Neuseeland-Einreise: Verrat deine PIN oder zahl 3.200 Dollar

Neuseeland: Verrat deine PIN oder zahl 3.200 Dollar

PIN oder Kohle – ein neues Gesetz zwingt Reisende in Neuseeland dazu, Zollbeamten die PIN ihres Smartphones zu verraten. Wer sich weigert, zahlt bis zu 3.200 US-Dollar. Bürgerrechtler schlagen Alarm.

Mit dem Smartphone auf Reisen? In Neuseeland dürfen Zollbeamte jetzt nach deiner PIN fragen.
Mit dem Smartphone auf Reisen? In Neuseeland dürfen Zollbeamte jetzt nach deiner PIN fragen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Westend61

„Ein nicht gerechtfertigtes Eindringen in die Privatsphäre“ – so nennt der Council for Civil Liberties, eine neuseeländische Gruppe für Bürgerrechte, das neue Gesetz der neuseeländischen Behörde für Zölle und Verbrauchssteuern. Denn es erlaubt den Behörden, deine PIN ohne berechtigten Grund zu verlangen.  

Dein Smartphone kann bei der Einreise nach Neuseeland konfisziert werden 

Sie können dein Smartphone sogar konfiszieren. Wenn du dich weigerst, musst du eine Strafe von bis zu 3.200 US-Dollar (etwa 2.780 Euro) bezahlen. 

Zwar steht in dem Gesetz, dass die Beamten einen Grund haben müssen, um dein Smartphone zu durchsuchen, aber sie müssen ihren Verdacht nicht belegen, bevor sie dir dein Smartphone abnehmen, schreibt die Bürgerrechtsgruppe in einer Mitteilung.

Zudem habe man zum Zeitpunkt der Konfiszierung keine Möglichkeit, Widerspruch dagegen einzulegen. Der Grund für das Gesetz: Der Zoll will unter anderem die Einfuhr von Raubkopien verhindern. Das, findet der Council for Civil Liberties, steht in keinem Verhältnis zum Eindringen des Zolls in die Privatsphäre.

Das neue Gesetz der neuseeländischen Zollbehörde ist ineffizient

„Wir geben dem Zoll Zugriff auf unser ganzes digitales Leben, nur damit er eventuell jemanden davon abhalten kann, Raubkopien zu importieren oder sich Zollabgaben zu entziehen“, schreibt die Gruppe. Noch dazu kommt, dass sie das Gesetz für wenig effektiv hält.

Ein Krimineller könnte seine Daten ganz einfach im Internet speichern, mit einem bereinigten Gerät reisen und die Daten nach seiner Einreise wiederherstellen, so die Gruppe. Zudem würde doch jeder Kriminelle lieber die Strafe zahlen, als entdeckt zu werden und im Gefängnis zu landen.

Neuseeland ist nicht das erste Land, das Smartphone-Durchsuchungen erlaubt

Das neue Gesetz trifft also nur gesetzestreue Menschen, die dazu gezwungen werden, ihre persönlichen Daten herauszugeben, wenn sie keine 3.200 US-Dollar bezahlen möchten.

Neuseeland ist nicht das erste Land, das dem Zoll erlaubt, elektronische Geräte zu durchsuchen. Es ist aber das erste Land, das es unter Strafe stellt, sich zu weigern, die eigene PIN herauszugeben. Eine Sprecherin der Zollbehörde sagte dem amerikanischen TV-Sender „CNN“ aber, dass nur „sehr wenige“ Geräte durchsucht würden.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite