Gibt es T-Shirts mit einem Bild von Adolf Hitler an einem Souvenirstand an der Playa de Palma auf Mallorca zu kaufen? Das zumindest behauptet ein Twitter-Nutzer. Im Netz veröffentlichte er zwei Fotos, auf denen ein solches T-Shirt zwischen dem Deutschland-Trickot und einem „Peni’s“Shirt zu erkennen ist. 

Twitter-Nutzer postet Foto von Hitler-Shirt

Die Straße, auf der er das Foto geschossen habe, werde stark von deutschen Touristen frequentiert, sagt „JoanRa“. Dort könnten die Besucher ungewöhnliche Souvenirs finden.

Er kritisierte die Gemeindeverwaltung von Palma de Mallorca, weil sie bislang noch nicht gegen das Geschäft vorgegangen sei.

T-Shirts mit Hitler-Motiv auf der Schinkenstraße in El Arenal gesichtet

Auch die spanische Tageszeitung „El Mundo“ berichtete von dem umstrittenen T-Shirt-Verkauf, ein Pressefotograf schoss zum Beweis ebenfalls ein Bild von der Ware. Nachdem andere Twitter-Nutzer die Echtheit der Fotos in Zweifel gezogen hatten, habe der Autor weitere Angaben zu dem Laden gemacht. Das Geschäft befinde sich in der Calle del Jamón (Schinkenstraße) im Viertel El Arenal in Playa de Palma südlich der Hauptstadt.

Nazi-Symbolik auf Mallorcas Partymeile

Es ist nicht das erste Mal, dass die Symbolik der Nationalsozialisten auf Mallorcas Partymeile auftaucht. Vor einem Jahr eskalierte die Situation in der bei deutschen Touristen beliebten Kultkneipe Bierkönig, ebenfalls in der Schinkenstraße am Ballermann gelegen. Darüber berichtete „El Mundo“. 

Während eines Konzerts der Ex-Pornodarstellerin Mia Julia rollte eine Gruppe Neonazis eine Reichskriegsflagge aus. Dabei riefen die Männer ausländerfeindliche Parolen. Das Sicherheitspersonal warf sie schließlich aus dem Lokal.

Die Gesetzeslage ist in Spanien anders als in Deutschland

Zum Hintergrund: Grundsätzlich sind in Spanien Nazi-Symbole zwar nicht verboten, wie die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ zum Eklat im Bierkönig schrieb. Allerdings ermittelten die spanischen Behörden in Palma nach dem Konzert-Eklat laut „Mallorca Zeitung“ trotzdem. Die Anklage: Hassdelikte und Diskriminierung von Einzelpersonen. Nach spanischem Strafgesetzbuch drohen dafür bis zu vier Jahre Freiheitsstrafe.

In Deutschland ist die Rechtslage anders. Der T-Shirt-Verkauf etwa wäre hier verboten. Es gibt nämlich viele Paragrafen zu demokratiegefährdender Symbolik. Wer hierzulande Propagandamittel verfassungswidriger Organisationen verbreitet oder herstellt, wird nach dem Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe belegt.