Studie: Wer (wenig) Alkohol trinkt, spricht danach besser Holländisch

Studie: Mit Alkohol sprichst du besser Holländisch

Unter Alkoholeinfluss gehen Fremdsprachen besser über die Lippen. Dieser Mythos wird jetzt durch eine Studie bestätigt, an der 50 Deutsche teilgenommen haben, die zuvor einen Holländischkurs belegt hatten.

Fabian Wenck
Wer Alkohol trinkt, verbessert die Aussprache seines erlernten Holländisch. Das zeigt eine Studie mit 50 deutschen Probanden.
Wer Alkohol trinkt, verbessert die Aussprache seines erlernten Holländisch. Das zeigt eine Studie mit 50 deutschen Probanden.

Foto: imago/Dean Pictures

Du hast es vielleicht schon einmal am eigenen Leib erfahren: Sonst zu schüchtern oder unsicher, die Kugel Eis in Rom auf Italienisch zu bestellen, klappt es abends nach dem zweiten Glas Wein ganz problemlos, die mühsam erlernten Brocken Italienisch wieder auszupacken.

Jetzt beweist sogar eine Studie, dass Alkoholkonsum durchaus dazu beitragen kann, eine Fremdsprache besser zu sprechen. Zumindest in Bezug auf die niederländische Sprache. Anhand von 50 Deutschen, die über mehrere Monate Holländisch gelernt hatten, wurde gezeigt, dass nicht nur die wahrgenommene Fremdsprachenleistung unter Alkoholeinfluss verbessert wird, sondern auch die tatsächliche.

Studie überprüft die Wirkung von Alkohol auf Fremdsprachenkenntnisse

Die Studie „Dutch courage? Effects of acute alcohol consumption on self-ratings and observer ratings of foreign language skills“, (deutsch: „Mit Mut besser Niederländisch sprechen? Die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf Selbst- und Fremdbewertung von Fremdsprachenkenntnissen“), die im „Journal of Psychopharmacology“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass sich das gesprochene Holländisch nach Alkoholkonsum verbessern kann. 

Bei der Studie wurden die 50 Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bekam Wodka mit Bitter Lemon zu trinken, die andere Gruppe lediglich Mineralwasser mit Bitter Lemon. Keiner der Studienteilnehmer wusste, zu welcher Gruppe er gehörte. Die Gruppe, die Alkohol trank, hatte daraufhin einen durchschnittlichen Alkoholpegel von 0,4 Promille. 

Beide Gruppen führten danach kurze, ungezwungene Gespräche mit Niederländern, die dabei ihre Aussprache, ihre Grammatik und das Vokabular bewerten sollten. Die Probanden mussten ihre Leistungen darüber hinaus auch selbst einschätzen. 

Alkohol löst Sprachhemmungen

Während sich in der Selbstwahrnehmung alle Studienteilnehmer im Durchschitt gleichauf sahen, attestierten die Muttersprachler den alkoholisierten Probanden eine bessere Aussprache bei gleich starker Grammatik und Vokabular. 

Das Ergbnis der Studie legt also nahe: Geringe Mengen Alkohol können Sprachhemmungen lösen. 

Bei der nächsten Reise in die Niederlande darf es demnächst also gern ein Heineken oder Genever mehr sein – zumindest, wenn du mit den Einheimischen ins Gespräch kommen willst. Ein Muss ist der Aloholkonsum dabei natürlich nicht. Und was das Ergebnis, dass die Aussprache im Niederländischen im angetrunkenen Zustand besser wird, über die Sprache aussagt – diese Interpretation bleibt auch jedem selbst überlassen.

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