Flug verpasst: Passagierin verklagt die Bundespolizei

Flug verpasst: Passagierin verklagt Bundespolizei

Eine Frau stand zu lange in der Warteschlange bei der Flughafen-Sicherheitskontrolle – und verpasste deshalb ihren Flug nach Palma de Mallorca. Jetzt zieht sie gegen die Bundespolizei vor Gericht.

Saskia Bücker
Lange Schlangen vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen München.
Bei langen Warteschlangen am Flughafen kann es mit der Abflugzeit schon mal eng werden. (Symbolfoto)

Foto: imago/Stefan M. Prager

Kennst du das auch? Du kommst pünktlich zwei Stunden vor Abflug am Flughafen an, checkst dein Gepäck ein und schlenderst gemächlich zum Gate-Eingang. Hast ja noch massig Zeit.

Und dann fällt dir vor Schreck die Kinnlade runter, weil du die meterlange Warteschlange vor der Sicherheitskontrolle bemerkst. Dich beschleicht ein ungutes Gefühl. Kommst du rechtzeitig zum Boarding?

Verpasster Flug wegen langer Schlangen an der Sicherheitskontrolle

Eine Frau aus Bochum ereilte Mitte Mai vergangenen Jahres ein ähnliches Schicksal. Die 32-Jährige wollte vom Flughafen Köln/Bonn nach Palma de Mallorca fliegen. Doch der Flieger hob ohne sie ab. Die Passagierin sagt, das habe daran gelegen, dass sie rund eine Stunde in einer Warteschlange stand, um von Mitarbeitern der Bundespolizei kontrolliert zu werden.

Flughafen Köln/Bonn: Zu wenig Personal bei der Sicherheitskontrolle?

Das zumindest wirft sie den Beamten vor dem Landgericht Bonn vor, wie dessen Sprecher Tobias Gülich gegenüber dem reisereporter bestätigt. Die Passagierin habe Klage erhoben. Es gehe dabei um Amtspflichtverletzung.

Der Vorwurf: Die Frau und 17 weitere Passagiere desselben Fluges seien bei der Sicherheitskontrolle zu lange aufgehalten worden. Es seien zu wenig Kontrollschleusen geöffnet und zu wenig Personal im Einsatz gewesen. Die Klägerin verlangt knapp 740 Euro Schadensersatz für den verpassten Flug.

Der Bund als Angeklagter ist da anderer Ansicht. Es habe genug Personal und geöffnete Schleusen gegeben. Die Anzahl des eingesetzten Personals hänge vom Passagieraufkommen ab und der Flughafenbetreiber informiere darüber regelmäßig. 

Auch Flugverspätungen können lange Warteschlangen hervorrufen

„Solche Fälle sind schwierig“, sagt Gerichtssprecher Gülich. Es habe schon vergleichbare Verhandlungen vor Gericht gegeben, die wegen der Beweislage abgewiesen werden mussten.  Es sei nicht so einfach festzustellen, wer einen Fehler begangen habe.

Das Gericht müsse nun entscheiden, ob die Warteschlange tatsächlich durch fehlendes Personal oder durch andere Ursachen entstanden ist. „Das kann beispielsweise ein sicherheitsrelevantes Ereignis sein“, sagt Gülich. Es könne etwa auch vorkommen, dass zehn Flüge gleichzeitig verschoben werden und es dadurch zu langer Wartezeit kommt. 

Der nächste Verhandlungstag vor den Bonner Richtern findet am 10. Oktober statt. Dann entscheidet die Kammer, ob die Aussage der Klägerin für ein abschließendes Urteil ausreichend ist oder aber die Beweisaufnahme weitergeht, beispielsweise mit Zeugenaufnahmen weiterer Passagiere. 

Zeit sparen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen

Natürlich gibt es Vorfälle, bei denen du als Passagier wenig tun kannst. Aber hier gibt es ein paar Tipps von einer Luftsicherheitsstelle. Sie verrät dir, wie du am Flughafen Zeit sparen und schneller durch die Sicherheitskontrolle kommst. 

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