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Typisch Dresden

Der Dresdner ist überzeugt, seine ist die schönste Stadt der Welt. Jeder zweite glaubt übrigens nicht an Gott – wer in Dresden wohne, lebe ja schließlich schon im Paradies.

Das Stollenmädchen Claudia Ruhmland präsentiert voller Freude ihren Christstollen.
Das Stollenmädchen Claudia Ruhmland präsentiert voller Freude ihren Christstollen.

Foto: imago/STAR-MEDIA

1. Christstollen

Im Winter wird die Eierschecke abgelöst vom Original Dresdner Christstollen – nur echt mit dem Stollensiegel des Schutzverbandes. Versuchen Sie erst gar nicht, selbst einen „Striezel“ zu backen – das wird nichts. Der Kult um das Backwerk geht so weit, dass es extra Stollenmesser gibt, ein Stollenmädchen (so eine Art Weinkönigin mit Pelzjäckchen) und als Höhepunkt das alljährliche Stollenfest, wo nach einer Art quasireligiöser Prozession ein knapp zwei Tonnen schwerer Stollen auf dem Altmarkt von zigtausenden Dresdner verspeist wird. 

 

2. Heimatverbundenheit

Zugegeben, Lokalpatriotismus gibt es in fast allen Städten – aber der Dresdner ist in Sachsen Heimatliebe aus besonders hartem Holz geschnitzt. Ungefragt überschüttet er den Gast mit den Vorzügen und Schönheiten seiner Stadt, was durchaus informativ ist, unterhaltsam aber auch nervig sein kann. 

 

3. Dauerdiskussionen

Eng damit verbunden ist der Hang, jedes Bauprojekt bis zur Erschöpfung zu diskutieren, vor allem wenn es die historische Altstadt oder die Elbauen berührt. Da versteht der Dresdner keinen Spaß. Und da kennt er auch keine Verwandten. Der Streit um die Waldschlößchenbrücke soll ganze Familien entzweit haben.

 

4. Eierschecke

Dabei mag es der Dresdner eigentlich eher harmonisch. Die Kaffeetafel ist für den Kaffee-Sachsen die dritte feste Mahlzeit am Tage – am liebsten mit einem Stück Eierschecke zum Schälchen Heeßen. Hier geht’s zum Rezept von Bäckermeister Wippler. 

 

5. Weiße Flotte

Am Terrassenufer, direkt vor der Kulisse der barocken Altstadt legen die Dampfschiffe der Weißen Flotte ab. Vor allem die historischen Schaufelraddampfer sind einzigartig. Auf ihnen gleitet man die Elbe hinauf an den Elbschlössern vorbei in die Sächsische Schweiz. Entspannung pur. Höhepunkt des Jahres ist das Dampfschifffest. 

 

6. Ausflüge in die Sächsische Schweiz

Am Wochenende zieht es den Dresdner in die Natur, am liebsten zum Wandern oder Klettern in die Sächsische Schweiz. Besonders beliebt sind die Bastei und das Polenztal zur Märzenbecherblüte.

 

7. Wein aus dem Elbtal

Nicht dass der Dresdner einen Chateau Margaux verachten würde, aber am liebsten ist ihm doch der heimische Wein aus dem Elbtal, Deutschlands kleinstem Weinbaugebiet. Die Qualität hat sich seit der Wende enorm gesteigert, die Auswahl ist groß. Meine Top 4 der heimischen Winzer: Klaus Zimmerling, Weingut Prinz zur Lippe, Friedrich Aust und Martin Schwarz.

8. Zuguterletzt natürlich die Kunst

Es gibt wohl kaum eine Stadt auf der Welt die im Verhältnis zur Einwohnerzahl ein so reichhaltiges Kulturangebot hat. Und die Dresdner, insbesondere der bürgerliche Teil, nutzt dieses Angebot sehr rege. Ganz gleich welches Genre, ob Hochkultur oder Subkultur, Dresden hat wahrlich eine blühende Kulturlandschaft und ab/seit dezember 2016 auch zwei nagelneue hochmoderne Spielstätten die Philharmonie und Staatsoperette. Aber auch Semperoper, Schauspiel, die Staatlichen Kunstsammlung mit Grünem Gewölbe, Galerie Alte Meister und Porzellansammlung im Zwinger sollte man eigentlich einen Besuch abstatten.

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