Rund 220 Liter pro Quadratmeter fielen am Dienstag in Teilen von Mallorca, gegen 18 Uhr trat ein Sturzbach beim Ort Sant Llorenç über die Ufer. Die Wassermassen fluteten Straßen und Keller. Mindestens zwölf Menschen kamen nach aktuellen Erkenntnissen dabei ums Leben, darunter sechs Touristen. Ein Kind wird weiterhin vermisst.

Unter den Opfern befindet sich auch ein Ehepaar ein Mann aus Deutschland. Die vorerst nicht identifizierte Männerleiche, die bereits am Mittwochabend gefunden worden war, wurde am Donnertsag als ein Kollege von der „Neuen Presse“ identifiziert, der am Dienstagabend auf dem Weg von Capdepera nach Palma auch die besonders betroffenen Orte Sant Llorenç des Cardassar und Artà mit seinem Auto passierte. Er kam nie in Palma an.

Der Osten von Mallorca ertrinkt in Wasser und Schlamm

Hunderte Menschen mussten die auf Mittwoch Nacht in Turnhallen verbringen, berichtet die „Diario de Mallorca“. Die Such- und Rettungsaktionen werden aber durch große Mengen Schlamm in den Straßen erschwert, das Mobilfunknetz in der Region brach für mehrere Stunden komplett zusammen.

Einwohner von Manacor in der Region Sant Llorenç auf Mallorca wurden nach heftigen Regenfällen in Turnhallen untergebracht.
Die von den Wassermassen überraschten Menschen in Manacor wurden in Turnhallen untergebracht. Foto: imago/Agencia EFE/Atienza
Die Guardia Civil schickte alle verfügbaren Einheiten in das betroffene Gebiet im Osten der Balearen-Insel, so die „Mallorca Zeitung“. Bereits am Montag war es auf Mallorca zu Unwettern in Form von Windhosen und Hagelfällen gekommen. Die heftigen Regenfälle verursachten Verzögerungen im Flugverkehr.

Fotos und Videos auf Twitter zeigen die gewaltige Kraft der Fluten: 

Fahrzeuge wurden wie Spielzeugautos weggespült, „Ultima Hora“ zufolge waren mehrere Anwohner in ihren Autos überrascht worden und mussten gerettet werden. Die Guardia Civil habe jedes Auto kontrollieren müssen um sicherzustellen, dass kein Insasse darin eingesperrt war. 

Noch immer Unwetterwarnung für Mallorca

Das komplette Ausmaß der Katastrophe offenbart sich erst in diesen Tagen nach den Überschwemmungen. Noch bis in den Mittwochmittag herrschte auf der gesamten Insel Warnstufe Gelb wegen Starkregens und Gewitters. Wie „Ultima Hora“ berichtet, arbeiten sämtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr, Guardia Civil und des Katastrophenschutzes eng in der Region um Sant Llorenç zusammen.

In der Nacht auf Freitag suchten 150 professionelle Einsatzkräfte weiter nach einem vermissten Jungen (5). Die Suche soll den Tag über mit sämtlichen Helfern fortgesetzt werden.