Studie: Diese Unesco-Welterbestätten versinken bald im Meer

Studie: Diese Sehenswürdigkeiten versinken im Meer

Die Lagune von Venedig und die Altstadt von Dubrovnik ziehen jährlich Millionen von Touristen an. Doch sie versinken im Meer – und könnten wie Dutzende weitere Unesco-Welterbestätten bald verschwunden sein.

Venedig wird irgendwann im Mittelmeer verschwinden – so wie vermutlich Dutzende weitere Unesco-Welterbestätten.
Venedig wird irgendwann im Mittelmeer verschwinden – so wie vermutlich Dutzende weitere Unesco-Welterbestätten.

Foto: imago/ZUMA Press

Kannst du dir vorstellen, dass es solche berühmten Orte wie Venedig, Dubrovnik oder Cinque Terre am Mittelmeer bald nicht mehr gibt? Tatsächlich könnten sie tatsächlich bald schon verschwunden sein, so wie viele weitere Touristenattraktionen – vor allem in Italien, Kroatien und Griechenland.

Das befürchtet eine Forschergruppe der Uni Kiel um Doktorandin Lena Reimann. Sie hat in einer aktuellen Studie die Gefahren durch den steigenden Meeresspiegel und damit verbundene Sturmfluten sowie die Erosion, das Abtragen der Küstengebiete, untersucht. 

Besonders gefährdet sind demzufolge 49 Unesco-Welterbestätten, die sich in tief liegenden Küstengebieten des Mittelmeeres befinden. 

Karte: Diese Unesco-Welterbestätten könnten bald verschwinden

37 dieser Sehenswürdigkeiten sind von einer sogenannten Jahrhundertsturmflut bedroht – diese findet jährlich mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Prozent statt. 

Besonders hoch ist die Gefahr der Überflutung im nördlichen Adriaraum – dort liegen unter anderem die Lagune von Venedig, die Basilika von Aquileia und die Renaissancestadt Ferrara im Po-Delta. 

Und 42 der Welterbestätten am Mittelmeer sind bereits heute durch Erosion bedroht. Ganz besonders gefährdet sind die archäologischen Stätten Tyros im Libanon, Pythagorio und Heraion auf der griechischen Insel Samos und Ephesos in der Türkei sowie Tarragona in Spanien.

Wann werden die Sehenswürdigkeiten verschwinden? 

An welchem Tag oder in welchem Jahr die Unesco-Welterbestätten im Meer versunken sein werden, kann niemand sagen. Es gibt aber eine einfache Regel: Je mehr der Meeresspiegel steigt, desto höher ist das Risiko der Zerstörung. Und der Meeresspiegel steigt durch die Erderwärmung an, denn diese lässt Polareis und Gletscher schmelzen.

Und der Meeresspiegel steigt immer schneller. Daher werde die Gefahr von Jahrhundertfluten im Mittelmeerraum bis zu 50 Prozent und durch Küstenerosion um bis zu 13 Prozent zunehmen – und das noch bis zum Jahr 2100, so Reimann.

Wie kann eine Zerstörung verhindert werden?

Nur mit einem wirklich guten Klimaschutz könne der starke Anstieg des Überflutungs- und Erosionsrisikos verhindert werden, so Reimann. Außerdem müssten vor Ort Maßnahmen gegen die größere Bedrohung entwickelt werden, so wie etwa in Venedig. Dort werden aktuell absenkbare Flutwehre gebaut, die in die Lagune eingesetzt werden und so die Stadt vor Hochwasser schützen können.

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