„reisereporter 2018“-Tagebuch: Mit dem TUI-Camper durch Neuseeland

„reisereporter 2018“-Tagebuch: Bye bye, Neuseeland!

Gemeinsam mit TUI haben wir die „reisereporter 2018“ gesucht, Jane und Julia aus Kiel sicherten sich Platz 2. Nach ihrer Reise nach Cluj-Napoca cruisen sie jetzt im Wohnmobil durch Neuseeland. Ihr Tagebuch.

Julia & Jane
Jane und Julia auf der Hängebrücke über die Buller Gorge in Neuseeland.
Die letzte Portion Nervenkitzel in Neuseeland holten sich Jane (vorne) und Julia auf einer Hängebrücke.

Foto: Maria Menzel

Erst im September entdeckten Jane und Julia die rumänische Studentenstadt Cluj-Napoca, da sind unsere „reisereporter 2018“ schon wieder unterwegs auf ihrer nächsten Reise. Dieses Mal erkunden sie Neuseeland im TUI-Camper.

Für Jane und Julia gab es das Reisepaket 2, das sie jetzt unter anderem zu unserem „reisereporter Top Place“ Marlborough im Norden der Südinsel von Neuseeland führt. 

Hier im Tagebuch kannst du mitverfolgen, was Jane und Julia auf ihrem Roadtrip durch Neuseeland erleben. 

>> Kurzsteckbrief Neuseeland

  • Land in Ozeanien
  • Einwohner: 4.793.700
  • Fläche: 269.652 Quadratkilometer
  • Währung: Neuseeland-Dollar
  • Beste Reisezeit: Dezember bis August
Wir sind die „reisereporter 2018“.
Foto: TUI; reisereporter; freepik.com

„reisereporter 2018“-Tagebuch aus Neuseeland

Tag 1: Einmal um die Welt

Einige Leute brauchen 80 Tage um die Welt, wir haben es in „nur“ 40 Stunden geschafft. Fitter als gedacht kamen wir nach drei Flugzeugen und gefühlt 100 verschiedenen Zeitzonen in Neuseeland an. War es Tag, war es Nacht? Wir hatten jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren und fühlten uns wie Neil Armstrong.

Bereit für das kommende Abenteuer schwebten wir mit unseren internationalen Führerscheinen in der Hand zu unserem fahrbaren Zuhause für die nächsten Tage: Mit sieben Metern war der TUI-Camper zwar mindestens doppelt so lang wie die Gefährte, bei denen wir normalerweise hinter dem Steuer saßen, aber so schnell schüchtert uns ja nichts ein. 

Jane und Julia vor ihrem rollenden Zuhause für die nächsten Tage auf Neuseeland.
Jane und Julia vor ihrem rollenden Zuhause für die nächsten Tage auf Neuseeland. Foto: Menzel

Nach einer sehr ausführlichen Einführung verstauten wir unser Gepäck – und dann ging die wilde Fahrt auch schon los.

Wir stoppten bei einem Supermarkt und deckten uns mit Snacks ein. Was wir dabei nicht wussten: Die Lebensmittel waren hier doppelt, teilweise sogar dreimal so teuer wie zu Hause in Deutschland. Mussten die Snacks jetzt darunter leiden? Wir schauten uns kurz an: niemals.

Jane und Julia in ihrem Element: shoppen.
Jane und Julia in ihrem Element: shoppen. Foto: Menzel

Gut ausgestattet ging es weiter zu unserem bereits ausgewählten Campingplatz für die erste Nacht, der nur 10 Minuten vom Flughafen entfernt lag. Die Campingstühle wurden ausgeklappt, die Snacks verzehrt und jetzt jetzt liegen wir müde, aber glücklich in unseren ausgefahrenen Hochbetten. Morgen kann’s dann richtig losgehen.

Tag 2: Eine Fahrt ins Blaue

Unser Tag begann mit Vorfreude hoch 13. Wir hatten eine Menge Sightseeing-Highlights geplant: Von atemberaubenden Wasserfällen, über Whale-Watching bis hin zum Seehund-Schwimmen. Eine Attraktion spannender als die andere. 

Warum sitzen wir nun aber in unserem Camper und zählen einen Supermarkteinkauf zu dem aufregendsten Erlebnis unseres Tages? Ganz einfach: Wir müssen uns wohl erst noch an das Leben als wilder Hobo gewöhnen und uns als waschechter Camper beweisen. Denn: Die Wasserfälle haben wir nicht gefunden, zum Whale-Watching kamen wir zu spät und das Seehund-Schwimmen war geschlossen. Wow.

Jane und Julia lernten einige Schafe kennen.
Jane und Julia lernten einige Schafe kennen. Foto: Menzel

Selbstverständlich hatte diese Verkettung von Missgeschicken auch etwas Gutes: Wir durften Neuseelands Landschaft bestaunen und lernten das ein oder andere Schaf kennen. Zudem kommen wir immer besser mit dem Linksverkehr und unserem 7-Meter Schiff klar. Übung (sehr viel und sehr viel ungewollt) macht schließlich den Meister... ;-)

So schön ist Neuseeland

Tag 3: Wir werden echte Camper 

Zugegebenerweise sind wir nicht die geborenen Im-Camper-Schlafer, Ohne-Dusche-Wohlfühler und Mit-Camping-Geschirr-Esser. All das ist relativ weit von unserer „Wo ist mein Nagellack“ und „Wann gehen wir shoppen“-Welt entfernt. 

Vielleicht aber auch nur, weil wir noch nie das wahre Camper-Leben gespürt haben. Noch nie mitten in der Natur aufgewacht und noch nie ohne Plan einfach losgefahren sind. 

Wer hätte das gedacht: Jane und Julia gefällt Neuseeland – und Camping.
Wer hätte das gedacht: Jane und Julia gefällt Neuseeland – und Camping. Foto: Menzel

Wir wissen, dass ihr umkippen werdet, wenn wir euch jetzt erzählen: WIR FINDEN ES GUT! Mehr und mehr gefällt uns das pure Leben als Camper und das „Einfach mal machen“. 

Heute haben wir beschlossen, die Marlborough Sounds zu erkunden und es war atemberaubend. Nach einer rund zweistündigen Wanderung hatten wir einen Aussichtspunkt erreicht, von dem wir die Schönheit der Natur in uns aufsaugen konnten. Jede Sekunde wurde genossen und ausgekostet und wir konnten uns gar nicht satt sehen an Neuseelands Landschaft.

Seltener Anblick: Jane und Julia beim Wandern.
Seltener Anblick: Jane und Julia beim Wandern. Foto: Menzel

Wir konnten nicht einmal einen Gedanken daran verschwenden zu meckern, weil wir (für unsere Verhältnisse) doch relativ weit gewandert waren. Nein, diese Aussicht lies uns alles vergessen. Nachdem unzählige Fotos geschossen und für immer als Erinnerung festgehalten wurden, statteten wir einem Weingut einen Besuch ab. 

Wir probierten Neuseelands wohlschmeckenden Alkohol und ließen uns anschließend zwischen den Rebstöcken auf einer Wiese nieder. Campingtisch- und Stühle wurden ausgeklappt, eine Kerze angezündet und ein kleines Picknick veranstaltet. Wir sprachen über den Tag und all unsere Erlebnisse. 

Wahnsinn, wir können kaum glauben, dass all das wirklich passiert.

Gute Laune bei der Wein-Verkostung auf Neuseeland.
Gute Laune bei der Wein-Verkostung auf Neuseeland. Foto: Menzel

Tag 4: Toiletten-Tanks und Abwasser-Angst

Den heutigen Morgen ließen wir entspannt angehen: Wir schliefen aus und frühstückten ausgiebig, bevor uns der Weg weiter Richtung Norden führte. Im Abel Tasman Nationalpark wollten wir uns von der Weingut-Idylle wieder ins Abenteuer stürzen. 

Voller Elan standen wir ein paar Stunden später im Ticket-Center für die Kajak-Touren und erlebten ein Déjà-vu: Wir waren zu spät. Das war ja klar. Aber gut, wir buchten die Tour für den nächsten Tag und hatten damit heute umso mehr Zeit für die Dinge, auf die wir uns die ganze Zeit schon am meisten gefreut haben: Toilettentank und Abwasser ausleeren. 

Spätestens jetzt waren wir zu 100 Prozent im Camper-Life angekommen. Zugegebenermaßen stellte sich die Aktion als weniger dramatisch heraus wie ursprünglich erwartet und wir fühlten uns schon fast wie kleine Wildlife Profis. 

Wenn Jane und Julia im Camper kochen müssen, geht es wild zu.
Wenn Jane und Julia im Camper kochen müssen, geht es wild zu. Foto: Menzel

Professionell ging es anschließend auch auf dem Campingplatz weiter: Wir ließen die Kochlöffel tanzen, schnippelten Gemüse in Sekundenschnelle und kochten ausversehen so viel Reis, dass man damit wahrscheinlich 27 weitere Personen hätte versorgen können. Aber besser zu viel als zu wenig sagen wir ja immer. 

Wir schenkten uns noch ein Glas Wein ein und machten es uns in den Campingstühlen bequem. Die Kulisse war unserem Gourmetessen ebenfalls mehr als würdig: Dicht bewachsene Berge auf der einen Seite, Strand und Meer auf der anderen. Einfach traumhaft schön. Daran könnte man sich gewöhnen...

Julia: Ein richtige Kind der Natur (und mit Influencer-Pose).
Julia: Ein richtige Kind der Natur (und mit Influencer-Pose). Foto: Menzel

Tag 5: Längst vergessene Leidenschaften und versteckte Talente

Wir grüßen euch, Freunde des Abenteuers! Mit einem Camper durch Neuseeland zu kacheln ist der Wahnsinn, gar keine Frage. So manches Mal ohne Plan, ohne Orientierung und mit einer überfüllten Wohnwagen-Toilette. Mit vielen Kurven (igitt) und einem Navi in den Wechseljahren (ich geh’ aus, wann ich will, und nicht wann du es bestimmst) mag dies für den einen oder anderen bereits genug sein. Nicht aber für uns!

Wir sind die Kim Possible unter den Superhelden und die Pocahontas unter den Freiheitsliebenden. Für uns darf es gern ein bisschen mehr sein. Daher ging es heute in ein Kajak. Und auf ein Pferd. Allerdings nicht gleichzeitig.

Der Abel-Tasman-Nationalpark in Neuseeland ist für seine zahlreichen kleinen Buchten bekannt.
Der Abel-Tasman-Nationalpark in Neuseeland ist für seine zahlreichen kleinen Buchten bekannt. Jane und Julia erkunden sie mit dem Kajak. Foto: Maria Menzel
Nachdem wir bei unserer Ankunft im Abel-Tasman-Nationalpark feststellten, dass Kajak nicht gleich Kanu und Umkippen daher nicht gerade unwahrscheinlich ist, wurde uns etwas übel. Aber bloß nichts anmerken lassen, wir schaffen das.

Mit sexy Schwimmweste und nahezu bereit für den Laufsteg stiegen wir elegant in unser Kajak ein. Rot, wackelig, wendig. Auf geht’s! Doch dann passierte etwas verrücktes. Etwas, das wir uns nie hätten träumen lassen. Etwas, das uns Hoffnung gab: WIR KÖNNEN VERDAMMT NOCHMAL KAJAK FAHREN! 

Reisereporter Jane und Julia im Kajak im Abel Tasman National Park, Neuseeland.
Julia und Jane entpuppen sich als wahre Naturtalente im Kajak. Foto: Maria Menzel

Während Jane steuerte wie eine junge Göttin, schwang Julia das Paddel als gäbe es kein Morgen mehr. Wir hatten den Spaß unseres Lebens und wollten gar nicht mehr aussteigen. Mussten wir aber, natürlich. Niemand kann in einem Kajak wohnen.

So ging es also weiter Richtung Gäule. Die Tatsache, dass Jane panische Angst vor Pferden hat, störte Julia in einem kurzen Moment des Egoismusses nicht weiter und so ging auf zu den gefährlichen Vierbeinern. Immer der Nase nach! Kurz hatte Julia Angst, dass gleich ein Unwetter aufziehen würde. Zumindest konnte man das an Janes Laune vermuten.

Reisereporterin Julia beim Ausritt am Strand in Neuseeland.
Julia schwebt auf dem Pferderücken quasi im siebten Himmel, während Jane lieber Sicherheitsabstand nimmt. Foto: Maria Menzel
Dennoch schwang die eine Blondine (ihr wisst jetzt welche, oder?) sich mit dem größten Grinsen im Gesicht in den Sattel, während die andere (Tornado) tapfer zwei Stunden am Strand ausharrte und Julia beim Ausritt zusah. Was für ein Erlebnis!

Auf der Fahrt zum nächsten Campingplatz wurde dann noch kurz am Supermarkt angehalten und drei Flaschen Wein für Jane gekauft. Unwetter abgewendet: Ende gut, alles gut.

Tag 6: Eine Nacht in der Wildnis

Dieser Tag fing eigentlich ganz gut an. Wir wachten entspannt auf – auf einem Campingplatz. Wir frühstücken in idyllischer Atmosphäre – auf einem Campingplatz. Wir wuschen uns gründlich, mit fließend Wasser – auf einem Campingplatz.

Erinnert ihr euch noch an die Pocahontas Geschichte? Von wegen frei und wild? Während für Julia bereits die Schmerzgrenze erreicht war (Dusche, draußen, 9 Grad) war für Janes Geschmack noch lange kein Ende in Sicht. Warum im Luxus leben, wenn man ohne Strom, Toilette und jegliche Zivilisation aber dafür mit der Angst vor wilden Tieren die Nacht verbringen kann?

Mit dem Wohnmobil durch Neuseeland.
Julia schlüpft wacker in die Rolle der Wohnmobilfahrerin. Foto: Maria Menzel

Wildcampen hieß Janes Neuseeland Traum und so machten wir uns am Ende dieses Tages auf in die Natur. Ist ja nicht so, dass es hier nicht schon genug Natur gäbe. Nein, wir mussten den Horror an eigenem Leib erfahren.

Nach sechs Stunden Fahrt (Jane schlief wie ein Murmeltier auf dem Beifahrersitz) erreichte der Busfahrer (Julia) mit zitternden Knien den „Wildlife-Campingplatz“. Halleluja, das konnte ja was werden. Warum um alles in der Welt dieses Stück Gras den Namen „Campingplatz“ erhalten hatte, stand in den Sternen.

Jane und Julia auf einem Wildniss-Campingplatz im Norden der Südinsel von Neuseeland.
Eine Wiese mitten in der Wildnis: Hier wollen Jane und Julia (letztere aus purer Freundschaft), die Nacht verbringen. Foto: Maria Menzel
Während Julia damit beschäftigt war, nicht in Ohnmacht zu fallen, kochte Jane völlig entspannt ein paar Nudeln. „Essen ist fertig“ trällerte sie fröhlich der fast weinenden Julia entgegen. Mit Speer und Schild bewaffnet setzte sich der Hase der Angst an den Tisch und schlang nervös einen Teller Pasta hinunter.

Jane und Julia beim Fotoshooting am Wharariki Beach in Neuseeland.
Der Wharariki Beach ist die perfekte Kulisse für Fashion-Shootings – findet zumindest Julia. Foto: Maria Menzel

Nur mit dem reinen Gedanken des Überlebens war mit ihr nichts mehr anzufangen. Jane hingehen ließ schwärmerisch den Tag Revue passieren: Wir haben nämlich auf unserem Weg zum Campingplatz den Strand von Wharariki besucht, wo wir in den Sanddünen schlenderten und wilde Seelöwen beim Herumtollen beobachteten.

Seelöwe am Wharariki Beach auf der Südinsel in Neuseeland.
Na, juckt das Näschen? Ein Seelöwe am Wharariki Beach. Foto: Maria Menzel
Die Felsen im offenen Meer raubten uns den Atem und wir sogen jeden Atemzug mit der frischen Meerluft in uns auf. Was für ein Tag! Wenn jetzt nur noch Julia die wilde Nacht überlebt, ist alles gut.

Tag 7:  Ein letztes Mal Leben am Limit 

Heute mutierten wir vom Waldschrat zum fliegenden Peter Pan. Auf unserem Rückweg Richtung Christchurch und Flughafen legten wir ein paar Stopps ein, um Neuseeland noch einmal richtig zu genießen.

Erstes Highlight: die Swing Bridge Buller Gorge. Hier wurden wir so richtig mutig und überquerten die Brücke ohne jegliche Furcht. Unter uns sahen wir nur einen reißenden Fluss mit nach uns schnappenden Piranhas und wilden Haien. (Eventuell sind unsere Beschreibungen an dieser Stelle übertrieben. Aber auch nur eventuell.)

Hängebrücke über der Buller Gorge in Neuseeland.
Die Hängebrücke über der Buller Gorge ist nur für Schwindelfreie. Foto: Maria Menzel
Froh, dieses Abenteuer überlebt zu haben, ging es drei Stunden weiter Richtung Christchurch. Hier und da hielten wir in der atemberaubenden Natur und schossen noch die letzten Fotos. Im Stadtzentrum angekommen, sahen wir das erste Mal seit zehn Tagen wieder mehr als fünf Menschen auf einem Fleck. So etwas gibt’s hier? Beeindruckend!

Bei einem Erdbeben im Februar 2011 zerstörte Kirche in Christchurch, Neuseeland.
Nach einem verheerenden Erdbeben vor sieben Jahren befindet sich Christchurch noch immer im Aufbau. Foto: Maria Menzel
Noch beeindruckender war die Tatsache, dass die Stadt 2011 komplett von einem Erdbeben zerstört wurde und wir uns mitten im Wiederaufbau befanden. Zwischen Ruinen und gesperrten Straßen fuhr eine kleine Straßenbahn unbeeindruckt hin und her. Das war ein skurriles Bild.

Neuseeland-Souvenirs in Christchurch.
Klar, dass Jane und Julia sich vor ihrem Abflug noch einmal mit Souvenirs eindecken. Foto: Maria Menzel
Mit all diesen spannenden Eindrücken ging es zum Schluss noch in einen Souvenir-Laden, der fast restlos von uns geplündert wurde. Mit unzähligen Magneten, Schlüsselanhängern und jeder Menge Erinnerungen im Herzen geht es nun zurück nach Deutschland.

Macht’s gut, ihr Lieben, mach es gut, wunderschönes Neuseeland!

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