Ryanair: Deutscher Verbraucherschutz kritisiert neue Gepäckregel

Ryanair: Verbraucherschutz kritisiert neue Gepäckregel

Ryanair verlangt ab dem 1. November für Handgepäck eine Gebühr. Spanische Verbraucherschützer finden das rechtswidrig. Und in Deutschland? Hier nennt der Verbraucherschutz die Regel „eine offene Rechtsfrage“.

Ryanair ändert für Flüge ab dem 1. November seine Handgepäcksregeln.
Ryanair ändert für Flüge ab dem 1. November seine Handgepäcksregeln. (Symbolfoto)

Foto: imago/Marius Schwarz

Nach Artikel 97 des Luftfahrtgesetzes seien Airlines dazu verpflichtet, Reisende samt kostenlosem Handgepäck in der Kabine mitzunehmen, kritisierten die Verbraucherschützer der spanischen Organisation Facua, nachdem die neuen Ryanair-Handgepäcksregeln bekannt wurden. Sie seien daher rechtswidrig.

Wie viel Handgepäck ist „dringend erforderlich“?

Denn ab 1. November dieses Jahres dürfen Kunden der Airline nur noch eine kleine Tasche kostenlos mit in die Kabine nehmen. Der deutsche Verbraucherschutz kann sich dem spanischen trotzdem nicht uneingeschränkt anschließen. Bei den neuen Handgepäcksregeln handele es sich um eine offene Rechtsfrage, wie Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in Berlin dem reisereporter erklärte.

Zwar müsse der Transport von Dingen, die „dringend erforderlich“ seien, ihrer Ansicht nach im Endpreis für den Flug enthalten sein. Es gebe bisher aber keine Rechtsprechung dazu, wie viel Handgepäck „dringend erforderlich“ sei, ob es sich dabei also beispielsweise nur um Schlüssel und Reisepass handele oder um weitere Dinge.

Ryanair ruderte bereits einmal zurück

„Das ist völlig offen“, so Kerstin Hoppe. Nicht rechtskonform seien ihrer Ansicht nach aber die Angaben auf der Website der Airline. Dort sei nicht ausdrücklich beschrieben, wie schwer die kleine Tasche sein dürfe, die Ryanair-Fluggäste weiterhin umsonst mitnehmen dürfen. Dies sei intransparent. 

Ryanair hatte seine neuen Handgepäcksregeln kurz nach der Bekanntgabe bereits einmal abgeändert. Ursprünglich sollte die Bestimmung auch rückwirkend für bereits gebuchte Flüge gelten. Diese Regelung zog die Airline zurück. Verbraucherschützer hatten zuvor kritisiert, dass es nicht rechtens sei, für bereits gebuchte Flüge nachträglich die Gepäckbestimmungen zu ändern.

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