Nur 30 Minuten entfernt vom Lago Maggiore im Süden der Schweiz liegt Corippo. Noch nie gehört? Damit bist du vermutlich nicht allein.

Das dürfte sich zukünftig aber ändern. Denn: Das komplette Dorf will ein Hotel werden. Zumindest in den Sommermonaten.

Corippa: Ein komplettes Dorf als Hotel

Die skurille Idee ist eigentlich die Reaktion auf eine ziemlich missliche Lage. Denn Corippo stirbt aus. Wie in vielen anderen Dörfern wird auch dort die Bevölkerung immer älter und ihre Zahl nimmt ab, weil die jüngeren zum Studieren oder Arbeiten in größere Städte ziehen. Vor Jahrzehnten lebten in Corippo noch 300 Leute. Heute ist es gerade mal ein Dutzend.  

Gassen werden zu Hotelfluren, Steinhäuschen zu Gästezimmern

Vorbild für das Schweizer Hoteldorf – oder Dorfhotel – ist ein italienisches Konzept: In Italien kannst du bereits in mehreren Dörfern unterkommen, die komplett als Hotel genutzt werden. In der Schweiz ist Corippo allerdings ein Pionier.

Für das Hotel soll das Restaurant auf dem Marktplatz zusätzlich die Rezeption beherbergen, und die Kopfsteinpflasterstraßen führen als Outdoor-Hotelflure zu den Steinhäuschen, von denen einige in Hotelzimmer umgewandelt werden sollen.

Steinhäuser und -gassen im Dorf Corippo, Schweiz, das ein Hotel werden will.
Die steinernen Gassen von Corippo versprühen einen ursprünglichen Charme Foto: www.steineggerpix.com/Remy Steinegger
Wie das Portal „swissinfo.ch“ berichtet, könnten schon im Sommer 2019 die ersten Gäste einziehen.

Hoteldorf soll 4,5 Millionen Euro kosten

Das Projekt „Albergo diffuso“ (weitläufiges Hotel) wurde von der Fondazione Corippo ins Leben gerufen. Es ist nur eine von vielen Maßnahmen, um den Ort mit neuem Leben zu füllen. Im Jahr 1975 wurde Corippo als erhaltenswerte historische Siedlung von dem Kanton Tessin gewürdigt. Seitdem gibt’s die Stiftung. Für das Hotelprojekt greift sie übrigens tief in die Tasche: Insgesamt sollen 5.207.000 Schweizer Franken (mehr als 4,5 Millionen Euro) investiert werden.