Billigflieger? Pleite-Airlines! 5 Fluggesellschaften sind insolvent

Billig? Pleite! 5 Fluggesellschaften sind insolvent

Und das innerhalb von nur fünf Wochen. Ob Primera Air, Azur Air, VLM, Skywork Airlines oder Small Planet – warum scheitern in letzter Zeit so viele Billig-Airlines? Der reisereporter sucht nach Gründen.

Small-Planet-Airlines-Germany-Airbus A320-231 nach der Landung auf dem Flughafen München.
Ein Sommer voller Pleiten: Zahlreiche Airlines, darunter Small Planet, meldeten in den vergangen Wochen Insolvenz an.

Foto: imago/Sven Simon

Primera Air Nordic und Scandinavia fliegen seit dem 2. Oktober nicht mehr, eine Woche davor traf es Azur Air Deutschland, Mitte September meldete Small Planet Insolvenz an. Bereits seit Ende August bleiben die Regionalfluggesellschaft VLM in Belgien und die Schweizer Skywork Airlines am Boden.

Fazit: Ganz schön viele Pleiten am Ende dieses Sommers. Welche Faktoren sorgten dafür, dass gleich fünf europäischen Fluggesellschaften die Luft oder besser das Kerosin ausgeht?

Der Flugmarkt ist saisonal

Im Winter gebe es für kleine Fluggesellschaften wie Small Planet kaum Geschäft, erklärt Aviation-Management-Professor Christoph Brützel gegenüber dem Branchenmagazin „airliners.de“. Außerdem gehen Fluggesellschaften leider besonders in der Hauptsaison, also in den Sommermonaten, pleite, weil Auslastung und Ausgaben dann besonders hoch sind, aber kaum neue Buchungen für den Winter eintreffen. Das erklärt der „Stern“.

Pleite von Air Berlin und Niki hinterließen Lücken

Auch Air Berlin ist im vergangenen Jahr nach dem Sommer pleite gegangen. Wenige Monate später traf es Niki. Um diese Lücken zu füllen, haben andere Airlines in Deutschland ihr Angebot nach oben geschraubt. Einige stoßen Brützel zufolge dabei an die Grenze ihrer Möglichkeiten.

Small Planet erlebte in diesem Monat beispielsweise häufig Triebwerksprobleme, musste deshalb auf Charterflugzeuge zurückgreifen – das wurde teuer. Die Probleme bekamen auch die Passagiere zu spüren: Ihre Nerven wurden bei zahlreichen Megaverspätungen von mehreren Tagen auf die Probe gestellt.

Der Markt wächst – und übersteigt seine Kapazitäten

Probleme gibt’s aber nicht nur bei den Airlines, sondern auch in anderen Bereichen. Der europäischen Flugsicherung fehlt beispielsweise das Personal, um die erhöhten Kapazitäten der Fluggesellschaften abzudecken. Auch dadurch kommt es zu Verspätungen im Flugverkehr.

Kleine Flugzeuge, große Billig-Airlines

Im Fall der schweizerischen Skywork lag das Problem wohl auch in der kleinen Flotte mit wenig Sitzkapazitäten. „20 Minuten“ zufolge habe dieser Umstand die Kosten pro Passagier in die Höhe getrieben. Zudem sei das Konzept der Airline bereits beim Start 2009 veraltet gewesen: Der Flugmarkt habe sich damals schon in Richtung Billig-Airlines entwickelt.

Und als Nächstes? Christoph Prützel sieht Laudamotion als weiteren potenziellen Pleitegeier – wäre da nicht der Joker Ryanair. Denn Billigflieger, die große Konzerne hinter sich haben, seien in der Regel abgesichert. Das betreffe beispielsweise auch Eurowings und Tuifly.

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