Rail and Fly: Veranstalter haften für verpassten Flug bei Zugverspätung

Rail and Fly: Veranstalter haften für Zugverspätung

Wenn ein Reiseanbieter ein Zug-zum-Flug-Ticket mit anbietet und verkauft, haftet er auch für mögliche verpasste Flüge bei Zugverspätungen. Es sei denn, der Reisende begeht einen bestimmten Fehler. 

Fabian Wenck
Gehetzte Reisende auf einem Bahnsteig auf dem Weg zum Zug.
Die Anreise mit der Bahn zum Flughafen kann schon mal stressig werden.

Foto: imago/Ralph Peters

Du buchst eine Reise, doch der Abflughafen liegt überhaupt nicht in der Nähe deines Wohnorts? Kein Problem: Dafür gibt’s Schließlich das Rail-and-Fly-Angebot. Direkt bei der Buchung der Reise bekommst du das Zugticket zum Abflughafen mit dazu. Viele Reiseveranstalter bieten ein solches Kombiticket an.

Rail and Fly: Was, wenn mein Zug Verspätung hat?

Doch was passiert eigentlich, wenn die Deutsche Bahn mal wieder Verspätung hat und du deswegen deinen Flug verpasst? Darüber hat jetzt das Amtsgericht Frankfurt am Main (Az.: 32 C 1966/17) geurteilt.

In dem konkreten Fall ging es um eine Reise mit Abflugflughafen Köln/Bonn. Die Reisenden waren auf dem Weg nach Thailand. Der Reiseveranstalter hatte den Urlaubern ein Rail-and-Fly-Ticket verkauft. Es wurde darum gebeten, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen einzutreffen. Der Flug sollte um 14.55 Uhr starten. 

Kläger verpassten Flug wegen 103-minütiger Verspätung der Bahn 

Die Urlauber verpassten den Flug jedoch, weil sich ihr Zug zum Flughafen Köln/Bonn um 103 Minuten verspätete. Sie buchten Ersatzflüge und forderten im Anschluss per Klage das dafür ausgegebene Geld sowie Schadensersatz vom Veranstalter. Ohne Erfolg. Laut dem Amstgericht verletzten die Urlauber ihre sogenannte „Mitwirkungsobliegenheit“. 

Was bedeutet das Rail-and-Fly-Urteil für meine Reise?

Der Reiseveranstalter hatte die Urlauber darum gebeten, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Diese aber wählten einen Zug, der regulär erst um 12.10 Uhr am Bahnhof Siegburg/Bonn – also zwei Stunden und 45 Minuten vor Abflug – angekommen wäre. Damit hätten die Reisenden gegen die Auflagen des Veranstalters verstoßen und kein Recht auf eine Entschädigung.

Dennoch teilte das Frankfurter Amtsgericht mit, dass Reiseveranstalter grundsätzlich auch im Falle einer Zugverspätung haften würden, weil der Service des Rail and Fly gemeinsam mit dem Flug als eine einheitliche Reiseleistung angesehen werden müsse. 

Für dich bedeutet das: Auch wenn du deinen Flug in Kombination mit einem Rail-and-Fly-Ticket buchst, solltest du den Empfehlungen des Veranstalters folgen und die Anreise zum Flughafen so planen, dass du rechtzeitig vor Abflug dort ankommst. Das Amtsgericht findet nämlich: Mögliche Verspätungen im Bahnverkehr müssen einkalkuliert werden.

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