter vorliegt, verteidigt die Airline das Vorgehen der Flugbegleiter. Sie hätten die rassistischen Äußerungen nicht mitbekommen und an einen Streit zwischen Passagieren geglaubt.

Die Airline habe der Polizei eine Kopie des Videos zur Verfügung gestellt. Zudem habe man sich daraufhin schriftlich – per E-Mail und Brief – bei der Frau entschuldigt. Ein Verhalten wie das des Mannes werde nicht toleriert und mit lebenslangem Flugverbot bei Ryanair bestraft.