Nach Rassismus-Skandal im Flugzeug: Ryanair weist Vorwürfe zurück

Nach Rassismusskandal: Ryanair weist Vorwürfe zurück

In einem Ryanair-Flugzeug hatte ein Mann eine Passagierin als „hässlichen schwarzen Bastard“ beschimpft. Den Sitzplatz wechseln musste die Frau. Jetzt, eine Woche nach dem Vorfall, äußert sich Ryanair. 

Der Mann beschimpfte die schwarze Passagierin unter anderem als „hässlicher schwarzer Bastard“.
Der Mann beschimpfte die schwarze Passagierin unter anderem als „hässlicher schwarzer Bastard“.

Foto: Youtube.com/David Lawerence (Screenshot)

Der Rassismusskandal bei Ryanair am vergangenen Freitag schlug weltweit hohe Wellen: Ein Mann weigerte sich, im Flugzeug von Barcelona nach London neben einer schwarzen Frau zu sitzen – und beschimpfte sie aufs Übelste. Aber: Nicht er musste sich deshalb umsetzen, sondern die Frau. Das Kabinenpersonal hatte auch auf Forderungen anderer Passagiere, den Mann rauszuwerfen, nicht reagiert.

Ryanair hatte bis jetzt jegliche Stellungnahmen verweigert. An diesem Freitag nun bezeichnete die Airline die Äußerungen des Mannes als „bedauerlich und inakzeptabel“ und entschuldigte sich öffentlich bei der Frau. Medienberichte darüber, dass die Crew den Vorfall nicht ernst genommen habe, seien aber „falsch und unbegründet“.

Nach Rassismusskandal: Ryanair verteidigt Flugbegleiter

Die Airline verteidigt die Flugbegleiter in einem Statement, das dem reisereporter vorliegt. Das Kabinenpersonal habe die rassistischen Ausfälle nicht mitbekommen, schreibt Ryanair. Die Crew hätte geglaubt, es mit einem „Streit zwischen zwei Passagieren“ zu tun zu haben. Der sei erfolgreich geschlichtet worden. 

In dem Video, das den Vorfall zeigt, ist jedoch zu sehen: Als der Mann die 77-Jährige als „hässliche alte Schlampe“ („ugly fucking cunt“) bezeichnet, steht der Flugbegleiter noch vor ihm.

Als er sie im weiteren Verlauf „hässlicher schwarzer Bastard“ nennt, ist der Flugbegleiter nicht im Video zu sehen, er taucht jedoch kurze Zeit später wieder auf. Die 77-jährige Frau hat dann darum gebeten, umgesetzt zu werden. 

Ryanair schreibt in dem Statement, dass die Airline von den rassistischen Äußerungen erst am Folgetag durch das Video erfahren habe. Sie habe der Polizei daraufhin eine Kopie des Videos zur Verfügung gestellt. Zudem habe man sich daraufhin schriftlich – per E-Mail und Brief – bei der Frau entschuldigt.

„Diese sofortigen Aktionen widerlegen die falschen Behauptungen, dass Ryanair auf dieses Video weder ‚schnell‘ noch ‚angemessen‘ reagiert hat“, heißt es in dem Statement. Ein Verhalten wie das des Mannes werde nicht toleriert und mit lebenslangem Flugverbot bei Ryanair bestraft.

Passagierin: „Immer, wenn ich an den Vorfall denke, weine ich“

Bei der beschimpften Passagierin handelt es sich um Delsie Gayle. In einem Interview mit dem britischen Sender „ITV“ sagte die 77-Jährige: „Ich weiß nicht, wann ich jemals darüber hinwegkomme. Immer, wenn ich an den Vorfall denke, weine ich.“ Sie sei „schockiert, noch niemals hat jemand so etwas zu mir gesagt“.

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