Spanien: Ryanair muss Streikopfer nicht entschädigen

Spanien: Ryanair muss Streikopfer nicht entschädigen

Keine Entschädigung – ein spanisches Gericht hat jetzt zugunsten von Ryanair entschieden. Fluggäste, deren Flüge wegen Streiks ausgefallen waren, sollen kein Geld bekommen. Und in Deutschland?

Im April vielen die Flüge vieler Ryanair-Fluggäste aus, weil die Flugbegleiter streikten.
Im April vielen die Flüge vieler Ryanair-Fluggäste aus, weil die Flugbegleiter streikten. (Symbolfoto)

Foto: imago/Agencia EFE/Enric Fontcubierta

Ein Gericht in Barcelona hat entschieden, dass einem Paar, dessen Ryanair-Flug von Porto nach Barcelona im April wegen eines Streiks der Flugbegleiter ausgefallen war, keine Entschädigung zusteht. Das Gericht kam zu dem Entschluss, dass Ryanair den Streik nicht hätte verhindern können.

Das Gericht entschied: Der Streik war außerhalb der Kontrolle von Ryanair

Der Streik sei damit außerhalb der Kontrolle der Airline gewesen, berichtet die spanische Zeitung „El País“. Normalerweise stehen Passagieren bei Flugausfällen Entschädigungszahlungen von 250 bis 600 Euro zu, so sieht es die EU-Fluggastrechteverordnung vor. 

Das gilt aber nicht, wenn der Flugausfall durch außergewöhnliche Umstände verursacht wurde, also zum Beispiel Unwetter oder medizinische Notfälle. Ob Streiks außergewöhnliche Umstände sind, ist immer wieder Streitthema. Ryanair berief sich in der Vergangenheit auf die Ausnahme

Ryanair begrüßt das Urteil des spanischen Gerichtes

Im April entschied aber der Europäische Gerichtshof, dass auch ein unrechtmäßiger Streik kein außergewöhnlicher Umstand ist. Tuifly musste seinen Fluggästen im konkreten Fall eine Entschädigung zahlen. Auch ein Gericht in Luxemburg sprach zwei Fluggästen im August ein Recht auf Schadensersatz zu, weil ihr Lufthansa-Flug im Oktober 2016 wegen eines Pilotenstreiks gestrichen wurde.

Ryanair sieht sich durch das Urteil in Spanien bestätigt. „Wir begrüßen das Urteil des Gerichtes in Barcelona, das bestätigt, dass Fluggästen keine Entschädigung zusteht, wenn die Verspätung oder der Flugausfall außerhalb der Kontrolle der Airline war“, teilt Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs mit.

Fluggasthelferportale kritisieren die Airline für ihre Haltung zu dem Thema. Das Portal „Flightright“ verklagte die Airline im August sogar, weil sie ihren Fluggästen nach den Pilotenstreiks keine Entschädigungen zahlen will. Mitten in der Ferienzeit fielen 250 Flüge von und nach Deutschland aus, etliche weitere waren verspätet.

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