Da haben die Politiker in Simbabwe gerade erst Hoffnung geschöpft, dass wieder mehr Touristen in den Süden Afrikas kommen. Doch seit Anfang September hat das Land erneut mit einer schweren Krise zu kämpfen. Die Cholera ist dort ausgebrochen. Mitte September verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 3.621 Verdachtsfälle. 49 Menschen seien bisher an der schweren Durchfallerkrankung gestorben, sagte Gesundheitsminister Obadiah Moyo am Mittwoch. 

In der Hauptstadt Harare und den Provinzen steigt die Zahl der Erkrankten 

Es wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Erkrankten rasant steigt. Die ersten gemeldeten Verdachtsfälle registrierte die WHO bereits am 5. September. Zu dem Zeitpunkt waren es insgesamt 25 Personen. Eine 25-jährige Frau starb noch am selben Tag in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Harare. Von dort aus verbreitet sich der Erreger seitdem auch in den umliegenden Provinzen.

Typische Symptome der Cholera sind Erbrechen, Durchfall und Dehydrierung. Auslöser für einen Ausbruch kann zum Beispiel verunreinigtes Trinkwasser sein. Der Präsident von Simbabwe hat angekündigt, gemeinsam mit Privatinvestoren in neue Rohre zu investieren. 

Laut WHO ist die Wasserversorgung in Harare katastrophal. Die Kapazitäten seien überlastet. Nicht zuletzt, weil die Behörden bereits seit August mit einem Typhusausbruch beschäftigt sind. Das allgemeine Gesundheitsrisiko sei im Landesinneren hoch. Um die Cholera zu bekämpfen, bräuchte die Bevölkerung beispielsweise einen verbesserten Zugang zu Trinkwasser, sanitäre Infrastruktur und kontrollierte Lebensmittel.

Das Auswärtige Amt erneuerte Anfang September seine medizinischen Hinweise für Simbabwe und weist auf den Cholera-Ausbruch hin. Eine Cholera-Impfung stehe zur Verfügung. Sie erfordere eine zweimalige Schluckimpfung mit einem mindestens zweiwöchigen Vorlauf, so das Amt. Für touristische Reisen nach Simbabwe sei eine Impfung aber nicht erforderlich, solange die üblichen Hygienehinweise eingehalten werden.