Overtourism auf Mallorca: Bewohner finden die Insel zu voll

Überfülltes Mallorca: Den Bewohnern reicht’s!

Eine Umfrage zeigt: Ob am Strand, auf den Straßen, im Restaurant – der Massentourismus auf Mallorca geht Anwohnern auf die Nerven. 60 Prozent der Befragten wollen die Anzahl der Urlauber begrenzen. 

Saskia Bücker
Am Touristen-Hotspot Ballermann in El Arenal liegen die Urlauber dicht an dicht am vollen Sandstrand.
Am Touristen-Hotspot Ballermann in El Arenal liegen die Urlauber dicht an dicht am vollen Sandstrand.

Foto: imago/MiS

Der Tourismus tötet Mallorca. Das haben Urlauber schon im Juli dieses Jahres lautstark zu hören bekommen, als sie am Flughafen in Palma de Mallorca ankamen. Demonstranten hielten Plakate in die Höhe – darauf zu lesen Schriftzüge wie „ein Flug pro Minute ist unhaltbar“ oder auch „die Strände sind überfüllt, die Straßen wegen der vielen Mietwagen verstopft, die Müllberge erreichen jeden Sommer Höchststände“.

Tourismus bedeutet nicht automatisch mehr Wohlstand

Die Probleme des Massentourismus auf der Urlaubsinsel scheinen nicht nur die Demonstranten am Flughafen auf die Palme zu bringen. Laut einer Umfrage des spanischen Meinungsforschungsinstituts Gadeso ist die Mehrheit der Bewohner Mallorcas dafür, die Anzahl der Urlauber zu begrenzen.

Wie auch die „Mallorca Zeitung“ berichtet, stimmen sechs von zehn Befragten dem Satz zu: „Die Balearen können nicht mehr Touristen aufnehmen, weil es nicht nachhaltig ist.“ Außerdem habe sich gezeigt, dass mehr Touristen nicht automatisch mehr Wohlstand bedeuten würden.

Drei Viertel der Inselbewohner hatten im Sommer 2017 das verstärkte Gefühl, an einem überfüllten Ort zu wohnen. Überlastet seien vor allem die Strände samt Zufahrten, der Straßenverkehr, die Parkplätze, öffentliche Dienstleistungen, Restaurants und Cafés. 

Mallorca: Einwohner fordern höhere Touristenabgabe

63 Prozent der Befragten sind mit der diesen Sommer erhöhten Touristensteuer einverstanden. Denn wer auf Mallorca Urlaub machen will, muss inzwischen bis zu 4 Euro am Tag zahlen. Vier von zehn Personen glauben daran, dass die Maßnahme die negativen Auswirkungen der Touristenströme lindere. 

23 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Ansicht, dass dadurch der unerwünschte Billigtourismus beschränkt werden könne. Aber es gibt auch Kritiker. 35 Prozent der Befragten glauben beispielsweise, dass die Einnahmen in die falschen Töpfe fließen.

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