Er gilt als größter Stadtwald der Welt. Hannover hat Superlative zu bieten und kann auch mal angeben. Die Eilenriede misst etwa 640 Hektar. Und für das Angeberwissen sei gesagt, dass der Name Eile von der Erle abgeleitet wurde und Riede ein Sumpfgebiet bezeichnet. Die Oststadt grenzt an den Wald mit großem Spielpark und Milchhäuschen. Mitten in der Stadt wohnen und trotzdem mit dem Rad durchs Grüne fahren und Waldluft schnuppern können, das ist schon ein kleiner Luxus. 
Die Eilenriede
Die Eilenriede bietet Naturliebhabern und Ruhesuchenden eine Auszeit vom Großstadttrubel. Foto: element K

Aus Studenten wurden Familien

Einst Studentenviertel sind Oststadt und List zu recht gutbürgerlichen Wohngegenden geworden. Wer es in den 70ern quasi am längsten in der WG aushielt, hat die große Altbauwohnung für sich und später seine Familie übernommen. Aber auch junge Familien fühlen sich hier wohl - und Lehrer, sagt das Klischee, wobei der Hauch von grüner Alternative sicher nicht nur von eben jenen ausgeht. 

Ein Spaziergang durch die Oststadt lohnt sich – tolle Altbauten warten hier auf dich.
Ein Spaziergang durch die Oststadt lohnt sich – tolle Altbauten warten hier auf dich. Foto: element K

Eine Meile zum Verweilen

Auf der Lister Meile, der Fußgängerzone mit kleinen inhabergeführten Geschäften, trifft man sowohl den Wollsockenträger als auch die junge Mutter mit gelber Regenjacke und Kastenrucksack. Bei einem der kleinen Italiener schlürft man einen Kaffee oder stößt mit einem Aperol Spritz auf das schöne Leben an, es ist ein Herrliches die vorbeiziehenden Menschen zu beobachten, ganz ohne Autolärm oder Straßenbahn, denn die fährt hier unterirdisch. Kinder können im Sommer gefahrlos am Pferdebrunnen plantschen, die Straße ist breit genug für gleich mehrere Kinderwagen nebeneinander. „Erdbeeren, Ananas, Obstsalat einen Euro“, preisen die Mitarbeiter der Grünen Meile ihr jeweiliges Angebot an. Noch mehr Obst und Gemüse gibt es donnerstags - natürlich auch Fisch, Fleisch und Blumen - denn dann ist am Nachmittag Markt. Und die Lister Meile wird zum Slalomlauf. 

Kulinarik in der Oststadt

Wo sich Voß- und Jakobistraße kreuzen, gibt es zahlreiche Restaurants, Kneipen und Cafés. Das Plümecke ist die ur-Kneipe schlechthin, bekannt auch dank des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Er soll hier schon mit Staatsgästen Currywurst gegessen haben. Schräg gegenüber reichen auch die größten Teller nicht für die Wagenrad großen Pizzen von Da Pino aus. Im Kaffee kann ich kann man guten Kuchen essen. Und das La Rock bietet in einem der schönsten Häuser der Jahrhundertwende-Ecke gehobene Küche mit ordentlich Fleisch. 

Im Osten Hannover finden sich viele gemütliche und moderne Restaurants und Cafés.
Im Osten Hannover finden sich viele gemütliche und moderne Restaurants und Cafés. Foto: element K
Auch auf der Bödeker- und der Ferdinand-Wallbrecht-Straße haben sich zahlreiche Restaurants wie das Anesis oder das Treibhaus etabliert. Verhungern kann man im Osten Hannovers wahrlich nicht - nur montags sollte man besser einen gefüllten Kühlschrank haben, da ist fast überall Ruhetag. Erstaunlich zudem, wie viele kleine und feine Weinläden es gibt: Wedevini, Rehwinkel, Baires - von kaum einer Wohnung dürfte man länger als zehn Minuten zu Fuß brauchen, bis zum nächstgelegenen Fachhandel. 
Bahlsen wurde bereits 1889 gegründet und ist eines der erfolgreichsten, aus Hannover stammenden Unternehmen.
Bahlsen wurde bereits 1889 gegründet und ist eines der erfolgreichsten, aus Hannover stammenden Unternehmen. Foto: element K

Von freiwilligen und unfreiwilligen Spaziergängen

Bei all der Kulinarik kann man in der List und Oststadt seine Pölsterchen auch gut abtrainieren. Etwa mit Kanu fahren auf dem Mittellandkanal. Es gibt ein großes Freibad, mehrere Fitness- und Sportstudios. Nicht nur im Sommer lohnt es sich den ganzen Tag durch den Zoo zu schlendern - und am Ende hat man vielleicht noch immer nicht alle Tiere gesehen. Es sind etwa 200 Arten auf 22 Hektar untergebracht, das dauert schon ein Weilchen, vor allem, wenn die Themenwelten selbst als Attraktionen bezeichnet werden können. Im Kulturzentrum Pavillon bietet sich auch Gelegenheit für den privaten Tanzsport - dort gibt es zahlreiche Konzerte, aber auch Lesungen und Comedy.

Auf dem Mittellandkanal kannst du nicht nur vom Schiff aus die Gegend erkunden, sondern auch mit dem Kanu.
Auf dem Mittellandkanal kannst du nicht nur vom Schiff aus die Gegend erkunden, sondern auch mit dem Kanu. Foto: element K
Zu guter Letzt besteht immer die Option für den etwas unfreiwilligen Spaziergang. Mangelware sind in der List nämlich nur eins: Parkplätze. Aber niemand würde hier auf die dumme Idee kommen, dass man einen Wald roden könnte, um die tägliche Suche nach einer Parklücke zu mindern. Der Osten Hannovers ist Grün, durch und durch. 

Falls du jetzt noch mehr über Hannover erfahren möchtest, schau doch mal bei visit-hannover.com vorbei.