Relaxen auf Paros: Dolce Vita in Griechenland für „reisereporter 2018“

Relaxen auf Paros: Dolce Vita in Griechenland

Warum sie noch nie etwas von Paros gehört hatten? Das fragen sich unsere „reisereporter 2018“ Carina und Edu auch nach ihrer Reise auf die Kykladeninsel – und sind schlussendlich doch genau darüber froh.

Edu & Carina
Carina und Edu gefällt es so gut auf Paros, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wollen.
Carina und Edu gefällt es so gut auf Paros, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wollen.

Foto: Maria Menzel

Als wir unseren Familien und Freunden erzählten, dass wir nach Paros reisen würden, war das, als hätten wir angekündigt, einen Trip nach Helacalor zu unternehmen. Hast du beides noch nie gehört? Eben!

Der Unterschied: Paros gibt es wirklich – nur, dass es niemand zu kennen scheint, fast niemand zumindest. Und das sollte – wie wir bald feststellen würden – ein Segen sein.

Paros: Wo das Meer tiefgrün und die Bewohner sonnig sind

Auch wir hatten von Paros noch nie etwas gehört. Zuvor waren wir als Gewinner der „reisereporter 2018“-Aktion nach Sri Lanka gereist, waren in Portugal und mit der „Mein Schiff 2“ in Malta, Slowenien, Kroatien und Italien – Länder, die wir auch mit verbundenen Augen auf der Weltkarte finden würden. Aber Paros?

Carina genießt die Aussicht über die Insel. Schatten spendende Bäume gibt es kaum auf Paros.
Carina genießt die Aussicht über die Insel. Schatten spendende Bäume gibt es kaum auf Paros. Foto: Maria Menzel

Tatsächlich weilt Paros im Schatten ihrer großen Schwestern, der Kykladen-Partydomizile Naxos und Mykonos – was nicht ganz stimmt, weil man wirklichen Schatten auf der karg bewachsenen Insel nur unter den Schirmen der kleinen familiengeführten Hotels oder der ein oder anderen Palme findet. Und weil wir uns nun, da wir hier sind, schlichtweg nicht vorstellen können, dass es eine schönere Insel gibt als diese.

Das Meer tiefgrün, die Häuser leuchtend weiß mit blauen Dächern, die Seelen sonnig, das Wetter sowieso. Ein Ort, dem kein Bilderbuch gerecht zu werden vermag. 

Lecker! Edu probiert eine Spezialität von Paros – Fisch, natürlich, wie es sich für eine Insel gehört.
Lecker! Edu probiert eine Spezialität von Paros – Fisch, natürlich, wie es sich für eine Insel gehört. Foto: Maria Menzel

Zum Frühstück essen wir Tomaten und Gurken, griechischen Käse und Olivenöl aus lokalem Anbau und zum Abendessen Fisch, der so schmeckt, als wäre er aus dem Meer direkt auf den Teller geschwommen – mit kurzem Zwischenstopp auf dem Grill, versteht sich. Alles andere wäre wohl auch seltsam auf einer Insel, auf der ein beachtlicher Teil der Bevölkerung noch immer vom Fischfang lebt.

Paros: Die Gassen der kleinen Bergdörfer sind leer, aber die Gläser immer voll

Überhaupt sind die Parianer ein sehr traditionelles Völkchen. Kaum ein Wochenende, an dem nicht in einer der rund 450 Bergdorfkirchen und -kapellen ein Fest zu Ehren eines Heiligen gefeiert wird. Im Kloster Agios Antonios – gelegen auf einem Berg bei Marpissa mit bester Aussicht über das Inselidyll – schenkt uns die Schließerin ein zusammengerolltes Informationsblatt über die Stätte, an das sie mit brauner Schnur Lorbeerzweige gebunden hat.

Sie schenkt Wasser aus an die, die es bis auf den Berg hinaufgeschafft haben, und Edu gleich noch einen Schnaps, als sie hört, dass wir in der Nähe von Hannover leben. Dort nämlich lebe auch ihr Sohn. Und als wir uns verabschieden, ein bisschen weniger fremd gewordene Fremde, steht ihr das Wasser in den Augen – Deutschland, ihr Sohn, das ist weit weg, wenn man in Marpissa lebt.  

Alle Fotos: Die „reisereporter 2018“ auf Paros

In Marpissa selbst, einem kleinen Bergdorf an der Ostküste, treffen wir kaum eine Menschenseele auf der Straße – ebenso wie in den anderen Dörfern. Das mag an der Mittagssonne liegen; oder daran, dass die Hauptsaison vorbei ist. Die Deutschen, sagen sie, kämen sowieso lieber in den ruhigeren Monaten, im Mai oder Juni oder im September, Franzosen und Italiener eher im Juli und August, wenn es heißer und voller ist.

Abends füllen sich die weißen Gassen von Naoussa

Über Brasilianer weiß man diesbezüglich nichts zu sagen – schlichtweg, weil es kaum Touristen aus Südamerika hier gibt, weil es dann doch sehr weit weg und Paros zu klein ist. Und es zeigt sich mal wieder, dass nach zwei Jahren doch auch ein wenig Deutschland in Eduardo steckt: Was er vor allem genieße an Paros? Die Ruhe, sagt er – ein bisschen Frieden.

Edu und Carina spazieren durch die weißen Gassen von Paros.
Edu und Carina spazieren durch die weißen Gassen von Paros. Foto: Maria Menzel

Nur abends, da sind die Straßen plötzlich gefüllt und die Restaurants im alten Hafen von Naoussa, nachdem die Sonne ins Meer eingetaucht und die Gassen von der Schaufensterbeleuchtung der Boutiquen erhellt werden. Dann schwappen gut bis kreativ gekleidete Menschen in die mit Steinplatten ausgelegten Gassen, deren Zwischenräume drei-, manchmal sogar viermal im Jahr einen frischen weißen Anstrich bekommen.

Paros ist so schön, dass es beinahe schade ist, dass man sich die Insel nicht schöntrinken muss – weil so viele gute Weine ihre Wurzeln im parianischen Boden haben. Wir trinken also trotzdem; schöner kann es ja kaum noch werden – denken wir. Bis zu der Sache mit den Pferden, die man eigentlich nicht erzählen kann, weil uns das dann vielleicht wirklich niemand mehr glaubt.

Prost! Griechischer Wein darf bei einem Urlaub auf Paros natürlich auch nicht fehlen.
Prost! Griechischer Wein darf bei einem Urlaub auf Paros natürlich auch nicht fehlen. Foto: Maria Menzel

Schwimmende Pferde und ein Besuch bei Tom Hanks auf Antiparos

Die Sache mit den Pferden ist ein Mädchentraum – Carinas Mädchentraum. Um 6.30 Uhr morgens stehen wir also auf einer kleinen Pferderanch, sitzen auf und reiten in den Sonnenaufgang. Und weil es, das wissen wir mittlerweile, doch immer noch schöner geht, lenkt unser Guide die Reitkolonne ins Meer. 

Ein Kindheitstraum von Carina ging auch in Erfüllung: Edu und Carina machen einen Ausritt auf Pferden.
Ein Kindheitstraum von Carina ging auch in Erfüllung: Edu und Carina machen einen Ausritt auf Pferden. Foto: Maria Menzel

Und wir planschen, spritzen das Wasser herum und Rennen um die Wette. Und plötzlich steht den Pferden das Wasser bis zu den Nüstern. Panik. Der Guide lacht. Wusstet ihr etwa nicht, dass Pferde schwimmen können? Wie Hunde paddeln sie mit den Beinen und Hufen – und das haut schließlich auch Eduardo aus dem Sattel, glücklicherweise nur sinnbildlich.

Hier werden lang gehegte und nie geträumte Träume war

Ebenso übrigens wie der erste Tropfsteinhöhlenbesuch seines Lebens. Mit der Fähre setzen wir nach Antiparos, das westlich von Paros liegt, über – die Insel der Schönen und Reichen, was man so sagt, weil Madonna, Monica Bellucci und Tom Hanks dort Villen haben. 

Carina und Edu schneiden Grimassen in der Tropfsteinhöhle.
Carina und Edu schneiden Grimassen in der Tropfsteinhöhle. Foto: Maria Menzel

Und letzteren bilden wir uns mit Freuden zu sehen ein, als eine menschliche Figur in einer Bucht vor einem gigantischen Anwesen auf einem Stand-up-Paddling-Board herumpaddelt. Antiparos, Stand-up-Paddling, Tom Hanks – Bilder, die man aus der Presse kennt.

Selbst Tom Hanks hat den Charme von Antiparos erkannt

Auch Tom Hanks hat seinen Sommersitz der Ruhe wegen ausgesucht – zumindest soll er das mal in irgendeinem Interview gesagt haben. Weil er hier Freunde zum Barbecue einladen könne, ohne dass ein ganzer Haufen Paparazzi auf der Lauer liege. Und auch wenn wir Probleme dieser Art glücklicherweise nicht haben: Gefallen an so einem Sommersitz auf Paros oder Antiparos könnten auch wir finden – und das müsste dann auch gar nicht jeder wissen.

Unser Trip im Video:

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