Schottland: Edinburgh und Highlands wollen Touristensteuer einführen

Edinburgh und Highlands wollen eine Touristensteuer

In Hamburg und Berlin gibt’s sie, in München nicht. Und auch das Vereinigte Königreich verlangt eigentlich keine Touristensteuer – bis jetzt. Denn Schottland will eine Abgabe für Übernachtungen einführen.

Blick vom Calton Hill auf die schottische Hauptstadt Edinburgh.
Mit ihrem besonderen Flair erobert Edinburgh jährlich mehr Besucher für sich. Die könnten demnächst zur Kasse gebeten werden.

Foto: unsplash.com/Adam Wilson

Schottland wird als Reiseziel immer beliebter, die Besucherzahlen in der Hauptstadt Edinburgh sind in den vergangenen Jahren um fast 20 Prozent gestiegen. Ähnliches beobachten die Behörden in den Highlands und auf der Isle of Skye. 

Mehr Besucher bedeuten aber auch: größere Belastungen für die Infrastruktur wie Straßen, Parks und öffentliche Toiletten. Um die in einem Zustand zu erhalten, der Urlauber nicht von einem erneuten Besuch abschreckt, fordern einige jetzt die Einführung einer Touristensteuer. 

Touristensteuer könnte Edinburgh Einnahmen in Millionenhöhe bringen

Dem britischen „Evening Express“ zufolge könnte eine Touristensteuer von einem Pfund (etwa 1,10 Euro) pro Nacht allein in Edinburgh jährlich etwa 11 Millionen Pfund in die Kassen spülen. Der Stadtrat hat bereits einen Vorschlag für eine Touristensteuer auf den Weg gebracht, Ähnliches plant die Kommune der Highlands. Damit diese Pläne Realität werden, muss aber die schottische Regierung aktiv werden.

Die scheint den Medienberichten zufolge aber nicht besonders angetan von der Idee zu sein, eine Touristensteuer in beliebten Urlaubsorten zu erheben. Ihre Angst: Dass Touristen angesichts der Mehrkosten von Reisen nach Schottland abgeschreckt werden könnten. 

Touristen würden trotz Touristensteuer weiter nach Edinburgh kommen

Ist diese Sorge unbegründet? Wie die nationale Zeitung „The Scotsman“ berichtet, sollen immerhin 92 Prozent der befragten Touristen in einer Umfragen von Marketing Edinburgh geantwortet haben, dass sie die Stadt auch besucht hätten, wenn pro Nacht eine Touristensteuer von einem Pfund (etwa 1,10 Euro) fällig gewesen wäre. Und für 78 Prozent dürfte es sogar noch teurer werden: Sie würden selbst bei einer Abgabe von 4 Pfund (4,50 Euro) pro Nacht nach Edinburgh reisen.

Edinburgh will Airbnb einschränken

Der Stadtrat der schottischen Hauptstadt hat aber noch weitere Veränderungen im Blick. So soll die Vermietung von Unterkünften auf Airbnb nur noch mit einer Lizenz und für maximal 45 Nächte im Jahr möglich sein. Das berichtet das Magazin „Hotel Management“. Damit würde sich die Stadt in eine lange Liste europäischer Metropolen, die Airbnb einschränken, einreihen, darunter Hamburg, Madrid und Amsterdam.

Edinburgh ist eine der am schnellsten wachsenden Städte des Vereinigten Königreichs. Die Kurzzeitvermietung von Wohnraum über Plattformen wie Airbnb führt dazu, dass Einheimische Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche bekommen. Maßnahmen wie die Begrenzung des Vermietungszeitraums sollen helfen, die angespannte Lage zu entspannen.

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