Ryanair-Streik: Fast 250 Flüge fallen aus, davon 130 in Deutschland

Ryanair-Streik: Fast 250 Flüge fallen heute aus

Erst sollte es nur rund 150 Flüge betreffen, nun kündigte Ryanair weitere Flugstreichungen aufgrund der für heute angekündigten Streiks der Flugbegleiter und Piloten in mehreren Ländern an.

Ryanair-Mitarbeiter streiken am Flughafen Brüssel-Zaventem. Neben dem belgischen streikt auch das Kabinenpersonal in Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und den Niederlanden.
Ryanair-Mitarbeiter streiken am Flughafen Brüssel-Zaventem. Neben dem belgischen streikt auch das Kabinenpersonal in Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und den Niederlanden.

Foto: imago/Belga/Stephanie Giebens

Erst zwei Tage vor dem Streik am heutigen Freitag hatten die deutschen Piloten angekündigt, sich dem Streik der Flugbegleiter anzuschließen und die Arbeit ebenfalls für 24 Stunden niederzulegen. Seit 3.01 Uhr läuft der Ausstand, fast 250 Flüge wurden von Ryanair vorsorglich annulliert. 

Ryanair: Knapp 40 Prozent der Flüge von und nach Deutschland fallen aus

Dem Branchenmagazin „Airliners“ zufolge sollen rund 40 Prozent der Flüge von und nach Deutschland ausfallen. Unter anderem sind 14 Verbindungen zwischen Mallorca und Hamburg, Berlin-Tegel, Düsseldorf sowie Bremen betroffen, berichtet die „Mallorca Zeitung“. 

Berlin-Schönefeld ist „Airliners“ zufolge der am stärksten betroffene Flughafen in Deutschland: Hier fallen mehr als die Hälfte der geplanten Flüge aus. An den Flughäfen Köln-Bonn, Weeze, Hamburg und Frankfurt wurden jeweils zwischen 15 und 19 Flügen abgesagt.

Ryanair findet den Pilotenstreik „sehr bedauerlich“

Ryanair zeigt sich vom kurzfristigen Streikaufruf der Vereinigung Cockpit genervt. In einer Mitteilung der Billig-Airline heißt es, man habe am Dienstag sieben Stunden lang mit der Vereinigung in Frankfurt verhandelt und eine schriftliche Vereinbarung eingereicht. Nur fünf Stunden später habe Cockpit dennoch einen weiteren „unnötigen Streik“ angekündigt. Das sei „sehr bedauerlich“. 

Zahlreiche Passagiere, deren Ryanair-Flüge gestrichen worden waren, machen ihrem Ärger auf Twitter Luft. Eine Passagierin beschwerte sich etwa, dass sie, wenn sie die nächstmögliche Verbindung mit Ryanair nehmen würde, ihren Termin verpasse, wegen dem sie überhaupt nur fliegen würde.

Ihr sei ein Flug angeboten worden, der 32 Stunden später als ihre eigentliche Verbindung starten soll. Das sei nicht gut genug. 

Ein anderer Passagier beschwert sich ebenfalls darüber, dass Ryanair ihm als Alternative einen Flug für die kommende Woche angeboten habe: 

Und ein Flug von Eindhoven (Niederlande) nach London-Stansted soll sogar erst heute Morgen am Gate gecancellt worden sein: 

„Flug FR9272 wurde am Gate abgesagt“, schreibt die Kundin. Genau diese Situation habe sie befürchtet. Mitleid mit den Streikenden zeigt sie nicht, sie „hoffe, die werden gefeuert“. Nach zahlreichen Streiks bei der Billig-Airline innerhalb der letzten Wochen liegen die Nerven der Kunden offensichtlich blank. 

Ein Video der spanischen Flugbegleiter-Vereinigung zeigt eine lange Schlange vor dem Ryanair-Schalter am Flughafen Madrid: 

Neben Frust gibt es in den sozialen Netzwerken aber auch viele Solidaritätsbekundungen mit Flugbegleitern und Piloten.

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