Unrechtsstaat Schweden? China warnt Reisende

Unrechtsstaat Schweden? China warnt Reisende

Die chinesische Botschaft in Schweden warnt Reisende vor schlechter Behandlung durch die schwedische Polizei. Denn die hätte die Menschenrechte von chinesischen Staatsbürgern verletzt. Wie es dazu kam.

Stockholm ist für viele Touristen ein beliebtes Reiseziel. Die chinesische Regierung warnte zuletzt aber vor Reisen dorthin.
Stockholm ist für viele Touristen ein beliebtes Reiseziel. Die chinesische Regierung warnte zuletzt aber vor Reisen dorthin. (Symbolfoto)

Foto: pixabay.com/12019

Ein Streit um Check-in-Zeiten in einem schwedischen Hostel ist zum Politikum geworden. Der Vorfall soll sich in einem Hostel in Stockholm zugetragen haben. Eine chinesische Familie wollte dort einchecken, allerdings eine Nacht zu früh.

Die chinesischen Hostelgäste weigerten sich zu gehen

Sie hatte erst für die darauffolgende Nacht ein Zimmer gebucht. Die Hostelgäste baten daraufhin darum, eine Nacht auf dem Sofa in der Lobby des Hostels verbringen zu dürfen. Das verweigerten ihnen die Mitarbeiter des Hostels jedoch. Die Situation eskalierte, als sich die Gäste weigerten zu gehen und die Hostelmitarbeiter die Polizei hinzuzogen.

Ein Video, das in chinesischen sozialen Netzwerken kursiert, zeigt, wie die Gäste von der Polizei aus dem Hostel getragen wurden, berichtet die britische Zeitung „The Independent“. Das Video zeige zudem, wie die schwedischen Polizisten anschließend mit verwirrtem Gesichtsausdruck um die auf dem Gehweg liegenden chinesischen Gäste herumgestanden hätten, während diese um Hilfe riefen.

Die chinesische Botschaft gab nach dem Vorfall zwei Mitteilungen heraus. In der ersten warnt sie Reisende vor Diebstahl, Raubüberfällen und schlechter Behandlung durch die schwedische Polizei. China sei entsetzt und verärgert über den Vorfall und verurteile das Verhalten der schwedischen Polizei scharf, heißt es laut „The Independent“ in der zweiten Mitteilung. 

Und: Was die Polizei getan hat, habe das Leben der chinesischen Staatsbürger in Gefahr gebracht und ihre Menschenrechte verletzt.

Viele Chinesen bewerten den Vorfall offenbar anders

Viele chinesische Staatsbürger sehen das offenbar anders. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass auf der chinesischen Mikroblogging-Seite „Weibo“ Diskussionen über das Verhalten chinesischer Touristen entbrannt sind. „Das ist empörend. Diese Menschen haben Schande über China gebracht“, schreibt etwa ein Nutzer.

Ein anderer schreibt: „Der Dalai-Lama besucht Schweden und das Außenministerium benutzt diesen Vorfall, um Lärm um nichts zu machen. Das ist noch peinlicher als das Verhalten der Familie.“ Der Streit entbrannte, kurz bevor der Dalai-Lama Schweden einen Besuch abstattete. China sieht in ihm einen Separatisten. 

Ein Manager des Hostels, in dem sich der Vorfall ereignet hatte, sagte dem schwedischen „Afton Bladet“, dass die Hostelmitarbeiter die Polizei riefen, weil die Gäste sie verbal bedroht hätten. Die schwedische Regierung gab zwei Tage nach der ersten Mitteilung Chinas ein Statement heraus, in dem sie ankündigte, den Vorfall untersuchen zu lassen.   

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