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Fuerteventura: So erlebst du Urlaub ohne Tourimassen

Wer an Urlaub auf Fuerteventura denkt, hat vielleicht zuerst die hässlichen Bettenburgen in Corralejo, Jandia oder an der Costa Calma im Kopf. Wo es auch individueller geht, weiß reisereporter Nils.

Vorsicht beim Klettern an der Steilküste!
Der einsame Strand in der Nähe von El Cotillo.

Foto: Nils Peuse

Weiße Sandstrände, wilde Vulkane, gute Surfbedingungen und lokales Mojo Verde – ein paar schöne Dinge, für die Fuerteventura steht. Natürlich gibt es aber – wie überall auf den Kanaren – auch hier den Schreck aller Individualtouristen wie mich: Bettenburgen und Club-Urlauber.

Während es zugegebenermaßen auch in unmittelbarer Nähe der touristischen Hotspots auf Fuerteventura viele schöne Fleckchen gibt, kannst du vor allem bei einer Unterbringung im Landesinneren als Individualtourist Geld sparen und in aller Ruhe entspannen, denn Fuerteventura steht nicht zuletzt auch für typisch spanische Siesta-Mentalität.

Richtig abschalten in Lajares

Regelrecht einatmen kannst du diese Mentalität in Lajares im Norden der Insel. Dieses ausgesprochen entspannte Surfer-Dörfchen liegt direkt unterhalb eines kleinen Vulkans zwischen El Cotillo und Corralejo und hat neben einiger guter Restaurants und Surf-Shops vor allem auch preiswerte, sehr moderne Individualunterkünfte zu bieten. 

Hier wohnst du zwar nicht direkt am Strand, aber der Blick über die spektakuläre Vulkanlandschaft im Abendlicht entschädigt dafür, zumal viele Ferienhäuser hier auch einen eigenen Pool besitzen. Und ansonsten sind absolut traumhafte Strände nur einen Katzensprung mit dem Mietwagen entfernt.

Fuerteventura: Einsam am Traumstrand

Als Surfer und auch als Surfanfänger kommst du im weniger als zehn Minuten entfernten El Cotillo auf deine Kosten. Am Playa El Aljibe de la Cueva finden sich aber auch viele Kite-Surfer und viele Einheimische, die einfach nur baden wollen. Aufgrund der Weitläufigkeit des Strandes hast du hier nie das Gefühl, eingeengt zwischen anderen zu liegen.

Kite-Surfer in El Cotillo
Der Strand von El Cotillo ist bei Wassersportlern sehr beliebt. Foto: imago/robertharding
Der wahre Schatz verbirgt sich allerdings unmittelbar südlich von hier: Ein sehr verlassener Strand, an dem du am Tag vielleicht zehn anderen Menschen begegnen wirst. Mit etwas Glück hast du dieses Paradies sogar ganz für dich alleine und das Gefühl, an einem mehrere hundert Meter langen Privatstrand zu liegen.

Der (kleine) Haken: Trittsicher solltest du schon sein, denn der Zugang zu diesem Strandjuwel ist nur mit etwas Kletterei über die Steilküste möglich. Auch über die Gezeiten solltest du dich informieren, bevor du hier deine Decke ausbreitest, denn sonst wird es schnell ungemütlich. Besondere Vorsicht ist auch bei den starken Strömungen geboten. An diesem Strand gibt es keine Wasserrettung, die dich im größten Notfall aus den Fluten ziehen kann.

Zudem musst du mit ein paar FKK-Fans rechnen. Die meisten Badegäste ziehen hier blank. Wenn das nicht so dein Ding ist, ist der Surfer-Strand nebenan die bessere Wahl für dich. In beiden Fällen solltest du auf jeden Fall einen Pulli dabei haben, denn der Wind kann auch im Sommer am späten Nachmittag ziemlich frisch werden.

Fast wie am Privatstrand
An vielen Tagen ist man hier komplett alleine. Foto: Nils Peuse

Wanderung auf Vulkangipfel

Du wanderst zur Abwechslung auch gerne mal, anstatt faulenzend am Strand zu liegen? Dann solltest du auf den jüngsten Vulkan der Insel steigen, den Montaña de la Arena in der Nähe von La Oliva und Villaverde. Die Wanderung zum Gipfel auf 420 Metern ist leicht und bietet vor allem im Abendlicht fantastische Lichtstimmungen wie auf einem anderen Planeten. 

Auch fußläufig von Lajares ist ein kleiner Vulkan mit weitem Ausblick erreichbar. Für die Wanderung vom Parkplatz zum Gipfel und zurück ist außer festem Schuhwerk und etwa eineinhalb Stunden Zeit nichts nötig. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du auch hier keine anderen Touristen antreffen.

Ein Hauch von Frankreich in Spanien

Kulinarisch führt kein Weg an der französischen Bäckerei „El Goloso“ vorbei. Sowohl in El Cotillo als auch in Lajares kannst du hier hervorragendes Baguette, verschiedene Kuchen und leckere Quiches zu erschwinglichen Preisen essen. Bring etwas Zeit mit, denn manchmal ist die Schlange etwas länger.

Zusätzlich gibt es in Lajares zahlreiche Restaurants für jeden Geschmack. Das Publikum ist bunt und du wirst in den meisten Fällen mehr Einheimische als Touristen antreffen. Die Atmosphäre in den Läden ist locker und spiegelt die typische Surfer-Mentalität des gesamten Ortes wider.

Die perfekte Reisezeit für Fuerteventura? Jetzt!

Das wirklich Tolle an Fuerteventura ist allerdings, dass sich eine Reise das ganze Jahr über lohnt. Wem die Sommermonate trotz der teils auffrischenden Winde zu heiß sind, der findet auf der Insel auch im hiesigen Winter angenehme 20 Grad. Selbst die Wassertemperatur ist mit etwa 17 Grad im Januar durchaus noch badefreundlich. 

Das Beste aus zwei Welten bietet für mich der Herbst. Dann ist die ganz große Hitze vorbei, das Wasser ist trotzdem noch schön warm und die Touristen werden langsam weniger.

Mein Tipp also: Lieber im Landesinneren unterkommen und mit einem Mietwagen flexibel unterwegs sein, als zwei Wochen mit hunderten Menschen das Standard-Touri-Programm verpasst zu bekommen. Denn dazu ist Fuerteventura viel zu schön und trotz der kargen Landschaft viel zu abwechslungsreich.

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