Bali: Einheimische beschweren sich über respektlose Touristen

Ärger auf Bali: Touristen benehmen sich daneben

Sie sind beliebte Fotomotive: die Tempel auf der indonesischen Insel Bali. Doch Touristen benehmen sich dort oft daneben. Nun wollen die Behörden eingreifen und die Anlagen besser schützen. 

Das gespaltene Tor in der Tempelanlage Pura Luhur Batukaru auf Bali.
Das gespaltene Tor in der Tempelanlage Pura Luhur Batukaru auf Bali.

Foto: imago/Liz Lenormand

Wenig bekleidet Yoga in einem Tempel machen oder halb nackt davor posen – solche Fotos kennt man von sozialen Netzwerken wie Instagram. Doch was für Touristen einfach hübsch ausschaut, beleidigt Balinesen häufig.

Zu viele und respektlose Touristen in Balis Tempeln

Erst kürzlich setzte sich ein Besucher auf den Thron des Tempels Puhur Lutur Batukaru auf der indonesischen Insel. Der Schrein ist den höchsten Gottheiten im Hinduismus vorbehalten. Solchem respektlosen Verhalten soll nun Einhalt geboten werden. 

Auf dem Schrein des Tempels Pura Batu Karu hat ein Tourist sich fotografieren lassen. Der Thron ist den höchsten hinduistischen Gottheiten vorbehalten.
Auf dem Schrein des Tempels Pura Batu Karu hat ein Tourist sich fotografieren lassen. Der Thron ist den höchsten hinduistischen Gottheiten vorbehalten. Foto: imago/Danita Delimont

Behörden wollen die Tempel und Anlagen auf Bali besser schützen, Besuche sollen reglementiert werden. Der stellvertretende Gouverneur Balis, Tjokorda Oka Artha Sukawati, sprach laut „Guardian“ von einem „Zerfall der Qualität“ bei Touristen. Man sei zu offen für Touristen, weshalb zu viele kämen, von denen sich dann auch noch die Qualität verändert habe.

Bali: Beim Tempelbesuch müssen Regeln beachtet werden

In den kommenden Wochen soll die bisherige Regelung, nach der Touristen ohne eine Führung oder andere Begleitung die Tempel besuchen dürfen, überdacht werden. Grundsätzlich gilt, dass jeder Besucher einen Sarong, also einen Rock aus einer Stoffbahn, tragen muss – auch Männer. Zudem gibt es sogenannte Tabuzustände für das Betreten einer Anlage wie die Menstruation, offene Wunden, geistige oder psychische Krankheiten und Trauer.

Eigentlich selbstverständlich sollte sein, dass man keine Zeremonien stört, weder mit Fotoaufnahmen noch sonstigem Verhalten. Und die Wände der traditionsreichen Bauten sollten nicht berührt, geschweige denn als Klettergerüst missbraucht werden. Darüber informiert das Indonesienportal „Sunda Spirit“. 

Bali ist ein beliebtes Urlaubsziel

Im vergangenen Jahr waren etwa fünf Millionen Besucher auf der Bali, das sind etwas mehr Menschen, als dort leben. Die Flugverbindungen sind immer günstiger geworden, auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind gering. Indonesien ist ein muslimisches Land, in dem strenge Gesetze zur Blasphemie gelten – für alle Religionen. 

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