Igitt! Dieses Museum zeigt die ekligsten Gerichte der Welt

Igitt! Ein Museum zeigt die ekligsten Gerichte der Welt

„Essen zu teilen ist die beste Art, um Fremde zu Freunden zu machen“, schreibt dieses Museum auf seiner Website. Eine seltsame Aussage – denn ob das auch für die Gerichte gilt, die es ausstellt, ist mehr als zweifelhaft.

Eines der Exponate des Museums: Su Callu Sardu. Bei der sardischen Spezialität handelt es sich um den Magen einer Babyziege, der mit Muttermilch gefüllt wird, eines der harmloseren Exponate übrigens.
Eines der Exponate des Museums: Su Callu Sardu. Bei der sardischen Spezialität handelt es sich um den Magen einer Babyziege, der mit Muttermilch gefüllt wird, eines der harmloseren Exponate übrigens.

Foto: facebook.com/Disgusting Food Museum

Man soll sich seinen Ängsten ja bekanntlich stellen, um sie zu überwinden. So betrachtet, ist ein Besuch des Disgusting Food Museums (auf Deutsch: Museum für ekelhaftes Essen), das am 29. Oktober in Malmö eröffnet, eine einzige große Therapiesitzung. Aber muss man wirklich jedes negative Gefühl überwinden? 

Disgusting Food Museum: Kannst du deinen Ekel überwinden?

Ist Ekel nicht sogar dazu gedacht, uns davon abzuhalten, verdorbenes Essen zu uns zu nehmen? Auf jeden Fall, sagt das Museum. Aber: Vielleicht könnte die Überwindung unseres Ekels uns auch dabei helfen, in Zukunft nachhaltiger zu essen. Stichwort: Insekten als Proteinquelle. Oder Algen.

Wir helfen dir dabei herauszufinden, ob sich ein Besuch lohnt, und zeigen dafür einige der „Spezialitäten“, die du im Museum bald bewundern und teilweise sogar probieren kannst.

Aber Vorsicht: Lies besser erst dann weiter, wenn du schon satt bist. Denn hinterher hast du garantiert keinen Appetit mehr. Es ist nämlich auch ein Lebensmittel dabei, das du bisher vielleicht noch nicht so eklig findest.

Mäusewein

Der Anblick dieses Getränkes reicht schon, um dem Betrachter eiskalte Schauer über den Rücken zu jagen. Denn dieser Wein, der in China und Korea hergestellt werden soll, enthält tote Mäuse. Wobei tote Mäuse es nicht trifft. Es handelt sich um tote BABY-Mäuse. Sie schwimmen nackt am Boden der Weinflaschen. Allerdings soll der Wein kein Genussmittel sein, sondern Krankheiten heilen.

Scharfe Kaninchenköpfe

Kaninchen zu essen mag für alle Nichtvegetarier nicht allzu ungewöhnlich klingen. Auch Kaninchenköpfe gelten durchaus als Delikatesse. Die Vorstellung, ihr Inneres zu essen, löst aber vielleicht selbst bei dem ein oder anderen hartgesottenen Fleischesser einen Würgreiz aus. Ja, wir reden vom Hirn der süßen Tierchen.

Denn das, so berichtet unter anderem die britische Zeitung „Daily Mail“, ist in der chinesischen Provinz Sichuan eine echte Delikatesse. Um an das Innere zu kommen, knacken Kenner erst den Schädel, um das Gehirn dann herauszuschlürfen.

Bevor sie gegessen werden, werden die Köpfe in einer scharfen Soße mariniert.

Stierpenis

Tote Mäuse, Hirn – du hast schon genug? Dann solltest du vielleicht besser nicht ins Disgusting Food Museum gehen. Denn es geht noch schlimmer.

Wie wäre es mit Geschlechtsorganen? Stierpenis gilt unter anderem in Korea als echte Delikatesse und darf im Museum deshalb natürlich nicht fehlen:

Käse mit Würmern

Bevor Lebensmittel fellig werden und so aussehen, als würden sie demnächst von selbst aus dem Kühlschrank spazieren, werfen wir sie in der Regel weg. Die Sarden finden ihren Käse dagegen erst dann richtig lecker, wenn er zu leben beginnt.

Casu Marzu heißt die Köstlichkeit von Sardinien, die im Disgusting Food Museum ebenfalls einen Ausstellungsplatz hat.

Es handelt sich dabei um einen Schafskäse, der so lange reift, bis er Maden enthält. Beim Genuss, wenn man das denn so sagen kann, ist allerdings Vorsicht geboten: Die Maden, die üblicherweise mitgegessen werden, sind teilweise resistent gegen Magensäure und können in den Verdauungstrakt gelangen.

Tausendjährige Eier

Wenn du jetzt glaubst, alle ekligen Gerichte, die das Museum ausstellt, seien tierischer Herkunft und als Vegetarier wärst du dort sicher davor, etwas probieren zu müssen, hast du dich geirrt. Es gibt auch eklige Gerichte ohne Fleisch, die sogenannten Tausendjährigen Eier zum Beispiel. Ihr Name ist eine leichte Übertreibung, auch wenn die Eier so aussehen, als wären sie bereits mitten im Verwesungsprozess.

Tatsächlich werden die rohen Eier in einen Brei aus Anis, Fenchelkörnern und anderen Gewürzen eingelegt und reifen darin „nur“ drei Monate. In dieser Zeit bekommt das Eiweiß eine geleeartige Konsistenz und färbt sich braun. Das Eigelb wird grünlich und hat eine ähnliche Konsistenz wie Quark.

Gegessen werden die Eier zum Beispiel in China mit Sojasoße, Essig und Ingwer.

Nattō

Solltest du Veganer sein und denken, „ist ja klar, dass alles, was in diesem Museum ausgestellt wird, aus tierischen Produkten hergestellt wird“, müssen wir dich enttäuschen. Es gibt auch eklige vegane Gerichte, Nattō zum Beispiel.

Bei dem Gericht handelt es sich um Sojabohnen, die mit Bakterien versetzt werden. Dadurch bildet sich ein Fäden ziehender Schleim auf den Bohnen. Gegessen wird das Gericht hauptsächlich in Japan.

Wenn du es bis hierher geschafft hast, aber denkst: „Wie ekelhaft, so etwas würde ich nie essen!“, solltest du jetzt vielleicht nicht weiterlesen. Denn unter den Bildern, die du auf der Website des Museums findest, ist auch eines von einem Lebensmittel, das bei uns in Deutschland täglich und teilweise in riesigen Mengen verzehrt wird: Schweinefleisch.

Ein Schwein, das mit Spritzen gespickt ist, gehört auch zu den Exponaten

Um zu verdeutlichen, was daran so ekelhaft ist, hat das Museum das Modell eines Ferkels mit jeder Menge Spritzen versehen. Unter den Ausstellungsstücken sind aber auch noch andere Lebensmittel, die auf westlichen Längengraden gern konsumiert werden, wie zum Beispiel Lakritze oder Root Beer.

Wenn du von den Bildern hier noch nicht genug hast und wissen willst, was das Museum sonst noch so ausstellt, kannst du es zwischen dem 29. Oktober 2018 und dem 27. Januar 2019 immer mittwochs bis sonntags zwischen 12 Uhr und 18 Uhr besuchen.

Disgusting Food Museum | Adresse: Carlsgatan 12a, 211 20 Malmö, Schweden | Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 12 Uhr bis 18 Uhr, Tastings: Mittwoch bis Freitag um 17 Uhr, Samstag und Sonntag um 13 Uhr und um 15 Uhr | Eintritt: 185 Kronen (etwa 7 Euro), drei Kinder dürfen pro Erwachsenem gratis ins Museum

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Super Sparpreis bei der Bahn!
Zur
Startseite