Die Flut kam überraschend. Das zeigen die Videos und Bilder, die viele Menschen von der Flutkatastrophe in Tunesien auf Social-Media-Plattformen teilen. Man sieht Menschen, die sich an Häuserecken festhalten oder an Seilen entlanghangeln, um über die Straße zu gelangen. Autos, die im braunen Wasser davontreiben, Müll, der seine Bahnen zieht.

Es gebe mindestens vier Tote, meldete am Sonntag der arabische Nachrichtensender „Al Jazeera“. Nach Angaben des Innenministeriums kamen in Bouargoub zwei Schwestern im Alter von 21 und 24 Jahren ums Leben. Ein 60-jähriger Einwohner nahe der Stadt Taksila ertrank. Eine männliche Leiche wurde in der Nähe des Touristenorts Hammamet geborgen. 

Tunesien: Schwerste Regenfälle der Geschichte sorgten für Überschwemmungen

Schon seit Mitte der Woche haben mehrere Gewitter mit enormen Regenmengen einige Gebiete des nordafrikanischen Landes heimgesucht. In einigen Regionen gab es am Samstag 197 Millimeter Niederschlag, so viel wie normalerweise in einem halben Jahr fällt. 

Am Samstag erreichten die Fluten mehrere Provinzen im Nordosten Tunesiens, darunter Nabeul und Bouargoub. Die Pegelstände stiegen um bis zu 1,7 Meter. Es seien die schwersten Regenfälle seit 20 Jahren gewesen, so „Channel News Asia“. Zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt.