Kein Scherz: Kitzbühel startet bei 21 Grad in die Skisaison

Kitzbühel startet in die Skisaison – bei 21 Grad

Sonne, Berge, Wanderer in kurzen Hosen, Skifahrer und Schnee – Moment! Skifahrer und Schnee? Das passt nicht in die Reihe. Aber: Keine Fata Morgana. In Kitzbühel startete jetzt bei 21 Grad die Skisaison.

Die Skipiste für den Saisonstart am Resterkogel in Kitzbühel.
Die Skipiste für den Saisonstart am Resterkogel in Kitzbühel.

Foto: facebook.com/Andreas Schramböck

Zwei weiße Bahnen inmitten sonnenbeschienener grüner Berge zeigen die Bilder, die Besucher von Kitzbühel am Wochenende in den sozialen Medien posteten. Denn dort startete die Kitzbüheler Bergbahn am Sonntag bei bis zu 21 Grad  in die Skisaison.

Skifahrer in kurzer Hose und T-Shirt

Ein Video der Kitzbüheler Bergbahn zeigt Skifahrer, die in kurzer Hose und T-Shirt die Piste am Resterkogel hinunterfahren. Wie das möglich ist? Mit Schnee aus dem vergangenen Jahr.

Snowfarming heißt die Technik, mit der Schnee im Winter für die nächste Saison konserviert wird. Der Schnee wird am Ende des Winters in ein Schneedepot gebracht und dort mit isolierenden Materialien wie zum Beispiel Silofolie bedeckt.

Trotz des heißen Sommers sei es gelungen, jede Menge Schnee zu konservieren, sodass Skifahrer auf dem Originalschnee aus der letzten Wintersaison fahren könnten, heißt es im Video der Bergbahn.

„Un des is so richtig cool“, sagt der Moderator. So richtig cool finden das aber nicht alle. Unter dem Facebook-Post zur Saisoneröffnung der Bergbahnen gibt es jede Menge kritische Kommentare. Was die einen „super“ finden, bezeichnen andere als „krank“.

Fast 2.000 Gäste nutzten die sommerliche Skipiste

„An den Reaktionen der letzten Jahre solltet ihr schon langsam sehen, dass es reicht. Schnee mit dem Heli fliegen, bei 20 Grad den Schnee aus den Depots ausfahren… Völlig krank!“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer sagt: „Schlimm! Kindern wird suggeriert, das jederzeit alles möglich ist und das auf Kosten der Natur!“

Der Landtagsabgeordnete der Tiroler Grünen, Michael Mingler, kommentierte die Saisoneröffnung in Kitzbühel mit mehreren Twitter-Posts und in einem Video auf Facebook. Er nennt die Piste inmitten der sommerlichen Berglandschaft „surreal“.

Gemeinsam mit Georg Kaltschmid, ebenfalls Landtagsabgeordneter der Grünen in Tirol, fordert er im Video, dass die Seilbahnwirtschaft klare Öffnungszeiten für Seilbahnen und Skigebiete definiert.

Der Winterstart bei sommerlichen Temperaturen scheint aber auch vielen zu gefallen: Fast 2.000 Gäste, die mehr als 13.000 Fahrten machten, waren beim Saisonstart auf der Piste, teilt die Kitzbüheler Bergbahn mit. 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

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