Seit August werden die Straßen Bangkoks immer leerer. Die Behörden vertreiben die Straßenhändler aus dem Stadtbild. Die Mission der thailändischen Militärregierung: ein ordentliches und sauberes Image schaffen in der Stadt, die bei Reisenden bekannt ist für ihr vibrierendes Nachtleben und das günstige und vielfältige Essen am Straßenrand. 

Immer mehr Widerstand von Straßenhändlern und Intellektuellen 

Mit dem neuen Politikkurs wächst der Protest. Wie die „Bangkok Post“ berichtet, formiert sich neuerdings eine Bewegung aus Händlern, Intellektuellen und prominenten Personen. Anfang des Monats marschierten beispielsweise mehrere Hundert Menschen zum Rathaus, um öffentlich zu protestieren.

Im April sei ein Netzwerk thailändischer Händler gegründet worden, das inzwischen mehr als 7.500 Mitglieder aus 25 Stadtteilen zählt. Gleichzeitig mischen sich Wissenschaftler, Journalisten, Juristen und NGOs in den öffentlichen Diskurs ein und betonen die Bedeutung von Garküchen in der Stadt. 

Verbot der Garküchen reißt eine Lücke ins „Ökosystem der Stadt“

Für die Bevölkerung nimmt der Straßenverkauf einen wichtigen Platz in der thailändischen Kultur und Geschichte ein. „Er hilft dabei, soziale Bindungen aufzubauen, Frauen zu Arbeit zu verhelfen, die thailändische Küche zu erneuern und Familien ohne sonstige Perspektive zu bereichern“, sagt etwa Foodbloggerin Chawadee Nualkhair. Mit dem Ende der Straßenstände entstehe eine große Lücke im „Ökosystem der Stadt“. 

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Lots of fresh pad thai on Khao San Road!

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Die Märkte im Herzen von Thailands Hauptstadtmetropole Bangkok zählen eigentlich zu den berühmtesten und buntesten Street-Food-Meilen der Welt. Wer durch Straßen wie die Khao San Road spazierte, kommt nicht umhin, sich durch das kulinarische Angebot zu probieren. Essensstände und Garküchen an jeder Ecke, feurige Aromen in der Luft, Meeresfrüchte und Chili garend in der Pfanne.