Air India: Flugzeug landet trotz Ausfall der Technik in New York

Technikversagen: Piloten landen manuell in New York

Schlechtes Wetter, wenig Treibstoff, diverse Bordinstrumente fallen aus – bei einem Flug von Neu-Delhi nach New York blieben zwei indische Piloten trotz Technikausfall verblüffend entspannt. 

Saskia Bücker
Ein Flugzeug von Air India – die Piloten einer anderen Air-India-Maschine bewahrten vergangene Woche einen kühlen Kopf, als sie nach 15-stündigem Flug eine Boeing 777 manuell in New York landen mussten. (Symbolfoto)
Ein Flugzeug von Air India – die Piloten einer anderen Air-India-Maschine bewahrten vergangene Woche einen kühlen Kopf, als sie nach 15-stündigem Flug eine Boeing 777 manuell in New York landen mussten. (Symbolfoto)

Foto: imago/Rüdiger Wölk

Es waren Minuten des Schreckens. Wer sich die Aufnahmen des Gesprächs zwischen zwei indischen Piloten und einem Fluglotsen am New Yorker Flughafen in den USA anhört, bekommt ein Gefühl dafür, was an Bord der Boeing 777 am vergangenen Dienstag nach 15 Stunden Langstreckenflug aus Neu-Delhi in Indien alles schiefgelaufen ist. Einen Zusammenschnitt des Dialogs hat der indische Sender „NDTV“ veröffentlicht.  

Improvisierter Landeanflug bei schlechtem Wetter und mit wenig Treibstoff

Die Piloten mussten beim Landeanflug mit 370 Passagieren an Bord nämlich spontan improvisieren. Das schlechte Wetter machte ihnen zu schaffen. „Wir haben keinen Treibstoff mehr“, meldete der Kapitän zudem. Eigentlich sollte die Maschine am John-F.-Kennedy-Flughafen landen. Doch das war wegen schlechter Sicht auf die Landebahn nicht mehr möglich. 

Die Technik fällt aus und die Piloten lenken von Hand

Besonders tragisch war nämlich, dass auch noch die komplette Bordtechnik versagte. Das System des Jets, das die Piloten bei schlechtem Wetter normalerweise beim Landen unterstützt hätte, fiel komplett aus. Eigentlich haben Flugzeuge für solche Fälle mehrere Back-up-Systeme.

Unerklärlicherweise verabschiedete sich aber ein Bordinstrument nach dem anderen von den Piloten. Sie entschieden, die Maschine wie in früheren Zeiten manuell zu lenken. Um dabei bessere Sicht auf die Landebahn zu haben, flogen die Piloten den vom Unwetter weiter entfernten Newark Liberty International Airport in New Jersey an. 

Wie durch ein Wunder gab es bei der Landung keine Probleme. Die Verabschiedung des Fluglotsen von den Piloten zeigt wie souverän sie trotz des Technikausfalls blieben:

Air India 101, gibt es noch etwas, das Sie von mir brauchen?

Fluglotse
Bei uns ist alles gut, vielen Dank.
 
Pilot

Brenzliger Landeanflug auf New York fiel auf den 11. September

Weil sie starke Nerven behielten, konnten die Piloten eine Katastrophe an einem sowieso schon belasteten Datum vermeiden. Zufälligerweise fiel die Flugtechnik nämlich am 11. September aus – der Tag, an dem in New York vor 17 Jahren die fürchterlichen Terroranschläge auf das World Trade Center verübt wurden.

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